90.+4! FCS mit Last-Minute-Ausgleich gegen Bielefeld

Arminia Bielefeld hat beim 1. FC Saarbrücken wichtige Punkte im Abstiegskampf verpasst: In der zweiten Sonntagspartie des 27. Spieltags sahen die Ostwestfalen nach Shipnoskis Führungstreffer (63.) lange Zeit wie der sichere Sieger aus, ehe Stehle in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich traf.

Arminia stabil, Saarbrücken ideenlos

Um den dritten Sieg in Folge einzufahren, verzichte Saarbrückens Coach Rüdiger Ziehl auf größere Änderungen in der Startelf gegenüber dem 5:2-Erfolg bei Viktoria Köln unter der Woche. Lediglich in der Verteidigung startete Thoelke für Robin Becker. Bei den Gästen, die nur einen Sieg aus den vergangenen sieben Spielen holten, setzte Trainer Mitch Kniat hingegen auf gleich vier Neue in der Startelf im Vergleich zum 1:2 gegen die SpVgg Unterhaching in der Vorwoche: Klos, Mizuta, Schreck und Gohlke wichen Wintzheimer, Boujellab, Wörl und Lannert. Bis die Spieler den Platz betreten durften, mussten sie sich aber ein wenig gedulden. Denn nachdem bereits die beiden vergangenen Heimspiele des FCS aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes ausgefallen waren, sorgte auch der unter der Woche neu verlegte Rasen zunächst für Probleme: Da das neue Grün noch nicht vollends angewachsen war und sich Stücke einfach anheben ließen, wurde die Partie mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen.

Dann waren es aber die Gäste, die von Beginn an mutig auftraten und nach nur drei Minuten die erste gefährliche Aktion im Strafraum des FCS hatten. Nachdem Schreiber Shipnoskis Abschluss von der Strafraumkante nur nach vorne klatschen lassen konnte, wurde zunächst Boujellab beim Abschluss gehindert, ehe auch Corboz mit seinem Schuss aus zehn Metern an Schreiber scheiterte. Nach und nach spielten sich aber nun die Hausherren in die Hälfte der Bielefelder. Ein Freistoß aus dem Halbfeld sorgte dann für die erste große Möglichkeit des FCS: Bei einer Gaus-Flanke standen sich aber gleich drei freistehende Saarbrücker gegenseitig im Weg und schossen sich an, weshalb auf Abseits entscheiden wurde (12.).

In dem durchaus unterhaltsamen Spielgeschehen sorgte allerdings immer wieder der Rasen für Spielunterbrechungen: Nach Zweikämpfen blieben große Löcher im Grün, die festgetreten werden mussten, um schlimmere Verletzungen zu verhindern. Während die Hausherren weiterhin insbesondere durch Standardsituationen für Gefahr sorgten, kombinierte sich der DSC ein ums andere Mal gefällig nach vorne. Nachdem Rabihic auf der einen Seite mit seinem direkt ausgeführten Freistoß an Kersken scheiterte (28.), klärte sein Gegenüber Schreiber einen Wintzheimer-Abschluss im direkten Gegenzug zur Ecke. In der 40. Minute konnte sich der FCS dann aber auch die erste Möglichkeit aus dem Spiel heraus erspielen: Der kurz davor für den verletzten Gaus eingewechselte Di Michele Sanchez fand mit seiner Flanke Kerber, dessen Kopfball aufs lange Eck aber von Kersken parierte wurde. Dementsprechend ging es torlos in die Pause.

Shipnoski aus dem Nichts, Stehle antwortet spät

Auch der zweite Spielabschnitt begann mit der gleichen Intensität der ersten 45 Minuten. Jetzt tat sich insbesondere der mit einem Doppelwechsel beginnende FCS mehrfach offensiv auf: Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als der eingewechselte Stehle den Ball scharf vor das Tor legte, wo der einlaufende Di Michele Sanchez am zweiten Pfosten abschloss. Schneider konnte noch soeben zu Ecke klären. Die Hausherren blieben dran und hatten nur zwei Zeigerumdrehungen später durch Brünker gleich zwei weitere Möglichkeiten: Zunächst scheiterte der Angreifer mit seinem Drehschuss an Kersken, und auch bei der anschließenden Ecke war der Bielefelder Keeper gegen Brünker zur Stelle.

Die Partie beruhigte sich nun zunehmend, Torchancen waren Mangelware – bis zur 63. Minute. Eine Hereingabe von Biankadi von der rechten Seite ging an Freund und Feind vorbei an den zweiten Pfosten, wo der einlaufende Shipnoski vollkommen freistehend nur noch den Fuß hinhalten musste – aus dem Nichts das 1:0 für die Gäste. Und die Arminia blieb dran: Keine 120 Sekunden später hatte Shipnoski die Möglichkeit zum Doppelschlag. Nach einem Konter scheiterte der Angreifer aus spitzem Winkel aber am gut reagierenden Schreiber. Die Bielefelder wollten nun die Entscheidung: Nach einer Ecke in der 72. Minute verpasste zunächst Schreiber den Ball, ehe Di Michelle Sanchez beinahe für ein Eigentor sorgte. Irgendwie konnte der Ball aber noch geklärt werden.

Ab jetzt war aber nur noch der FCS tonangebend: Zunächst scheiterte aber Biada an Kersken, anschließend schoss Brünker mit vollem Risiko über das Tor (79.). Auf Bielefelder Seite verpasste Klos die Vorentscheidung (88.). Der FCS warf noch einmal alles nach vorn um kam tatsächlich noch zum Ausgleich: Nach einem langen Einwurf traf Stehle flach ins rechte Eck zum umjubelten Ausgleich (90.+4). Noch im Jubel sorgte Oppie beinahe im Gegenzug zur erneuten Führung der Arminia, aber erneut konnte Schreiber parieren, sodass es beim 1:1 blieb. Durch den späten Ausgleich verpassen die Bielefelder einen großen Schritt im Abstiegskampf und bleiben mit 29 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz. Die Saarbrücker hingegen verharren trotz Punktgewinn im Tabellenmittelfeld und bleiben auf dem elften Rang. Am kommenden Samstag bietet sich dem FCS dann erneut die Möglichkeit den Anschluss an die Verfolgerplätze herzustellen, wenn die Saarländer beim VfB Lübeck antreten, die Arminia empfängt einen Tag später den SC Verl.

   
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