Stefan Böger haucht dem Halleschen FC wieder Leben ein

Mit einem 3:0-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart II hat sich der Hallesche FC an die Nichtabstiegsplätze herangearbeitet. Beim ersten Spiel nach der Beurlaubung von Sven Köhler war zunächst Geduld gefragt. Die Umstellungen des neuen Chefcoaches fruchteten erst im Laufe der Partie.

„Danke Sven“, war vor dem Spiel in einer großen Choreo in der HFC-Kurve zu lesen. Die Fans verabschiedeten den langjährigen Cheftrainer gebührend. Zu Köhlers Nachfolger wurde in der letzten Woche Woche Stefan Böger ernannt. Nachdem dessen Mission Wiederaufstieg mit Dynamo Dresden in der vergangenen Saison fehlschlug, nimmt der gebürtige Erfurter nun einen neuen Anlauf in der Dritten Liga.

Bögers Umstellungen bringen zunächst Leerlauf

In der Startelf des Halleschen FC probierte Böger bei seinem Debüt direkt einige Neuheiten. Sören Bertram, bisher auf dem linken Flügel zuhause, spielte nun auf der Zehn. Florian Brügmann rückte dafür von der linken Abwehrseite ins Mittelfeld und nahm Bertrams Position ein. Jonas Acquistapace wiederrum ersetzte Brügmann als Linksverteidiger. Des Weiteren wurde Max Jansen für Dorian Diring im Mittelfeld aufgeboten, spielte aber etwas defensiver als der Franzose. Letzteres Experiment war schnell wieder beendet, da Jansen in der 23. Minute verletzt raus musste – Diring ersetzte ihn. In der ersten halben Stunde machte Halle nicht viel falsch, aber auch nicht viel richtig. Bögers Umstellungen hemmten den Spielrhythmus, die Mannschaft musste sich erst an die Umstellungen gewöhnen und konnte noch nicht zu ihren Automatismen finden.

Erst mit viel Willen, dann mit Gefühl

Infolgedessen scheint es fast logisch, dass das erste Tor nicht durch eine gelungene Kombination, sondern durch pure Willenskraft fiel. Innerhalb weniger Sekunden kamen vier Schüsse aufs Tor des Stuttgarter Keepers Funk. Erst scheiterte Furuholm, dann Kruse, anschließend Bertram. Der vierte Versuch von Diring saß aber letztendlich und bescherte somit die Pausenführung für die Hallenser.

Das die Rot-Weißen aber auch in der Lage dazu sind, ansehnlich miteinander zu kombinieren, stellten sie beim 2:0 unter Beweis. Die gelungene Weitergabe von Furuholm an Brügmann sowie dessen gefühlvolle Flanke zurück auf den Finnen genügte höchsten Drittliga-Ansprüchen.

Ähnliche Partie wie beim ersten Heimsieg

Halle erspielte sich gegen die Stuttgarter ein Übergewicht an Chancen, wenn auch kein allzu deutliches. In Sachen Effizienz erinnerte die Partie am Samstag an den zuvor einzigen Saisonsieg des HFC: Das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden, das ebenfalls 3:0 endete. Daher hielten sich die Spieler nach dem Abpfiff auch zurück, von einem Böger-Effekt zu sprechen. "Uns war aber allen klar, dass es nach der Serie, die wir zuletzt gespielt haben, so nicht weitergehen kann“, so Mannschaftskapitän Tim Kruse beim "MDR". "Wir haben die spielfreie Zeit genutzt um ein paar Sachen aufzuarbeiten, und letztendlich vieles richtig gemacht, was zuletzt verkehrt lief.“ In die gleiche Kerbe schlug auch der Cheftrainer selbst, auch wenn er einschränkt anmahnte: "Es gibt noch viel zu tun. Aber das ist auch schön, wenn man so ein Spiel gewinnt und dennoch ein paar Dinge hat, an denen man arbeiten kann.“

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