Statistik macht punktlosem FC Carl Zeiss Jena Hoffnung

Der FC Carl Zeiss Jena ist nach sechs Spieltagen immer noch punktlos und hat damit den schlechtesten Saisonstart in der Geschichte der 3. Liga hingelegt. Nie zuvor gab es seit der Gründung der 3. Liga im Jahr 2008 ein Team, das aus den ersten sechs Partien keinen Zähler holte. Das rettende Ufer ist für das Schlusslicht aus Jena bereits sechs Punkte entfernt. Aber die Statistik der letzten Jahre macht dem FC Carl Zeiss Hoffnung. Sechsmal schaffte der Tabellenletzte nach dem 6. Spieltag am Ende den Klassenverbleib in der 3. Liga.

Bielefeld, Erfurt und Stuttgart II landen auf Platz 13

Gleich drei Vereine kletterten nach einem miserablen Saisonstart noch auf Platz 13 und verhinderten den Abstieg schlussendlich sogar recht souverän. Arminia Bielefeld begann die Drittliga-Saison 2011/12 mit zwei Zählern aus den ersten sechs Begegnungen. Punktgleich mit der U23 des SV Werder Bremen stand damit der letzte Tabellenplatz zu Buche. Aber die Arminia konnte sich rechtzeitig fangen. Die Ostwestfalen holten aus den verbleibenden 32 Partien 48 Zähler und schlossen die Spielzeit mit 50 Punkten auf Rang 13 ab. Die Zweitvertretung des SV Werder dagegen machte so weiter, wie sie angefangen hatte und wurde mit 22 Zählern Letzter.

Auch in der Saison darauf rettete sich das Team, das nach sechs Spieltagen am Tabellenende rangiert hatte. Der FC Rot-Weiß Erfurt wartete nach den ersten sechs Partien noch auf den ersten Sieg und hatte erst einen Punkt auf dem Konto. Am Saisonende waren es 44 Zähler, die für Platz 13 und damit für den Klassenerhalt reichten. Die dritte Mannschaft, die sich trotz eines absoluten Fehlstarts noch auf Rang 13 katapultierte, ist die U23 des VfB Stuttgart. In der Saison 2014/15 gab es für das Nachwuchsteam der Schwaben in den ersten Wochen fast nur Niederlagen, bis zum 6. Spieltag wurden bloß drei Zähler gesammelt. Danach ging es aber bergauf. Mit insgesamt 47 Punkten feierte die Stuttgarter Zweitvertretung den Nicht-Abstieg.

Zwickau beweist: Auch 41 Punkte können reichen

Dass man aber auch mit deutlich weniger Punkten die Klasse halten kann, bewies der FSV Zwickau in der Saison 2017/18. Nach einem Katastrophenstart mit nur zwei Zählern aus den ersten sechs Spielen rettete sich der FSV am Ende mit 41 Punkten. Es hätten damals sogar 32 Punkte gereicht, um vor dem ersten Absteiger SV Werder Bremen II zu landen. Die beiden anderen Absteiger Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt, die während der Saison mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatten und jeweils einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens einreichten, hätten selbst ohne die Punktabzüge (Chemnitz neun, Erfurt zehn Zähler) nicht genügend Punkte für den Klassenerhalt auf dem Konto gehabt.

Auch der SV Wehen Wiesbaden schaffte es in der Saison 2009/10, einen schlimmen Saisonauftakt wettzumachen und die Liga zu halten. Aus drei Punkten nach sechs Spielen wurden 47 Zähler nach 38 Partien. Acht Punkte betrug der Vorsprung auf den ersten Absteiger Borussia Dortmund II.

Braunschweiger Aufholjagd

Nicht zu vergessen ist natürlich auch die beeindruckende Aufholjagd von Eintracht Braunschweig in der zurückliegenden Saison 2018/19. Für den damaligen Zweitliga-Absteiger standen nach sechs Spieltagen drei Zähler zu Buche, nach zehn Begegnungen waren es gerade einmal sieben Punkte und nach Beendigung der Hinserie 13 Zähler. Dennoch sicherte sich die Eintracht am Ende einen Platz über dem Strich. Mit 45 Punkten entging Braunschweig dank der minimal besseren Tordifferenz (-6) gegenüber dem FC Energie Cottbus (-7) dem erneuten Abstieg.

Auch für Carl Zeiss Jena heißt es in dieser Saison: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch sind ja auch 32 Spieltage zu absolvieren. Und auch in der vergangenen Saison gelang im Schlussspurt eine beeindruckende Aufholjagd. Allerdings sollten die Thüringer so bald wie möglich damit anfangen, die ersten Punkte einzuheimsen. Möglicherweise klappt es ja bereits am kommenden Montag, 19 Uhr, gegen den 1. FC Magdeburg.

   
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