"Statement ist zu seicht": FCS fordert Antworten vom DFB

Sechs Punkte Abzug, von Platz 3 auf Rang 4 abgerutscht und plötzlich zwei Zähler hinter dem Relegationsplatz: Der 1. FC Saarbrücken ist der größte Verlierer des Türkgücü-Rückzugs – und fordert nun Antworten vom DFB.

"DFB muss Verantwortung übernehmen"

Auch am Tag nach dem großen Paukenschlag am Donnerstag war der Ärger beim 1. FC Saarbrücken noch lange nicht verhallt. Die Frage, die sich der Klub stellt, lautet: Wie konnte es dazu kommen, dass ein Verein trotz des strengen Zulassungsverfahrens mitten in der Saison den Spielbetrieb einstellen muss? Die Saarländer fordern Antworten – und haben daher am Freitag einen Brief an den DFB geschickt, wie die "Bild" berichtet.

"Als Allererstes verlangen wir vom DFB und Drittliga-Chef Manuel Hartmann eine Stellungnahme darüber, was in der Causa Türkgücü überhaupt unternommen wurde", betont Vereinssprecher Peter Müller gegenüber der Zeitung, nachdem er den Verband zuletzt "in die verdammte Pflicht" genommen hatte, alles dafür zu tun, damit die Saison regulär zu Ende gespielt werden kann. "Das Statement vom Donnerstag ist zu seicht. Der DFB muss Verantwortung übernehmen, und darauf haben wir auch einen Anspruch." Offenbar will der FCS auch geklärt bekommen, warum Türkgücü den DFB-Kautionsfonds in Höhe von 250.000 Euro nicht in Anspruch genommen hat.

FCS will Punktabzug prüfen lassen

Bereits am Donnerstag hatte der 1. FC Saarbrücken angekündigt, juristisch gegen den Punktabzug vorgehen zu wollen. Müller: "Wir werden anwaltlich prüfen lassen, ob es gerechtfertigt ist, sechs Punkte abzuziehen. Es kann nicht sein, dass das jetzt so stehen bleibt. Gezeigte Leistung muss Niederschlag finden. Es wäre ja schon schön, wenn man wenigstens die Hinrunden-Partie wertet." Trainer Uwe Koschinat sieht das ähnlich: "Es fühlt sich wie Betrug an, wenn ein sportliches Ergebnis jetzt nichts mehr wert ist", schimpft er in der "Saarbrücker Zeitung" und spricht von einer "Bankrotterklärung der Liga".

Die DFB-Regularien, den sich Saarbrücken wie alle anderen Klubs unterworfen hat, sind allerdings eindeutig, sodass die Erfolgsaussichten gering sind. Heißt: Allen Brandbriefen und juristischen Prüfungen zum Trotz wird es beim Punktabzug, der übrigens bis auf Dortmund II, alle Klubs betrifft, bleiben. Der Ärger der Saarländer ist zwar nachvollziehbar, allerdings wäre der Klub nun gut beraten, den Fokus auf die restlichen sieben Spiele zu setzen. Denn auch wenn sich die Chance auf den Aufstieg fraglos etwas verschlechtert hat: sie ist immer noch da. Platz 3 hat der FCS in eigener Hand.

 
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