Stadtrat lehnt Mehrkosten für Grotenburg-Umbau ab

Rückschlag für den KFC Uerdingen: Der Rat der Stadt Krefeld hat am Mittwochabend die Übernahme der Mehrkosten für den Grotenburg-Umbau abgelehnt – das berichtet die "Westdeutsche Zeitung".

29:28-Votum

Demnach entfiel die Entscheidung mit 29:28 knapp dagegen aus. Vor einer Woche hatten die Stadt und das Planungsbüro Speer und Partner bekannt gegeben, dass der Umbau des alt-ehrwürdigen Stadions 17,8 statt 10,5 Millionen Euro kosten wird – eine Steigerung um 70 Prozent. Teurer werden etwa die Toiletten sowie die Kioske, aber auch die Verlegung der Stehplatzplätze für die Gästefans auf die Westtribüne, die Einfassung der Spielfläche mit Verbundpflaster, Abstellplätze für Räder, zusätzlicher Zuschauerraum für Rollstuhlfahrer, Regenversickerung, eine Polizei- und Sanitätswache sowie eine Neuplanung der Freiflächen und Zuwegungen schlagen zu Buche.

Die bereits begonnen Bauarbeiten laufen nun zwar vorerst weiter, da der alten Kostenrahmen genehmigt bleibt. Doch offen ist, inwiefern die Spielstätte nun drittliga-tauglich umgerüstet werden kann. Das letzte Wort im Hinblick auf eine Übernahme der gestiegenen Kosten scheint noch nicht gesprochen zu sein, möglicherweise kommt das Thema demnächst erneut auf den Tisch. Laut der "WZ" sollen einige Ratsmitglieder eine Nachkalkulation angeregt haben, um Einsparmöglichkeiten zu finden. Außerdem wurde auf Vorschlag von Oberbürgermeister Frank Meyer eine Arbeitsgruppe gegründet. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte Meyer für die Grotenburg geworben: "Ein Stadion, das keinerlei Nutzen möglich macht, keine Einnahmen durch Mieterträge erzielt und dem Verfall überlassen ist, wäre kein verantwortungsvoller Umgang mit dem Eigentum unserer Bürgerinnen und Bürger", betonte er.

Ungewisse Zeiten

Dennoch ist offen, ob der bisherige Zeitrahmen eingehalten werden kann. Zuletzt war geplant, im Januar mit den Arbeiten am Flutlicht zu beginnen, ehe im Februar die Bauarbeiten an der Nord- und Südtribüne beginnen sollten. Es sollten der Bau einer Polizeiwache sowie Umbauarbeiten auf dem Außengelände folgen. Dann wären die Arbeiten im August abgeschlossen gewesen, sodass der KFC nach einem Jahr in Duisburg und zwei Spielzeiten in Düsseldorf erstmals seit Mai 2018 wieder im heimischen Stadion (11.000 Plätze) spielen würde.

Doch ob der KFC tatsächlich schon im Sommer wieder in seine Heimat zurückkehren kann, ist seit Mittwochabend einmal mehr unsicher. Aus Sicht von Meyer müsse zunächst Klarheit darüber geschaffen werden, ob es eine Zukunft für die KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH gibt und wer diese verantwortlich führt. Bekanntlich hatte Mikhail Ponomarev seinen Rücktritt "spätestens zum Saisonende" angekündigt, zu den möglichen neuen Investoren ist bislang nur bekannt, dass sie aus Armenien kommen sollen. Es sind ungewisse Zeiten, denen die Krefelder in diesen Tagen entgegen blicken.

 
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