SSV Jahn Regensburg: Sieben Tage, drei Nackenschläge

Am fünften Spieltag hat Aufsteiger Jahn Regensburg die erste Saisonniederlage einstecken müssen, verlor zuhause gegen den VfR Aalen mit 0:2. Doch diese erste Pleite ist kein Beinbruch. War beim furiosen Auftakt mit drei Siegen nicht alles Gold was glänzt, so war im Spiel gegen Aalen nicht alles schlecht – gefehlt hat diesmal das Glück. Die Ostbayern befinden sich trotzdem weiter auf einem guten Weg zum Klassenerhalt.

Drei Niederlagen in Serie

Es war wirklich nicht die Woche des SSV Jahn: Erst das unglückliche Ausscheiden im DFB-Pokal, dann die Blamage bei einem Siebtligisten im Landespokal und nun die erste Pleite in der 3. Liga – sieben Tage, drei Nackenschläge. „Im Fußball entscheidet oft das Glück“, weiß Jahn-Coach Heiko Herrlich. "Geht der Ball vom Innenpfosten ins Tor oder springt er wieder heraus? Das entscheidet oft über Sieg und Niederlage.“ Dieses Glück fehlte Regensburg in dieser Woche. Liefen die entscheidenden Situationen zu Saisonbeginn noch für den Jahn, gingen sie am Samstag an den VfR. Das Spiel war bei heißen Temperaturen nicht schlecht. Der SSV hatte meist den Vorwärtsgang drin, der VfR reagierte. Nach vorne gelang den Oberpfälzern diesmal aber der letzte Pass nicht oder der Abschluss war zu ungenau. Oder eben das angesprochene Momentum war auf der falschen Seite: Gleich drei Mal traf Regensburg Aluminium: Eine Flanke von Grüttner landete auf der Latte (36.), Thommy (54.) und Lais (74.) trafen nach starken Hereingaben jeweils den rechten Pfosten.

Substanzverlust

Der Jahn musste erneut auf eine Not-Innenverteidigung bauen, zudem fehlte mit Andreas Geipl ein weiterer wichtiger Spieler gesperrt. Im Verlauf der Partie fielen auch noch Kolja Pusch (Verletzung) und Oliver Hein (rote Karte) aus. Ein Substanzverlust, der nicht mehr kompensiert werden konnte. Patrik Dzalto, der Geipl ersetzte und im offensiven Mittelfeld spielte, hatte nicht die Ideen, die Pusch normal hat. Auch die Gegentore bezeichnend: Beim 0:1 blieb Sven Kopp über mehrere Meter Begleiter von Torschütze Morys, ohne entscheidend einzugreifen. Der Mittelfeldspieler machte seine Sache im Abwehrzentrum bisher gut, nun fiel erstmals ins Gewicht, dass er einfach nicht über die Abräumerqualitäten von Markus Palionis verfügt. Dem zweiten Gegentor ging ein Fehlpass von Hein-Ersatz Uwe Hesse voraus, auch hier blieb die Defensive dann zu passiv.

Niederlage ist kein Beinbruch

Die Regensburger spielten nicht schlecht, ließen offensiv diesmal aber zu viele Gelegenheiten aus, hatten nicht das Glück aus den ersten vier Partien. Zudem schlug sich das Verletzungspech erstmals richtig im Spielverlauf wieder, bisher wurden die Ausfälle mit höherem Einsatz kompensiert – aber es war klar, dass das nicht ewig gut gehen kann. „Jahn Regensburg hat eigentlich ein sehr gutes Spiel gemacht“, fand auch der Aalener Trainer Peter Vollmann. "Wir haben nur zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und ansonsten auch ein Stück weit Glück gehabt, wenn ich an die Pfostentreffer denke.“ Auch Herrlich sah das Spiel so: „Wenn man verliert ist es zwar immer verdient, es geht schließlich um Tore, aber es war kein schlechtes Spiel meiner Mannschaft.“ Diese erste Niederlage ist also kein Beinbruch, der Jahn bestätigte erneut, dass er in der Liga mithalten kann. In Lotte könnte der Ball schon wieder vom Innenpfosten ins Tor gehen, dann wird das Spiel anders ausgehen.

 

 
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