Sprungbrett 3. Liga – Profis, die den Durchbruch schafften

Viele Drittligaspieler von gestern sind die Bundesligastars von heute. Zahlreiche junge deutsche Talente schafften ihren Durchbruch in der obersten Spielklasse. Einige von ihnen sind sogar Nationalspieler geworden. Ob es ein Thomas Müller ist, der sowohl beim FC Bayern als auch in der DFB-Elf Stammkraft ist, oder Bernd Leno, der im August 2011 für 7,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Bayer 04 Leverkusen wechselte. Sie alle wurden in der dritthöchsten Klasse ausgebildet. liga3-online.de stellt die bekanntesten "Kinder" der dritten Liga vor.

Van Gaal als Förderer der Bayern-Reserve

Bis einschließlich der Saison 2010/2011 spielten die Bayern-Amateure in der 3. Liga. Fünfter, Achter und 20. heißen die Platzierungen, die die jungen Münchener in der Zeit belegt haben. Zwei Jahre war man unter Mehmet Scholl erfolgreich, ehe unter dem neuen und zugleich alten Trainer Hermann Gerland der Abstieg in die Regionalliga Süd folgte. So war der aktuell schwer verletzungsgeplagte Nationalspieler Holger Badstuber eine wichtige Stütze in der Saison 2008/2009. In 32 Spielen gelangen Badstuber drei Treffer als defensiver Mittelfeldspieler. Nach der Saison übernahm der Holländer Louis van Gaal die Bayern und lotste Badstuber ins Profiteam. Ähnlich wie Thomas Müller. Bevor seine Karriere so richtig ins Rollen kam, traf Müller für Bayern II. 15 Tore in 32 Spielen standen ihm in der Saison zu Buche. Auch ihn winkte van Gaal zu den Profis durch. 23 mal lief auch David Alaba für die Münchener Reserve auf. Ein Tor erzielte der Österreicher in der Spielzeit 2009/2010. Nach drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga fand Alaba seinen Platz als Spieler in der ersten Mannschaft. Heute ist er als Linksverteidiger nicht mehr wegzudenken. Aktuell ist die Regionalliga Bayern das Pflaster für Bayerns U23. Unter Neu-Coach Erik Ten Haag soll der Aufstieg realisiert werden.

Stuttgarter Talente viel gefragt

Insbesondere die Torwartschule der Schwaben hat einen guten Ruf. Die Namen Sven Ulreich und Bernd Leno stehen allen voran für die Qualität in der Drittligamannschaft der Stuttgarter. 36 Spiele bestritt Ulreich zwischen 2008 und 2009 für Stuttgart II. Davon 12 mal zu Null. Schon damals ein Top-Wert. In der drauf folgenden Spielzeit gehen weitere acht Einsätze in Liga drei auf Ulreichs Konto, ehe er Raphael Schäfer als ersten Torwart ablöste und fortan in der Bundesliga sein Geld verdiente. Einziger Wermutstropfen: Am Ende der Saison brach sich Ulreich das Wadenbein. Seitdem ist er aber die klare Nummer eins beim VfB. Ebenfalls beim VfB ausgebildet wurde Bernd Leno. Heute steht er für Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen im Kasten. Nach insgesamt 40 Einsätzen bei der Reserve führte sein Weg zum Spitzenteam aus Leverkusen. 7,5 Millionen Euro überwies die Werkself für den damals 19-jährigen Leno. Heute ist er Torwart der U21-Auswahl und trägt die eins im Bayer-Dress. Auch die heutigen Bundesligaprofis Antonio Rüdiger und Raphael entstammen aus der Zweitvertretung. Benedikt Röcker trainiert ebenfalls mit der Mannschaft von Bruno Labbadia. Die Konkurrenz hat längst gewittert, wie stark der Nachwuchs ist. So wechselte Joshua Kimmich aus der U19 für eine halbe Millionen Euro zu RB Leipzig – eben in diese dritte Liga.

Kruse, Mielitz und Bargfrede fanden in Bremen ihren Weg

Fünf Tore in 23 Partien. So liest sich die Statistik von Max Kruse in der Drittligasaison 2008/2009. Nach einem Schienbeinbruch kämpfte sich Kruse wieder heran. Am Ende der Spielzeit wechselte der heutige Nationalspieler zum FC St. Pauli. Dort avancierte er zum Leistungsträger und schloss sich zwei Jahre später dem SC Freiburg an. Die abgelaufene Saison war fürh ihn die bislang beste. Elf Tore schoss der 25-jährige für die Freiburger. Am Ende reichte es nicht nur für die Europa-League sondern auch für eine Einladung zur USA-Reise der Nationalmannschaft. Im Sommer wechselte Kruse zu Borussia Mönchengladbach. Während Max Kruse sein Glück erst über Umwege fand, sind Sebastian Mielitz und Philipp Bargfrede auch heute noch Teil der Bremer Bundesligamannschaft. Mielitz ist nach dem Abgang von Tim Wiese sogar der Stammkeeper beim SVW. Bargfrede, der häufig mit Verletzungen zu kämpfen hat, kommt in der vergangenen Spielzeit auf 13 Partien.

Zweitvertretungen tun der Liga sportlich gut

Dass die U23-Teams wenig Zuschauer mitbringen bleibt unbestritten. Doch zumindest sportlich stellen sie eine Bereicherung dar. Vielversprechende Talente können auf hohem Niveau auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Auch in der kommenden Runde warten mit Borussia Dortmund und VfB Stuttgart zwei Nachwuchsteams in der dritten Liga. Wahrscheinlich wieder mit ein paar Namen für die Zukunft im Gepäck. Ob Dortmunds Jonas Hofmann und Marian Sarr oder Stuttgarts Rani Khedira und Erich Berko, einige stehen kurz vor dem Durchbruch zu den Profis.

FOTO:  Sven Rech

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