Spitzentrio setzt sich früh ab: Ein Novum in der Drittliga-Geschichte

Dynamo Dresden (1. / 58 Punkte), Hansa Rostock (2. / 54 Punkte) und der FC Ingolstadt (3. / 54 Punkte): Diese drei Klubs stehen derzeit ganz oben in der Tabelle – und werden den Aufstieg wohl unter sich ausspielen. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist jedenfalls historisch.

Neun Punkte Vorsprung gab es noch nie

Was war das in der letzten Saison für ein spannendes Finale: Erst am 37. Spieltag stand mit Eintracht Braunschweig der erste Aufsteiger fest, am letzten Spieltag hatten noch fünf (!) Teams die Chance, den Niedersachsen zu folgen beziehungsweise in die Relegation einzuziehen. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit sorgte schließlich dafür, dass die Würzburger Kickers direkt aufstiegen und der FC Ingolstadt in die Relegation musste, wo die Schanzer auf dramatische Weise am 1. FC Nürnberg scheiterten. Dem MSV Duisburg und Hansa Rostock fehlten am Ende jeweils nur ein Zähler, der TSV 1860 München lag zwei Punkte hinter dem vierten Platz, der aufgrund der Meisterschaft von Bayern München II für die Relegation berechtigt hatte.

Und diese Saison? Schon jetzt scheint klar, dass ein derart enges Rennen um den Aufstieg nicht zu erwarten ist. Dynamo Dresden (26 Punkte aus den letzten zwölf Spielen), Hansa Rostock (31) und der FC Ingolstadt (26) befinden sich seit Wochen in Top-Form und haben die zuletzt schwächelnden Konkurrenten 1860 München (nur sechs Zähler aus den vergangenen fünf Partien), 1. FC Saarbrücken (7) und Wehen Wiesbaden (6, zuletzt drei Pleiten in Folge) abgeschüttelt. Neun Punkte liegt der FCI vor 1860 München. Einen derart großen Abstand zwischen dem Dritten und Vierten gab es in der Geschichte der 3. Liga nach dem 28. Spieltag noch nie. Zum Vergleich: In der letzten Saison lag zwischen Rang drei und vier nur ein Zähler, selbst der Elfte hatte gerade mal fünf (!) Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Jetzt liegt Dynamo Dresden als Spitzenreiter satte 22 Zähler vor Rang elf und hat 13 Zähler Vorsprung auf den vierten Platz. Erst dreimal lag ein Tabellenführer nach dem 28. Spieltag noch weiter vorne.

Reichen 72 Punkte nicht?

Es spricht also vieles dafür, dass Dresden, Rostock und Ingolstadt den Aufstieg unter sich ausspielen werden. Sollte das Trio weiterhin so wie bisher marschieren und den Abstand noch weiter vergrößern, könnten sie schon in wenigen Wochen die Relegation sicher haben. Für Spannung im Aufstiegskampf wird aber dennoch gesorgt sein, da alle Klubs – nicht zuletzt der FC Ingolstadt nach den traumatischen Erlebnissen in der letzten Saison – die beiden Entscheidungsspiele gegen den 16. der 2. Bundesliga umgehen wollen. Entsprechend wird den beiden noch ausstehenden direkten Duellen große Bedeutung zukommen: Am Ostersonntag trifft Dresden auf Rostock, Anfang Mai empfängt die Kogge im heimischen Ostseestadion den FC Ingolstadt.

Klar scheint auch: Lässt das Trio auch weiterhin kaum Punkte liegen, könnten die 72 Zähler, die bislang im Schnitt für den direkten Aufstieg notwendig waren, nicht reichen. Rechnet man den aktuellen Punkteschnitt der drei Klubs auf die letzten zehn Spieltage hoch, hätte Dresden am Ende 79 Zähler und Rostock sowie Ingolstadt jeweils 73. Mit 73 Zählern in die Relegation, das gab es bislang nur einmal (Saison 2012/13). Die 63 Punkte, die dem FCI in der vergangenen Saison für die Entscheidungsspiele reichten, werden dieses Mal ziemlich sicher zu wenig sein. Und somit bleibt der Kampf um die 2. Bundesliga spannend – wenn auch in einem deutlich kleineren Kreis als es etwa im letzten Jahr der Fall war.

 
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