Spielvorschau: Karlsruher SC – Hallescher FC

Am Samstag steigt der 2. Spieltag der in der letzten Woche gestarteten Drittliga-Saison 2012/2013. Eine der spannendsten Partien wartet auf uns wohl in Karlsruhe, wo der Hallesche FC zu Gast sein wird. Absteiger gegen Aufsteiger – die Partie verspricht Brisanz, auch wenn das Spiel zunächst ohne Zuschauer hätte stattfinden sollen. Die Karlsruher konnten dieses Urteil des DFB aber zunächst abwenden, weshalb einer vielversprechenden Partie nichts mehr im Wege stehen dürfte. Mit einer ausführlichen Spielvorschau lotet liga3-online.de die Chancen auf einen Sieg der beiden Teams aus.

Voraussichtliche Aufstellung:

KSC: Orlishausen – Schiek, Stoll, Mauersberger, Cagara – Haas -Calhanoglu, Krebs – Alibaz – Benyamina, Hennings

Halle: Horvat – Benes, Ruprecht, Mouaya, Kanitz – Wagefeld, Hartmann – Preuß, Teixera, Lindenhahn – Pichinot

Situation

Die 3. Liga hat ihren ersten großen Star der neuen Spielzeit bereits gefunden. Hakan Calhanoglu euphorisierte am vergangenen Samstag nicht nur die eigenen Karlsruher Fans sondern die gesamte Liga mit seinen zwei Traumtoren im Spitzenspiel gegen Heidenheim. Doch während Calhanoglu einen Galaauftritt hinlegte wirkte das Spiel der Karlsruher noch ziemlich zerfahren. Am Ende mussten sich die Badener trotz einer langen 2:0- Führung mit einem Unentschieden zufrieden gegeben. Besonders Torhüter Dirk Orlishausen zeigte eine durchwachsene Leistung und sah bei beiden Gegentreffern nicht sonderlich gut aus. Bravourös hingegen hielt der Hallenser Routinier Darko Horvat. Der kroatische Keeper zeigte zahlreiche Paraden und rettete somit den verdienten, aber auch ein wenig schmeichelhaften Heimdreier gegen die Kickers aus Offenbach. Neben dem Routinier im Kasten und der mannschaftlichen Geschlossenheit profitierten die Saalestädter allerdings auch von einer groben Fehlentscheidung des Unparteiischen. Der Schiedsrichter verweigerte den Gästen in der Nachspielzeit den regulären Ausgleichstreffer. Halle gewann 1:0, verlor allerdings mit Pierre Becken und Sören Eismann zwei wichtige Abwehrspieler.

Mannschaftsvergleich

Torhüter: Unentschieden
Vor dem ersten Spieltag wäre der Torwartvergleich zwischen Dirk Orlishausen und Darko Horvat schnell entschieden gewesen. Orlishausen, jahrelang Stammtorhüter in Liga 3 und später auch in der 2. Bundesliga ist ein starker Rückhalt für den KSC  ist auf den ersten Blick ein anderes Kaliber als der 39-jährige Darko Horvat. Doch am ersten Spieltag gehörte Orlishausen zu den Verlierern beim KSC, Horvat hingegen war der gefeierte Matchwinner. Es lässt sich konstatieren: Orlishausen ist höher veranlagt, besitzt ein höheres Leistungspotenzial und hat in den letzten Jahren immer höherklassiger als Darko Horvat gespielt. Der Hallenser ist allerdings in einer starken Verfassung und strotzt vor Selbstbewusstsein.

Abwehr: Vorteil Halle
Von den Namen her ist der  KSC in der Abwehr den Hallenser hoch überlegen. Jan Mauersberger  und Martin Stoll sich gestandene Profis, Dennis Cagara hat schon Bundesliga gespielt und Sebastian Schiek ist ein hoffnungsvolles Talent. Halle hingegen besitzt  eine Abwehrreihe die  noch nie höherklassige Luft geschnuppert hat. Allerdings muss Halle mit Eismann und Becken zwei längerfristige Ausfälle verkraften. Während  für Becken vermutlich der starke Mouaya in die Innenverteidigung rückt wird vermutlich Ex-Kapitän Nico Kanitz den verletzten Eismann hinten links vertreten. Trotz der Personalsorgen liegt hier der Vorteil bei Halle. Die Hintermannschaft der Gastgeber muss sich erst noch finden, das zeigte vor allem die Schlussphase in Heidenheim. Halle  hingegen baut auf eine relativ eingespielte Hintermannschaft die in der letzten Regionalligasaison sensationell spielte.

Mittelfeld: Vorteil KSC
Hakan Calhanoglu. Das Herz im Karlsruher Spiel- doch niemand weiß wie lang Dieses noch im blauen Gewand schlägt.  Komplettiert wird das Mittelfeld vermutlich von den routinierten Steffen Haas und Gaetan Krebs. Selcuk Alibaz ist neben Calhanoglu ein weiterer Mann fürs Kreative. Das Mittelfeld der Badener besitzt durchaus 2. Liga Potenzial. Bei Halle kann davon nicht die Rede sein. Marco Hartmann und Maik Wagefeld sind die Taktgeber im Spiel der Rot-Weißen, doch in der offensive fehlt es an den starken Einzelspielern. Das Spiel der Saalestädter wird definiert von Kampf und Leidenschaft, spielerische Kabinettstücken und traumhaft vorgetragene Ballstafetten sind nicht zu erwarten. Am Ende setzt sich der spielerische Feingeist  gegen die mannschaftliche Geschlossenheit durch.

Sturm: Vorteil KSC
Karim Benyamina, Rouwen Hennings, Elia Soriano. Der Angriff des Absteigers liest sich durchaus gut. Hennings und Benyamina sind erfahrene 2. Liga Stürmer, Soriano ein hoffnungsvolles Talent. Gegen Heidenheim konnte allerdings keiner von den Dreien nachhaltige Akzente setzen. Gerade Hennings wirkte zu statisch in seinen Bewegungen. Bei Halle ist der talentierte Nils Pichinot der Alleinunterhalter in der Sturmspitze. Gegen Offenbach bereitete er das Siegtor mit einem strammen Schuss vor, den Hartmann nach einer Wulnikowski Parade abstauben konnte.  Das Vermögen beim KSC ist deutlich höher und es gilt als sicher das mindestens ein Stürmer  für ordentlich Furore sorgen wird. Zudem ist der Angriff viel breiter besetzt als der Einmann-Sturm aus Halle.

KSC 2:1 HFC

Prognose

Der KSC wird vor eigenem Publikum das Heft früh in die Hand nehmen und einen wahren Sturmlauf entfesseln. Die ersten Minuten werden Spielentscheidend sein. Schlüsselfaktor ist hierbei die Hallenser Zentrale. Sowohl das defensive Mittelfeld als auch die Innenverteidiger müssen versuchen die Karlsruher Stürmer aus dem Spiel zu nehmen. Hakan Calhanoglu wird hingegen nur schwer zu stoppen sein. Am Ende kommt es auf Darko Horvat an, er kann den Hallensern einen Punkt retten. Dafür muss er allerdings an die starke Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen. Mehr als ein Remis ist allerdings nicht drin. Wahrscheinlicher ist eine knappe Niederlage, die aber gegen den Aufstiegskandidaten verschmerzbar ist. Halle wird den Platz erhoben Hauptes verlassen, der KSC sichert sich drei Punkte. Das Duell der Tabellennachbarn endet 2:0 für den Gastgeber.

   
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