Spiel 1 nach Luginger – Saarbrücken zu Gast beim Jahn

Der 1. FC Saarbrücken hat gestern seinen langjährigen Trainer Jürgen Luginger entlassen, Zeit zum Neusortieren gibt es für Interimstrainer Bernd Eichmann aber nicht: Morgen steht schon wieder die nächste Partie auf dem Programm! Um 14 Uhr ist der FCS beim SSV Jahn Regensburg zu Gast, der mit acht Punkten auf dem 15. Tabellenplatz steht. Der ambitionierte Club ist am Dienstag zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht – nun muss Ex-Coach Luginger die Konsequenzen tragen.

Bernd Eichmann: "Es muss eine positive Trendwende her"

"Es bringt uns jetzt alle nicht weiter, über die bisherigen Leistungen zu reden. Es muss eine positive Trendwende her. Ich will eine andere Einstellung bei der Mannschaft sehen und natürlich haben wir das Ziel, etwas Zählbares mitzubringen", so Bernd Eichmann über das schwere Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg. Der Interimstrainer, der zusammen mit Jahntrainer Thomas Stratos von 1992 bis 1994 beim 1. FC Saarbrücken in der 1. und 2. Bundesliga gespielt hat, möchtet frischen Wind in die Mannschaft bringen, während die Suche nach einem neuen Trainer läuft. Ob das gut für den Jahn ist oder schlecht, kein sein Gegenüber nicht einschätzen. "Das ist schwierig zu sagen, was der Wechsel bringt. Es kann helfen – muss es aber nicht", so Stratos.

Thomas Stratos: "Saarbrücken ist verunsichert – das müssen wir ausnutzen!"

Nach zuvor zwei Siegen in Folge hat die Jahnelf am Mittwoch bei Hansa Rostock wieder eine Niederlage einstecken müssen und mit 2:4 verloren – schon nach 13 Minuten lag sie mit 0:3 hinten. Nun hat die Mannschaft von Thomas Stratos wieder etwas gut zu machen, mit Saarbrücken kommt da ein passender Gegner: "Saarbrücken ist verunsichert, das müssen wir ausnutzen", so der Jahntrainer. Unterschätzen wird er den FCS aber sicher nicht: "Das ist eine Mannschaft, die eigentlich viel Qualität hat! Nicht umsonst haben die einen Bundesligisten aus dem Pokal geworfen". Dennoch sind drei Punkte das ganz klare Ziel im Heimspiel.

SSV Jahn: Ohne fünf – ein Fragezeichen – mit einem

Der Cheftrainer hat derweil einige Sorgen, was seinen Kader betrifft. Mit Thomas Kurz (u. a. Kreuzbandriss) und Jonatan Kotzke (leichtes Lauftraining nach Kreuzbandriss) fallen zwei Spieler aus dem strategisch wichtigen Defensiven Mittelfeld aus, hinter Mittelfeldmotor Oliver Hein steht ein großes Fragezeichen. Hein meldete sich nach dem Aufwärmen in Rostock erneut wegen muskulärer Probleme ab, konnte aber gestern das Lauftraining wieder aufnehmen. "Ob Oli spielen kann, entscheiden wir zwei morgen kurz vor dem Spiel", erklärt Stratos die knifflige Situation, "ich hoffe natürlich, dass er spielen kann". Außerdem fallen weiterhin Fabian Trettenbach (Syndesmoseriss) und Romas Dressler (Schambeinentzündung) aus. Auch Benedikt Schmids Oberschenkelzerrung "dauert länger als angenommen" (Stratos), der Stürmer wird somit auch gegen Saarbrücken ausfallen. Daniel Franziskus, Stürmer aus der U23 des Jahn, wird derweil wieder im Kader sein. Der 22-jährige, der derzeit auch mit den Profis trainiert, war bereits in Rostock im Aufgebot der Oberpfälzer. Unter Umständen steht auch Neuzugang Thorben Stadler schon im Kader.

Saarbrücken: Ohne sechs – drei Fragezeichen – mit zwein

Die Gäste aus dem Saarland haben ähnliche Probleme, deren Lazarett ist auch gut besucht: Marcel Ziemer (Muskelbündelriss) Maurice Deville (Muskelfaserriss), Markus Hayer (Reha nach Kreuzbandriss), Andreas Glockner (Reha nach Mittelfußbruch), Julian Kern (Schambeinentzündung) und Christian Eggert (Gelb/Rot-Sperre) fallen sicher aus, hinter den Einsätzen von Artur Schneider (Prellung), Raffael Korte (muskuläre Probleme) und Pascal Pellowski (muskuläre Probleme) stehen noch Fragezeichen. FCS-Interimscoach Eichmann könnte auch den einwn oder anderen Spieler aus der U23 mit in die Oberpfalz nehmen, mit Jannik Schliesing und Godmer Mabouba würden sich zwei anbieten.

Prognose: Bernd Eichmann wird es kaum gelingen, an nur einem ganzen Trainingstag die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Der Erfolgsdruck in Saarbrücken ist wegen des Trainerwechsels noch ein wenig gestiegen – jetzt hat die Mannschaft keine Ausreden mehr. Vorteilhaft ist das sicher nicht. Der FCS wird es in Regensburg sehr schwer haben, vor allem da sie auswärts sowieso nach drei Spielen immer noch ohne Punkt dastehen. Der Jahn geht klar als Favorit in das Spiel, der Saarbrücken – in dieser Verfassung – spielerisch und kämpferisch überlegen ist. Einzig die Standardschwäche könnte dem SSV zur Achillesferse werden und den Saarländern für einen überraschenden Punktgewinn verhelfen.

So wollen sie spielen:

SSV Jahn: Wiegers – Neunaber, Nachreiner, Windmüller, Haag – Güntner, Anastasopoulos – J.-P. Müller, Amachaibou, Aosman – Smarzoch/M. Müller.

Saarbrücken: Ochs – Falkenberg, Fischer, Knipping, Stegerer – Kruse, Maek – Göcer, Ehrmann, Hoffmann – Rathgeber.

Foto: Regensburg1889.de

   
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