Spendenaffäre: SSV Jahn unterstützt Staatsanwaltschaft

Nach der Verhaftung von Joachim Wolbergs hat die Staatsanwaltschaft dem SSV Jahn Regensburg am Donnerstag einen Besuch abgestattet.

Protokolle von Aufsichtsratssitzungen im Visier

Am Mittwoch wurde Joachim Wolbergs, Oberbürgermeister der Stadt Regensburg sowie Aufsichtsratsvorsitzender des SSV Jahn Regensburg, wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verhaftet. Nun stand die Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag auch bei der Geschäftsstelle des SSV Jahn Regensburg in der Continental Arena vor der Tür. Die Verantwortlichen des SSV Jahn unterstützten die Ermittlungen nach Aussagen von Präsident Hans Rothammer und überreichten der Staatsanwaltschaft Protokolle von Aufsichtsratssitzungen. "Die Staatsanwaltschaft hat ihren Durchsuchungsbeschluss nicht zücken müssen, wir haben die Unterlagen, die sie wollten, gleich raus gegeben. Das ist keine Frage gewesen, wir haben nichts zu verbergen", sagte Klub-Boss Rothammer auf dem Neujahrsempfang des Jahn am Donnerstag.

Der Hintergrund

Der Oberpfälzer Drittligist ist unfreiwillig Teil dieser Spendenaffäre: Der Bauunternehmer Volker Tretzel, ein langjähriger Sponsor des SSV, soll Medienberichten zufolge das lukrative Areal der ehemaligen Nibelungenkaserne als Ausgleich dafür erhalten haben, in der Spielzeit 2014/15 den Jahn mit 1,7 Millionen Euro unterstützt zu haben. Unter anderem wurden im Dezember 2014 1,2 Millionen gezahlt, mit der sich der Verein mutmaßlich verstärken konnte. Insgesamt acht Spieler holten die Regensburger in der Winterpause, um den drohenden Abstieg in die Regionalliga noch zu vermeiden. Daneben rückte das "Wochenblatt" auch den Umstand in den Fokus, dass Tretzel den Jahn vor zwölf Jahren wohl nur vor der Insolvenz gerettet haben soll, weil der damalige Oberbürgermeister Hans Schaidinger ihm dafür versprach, nach einem Stadionneubau das Gelände des alten Jahnstadions bebauen zu dürfen. Gegen den Vorgänger Wolbergs wird mittlerweile auch ermittelt – auch ihn soll Tretzel bestochen haben. Im Zuge der Untersuchungen wurde die Vereinsspitze auch schon vor einiger Zeit befragt, wie Vorstandsvorsitzender Rothammer der "Mittelbayerischen Zeitung" bestätigte. Neben Rothammer sollen auch Geschäftsführer Dr. Christian Keller und der ehemalige Geschäftsführer Johannes Baumeister befragt worden sein.

   
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