Spektakel in Wiesbaden: MSV siegt 4:1 und bleibt Spitzenreiter
Der MSV Duisburg bleibt Spitzenreiter: Zum Abschluss des 7. Spieltages holten die Zebras einen souveränen 4:1-Sieg beim SV Wehen Wiesbaden, der schon nach 30 Minuten dank eines stark aufspielenden Dominik Kothers entschieden war. Auf Seiten der Hausherren blieben viele Fragezeichen stehen.
Kother an drei MSV-Toren beteiligt
Das letzte Spiel vor der Länderspielpause stieg in der Brita-Arena des SV Wehen Wiesbaden. Interimscoach Frank Steinmetz saß einmal mehr bei den Hausherren auf der Bank und wollte an den 2:0-Erfolg der vergangenen Partie bei Fortuna Köln anknüpfen, in der die Hessen ihren ersten Saisonsieg einfahren konnte. Zu diesem Zwecke tauschte Steinmetz auf zwei Positionen: Greilinger und Schleimer kamen für May und Chaikhoun (Gelb-Rot-Sperre) in die erste Elf. Auf der Gegenseite wechselte Dietmar Hirsch nach dem 2:1 gegen Havesle viermal, indem er Ens, Christensen, Jessen und Casar von Anfang an für Bookjans, Bitter, Besuschkow und Coskun brachte.
Zuletzt trafen beide Mannschaften im Februar aufeinander, als der SVWW einen 6:1-Sieg zog – danach startete die Abwärtsspirale bei den Hessen. Und wieder hatten die Hausherren die erste Chance der Partie: Eine Flankenabwehr fiel im Rückraum vor die Füße von Schleimer, der seinen Abschluss jedoch zu hoch ansetzte (3.). Zwei Neue sorgten dann wiederum beim MSV fast für Jubel, aber ein Kopfball von Ens nach der Ecke von Christensen wurde auf der Linie geklärt (12.). Und dann feierten die Zebras doch: Über zwei, drei Stationen wurde Casar auf der rechten Außenbahn freigespielt, der in die Mitte zu Kother querlegte – und der MSV-Außenstürmer hämmerte die Kugel ins Netz (18.).
Wie reagierte Wiesbaden? Die Hessen suchten den Weg nach vorne, was in einem Abschluss aus kurzer Distanz von Flotho mündete – aber Fleckstein blockte in höchster Not (24.). Aus der Szene heraus entstand sogleich der Konter der Duisburg, bei dem Noß viele, viele Meter auf der rechten Außenbahn gutmachte. Seine Hereingabe kam dann zu Kother, der erneut eiskalt verwertete (25.). Duisburg nahm nach dem ersten Drittel der Partie klaren Kurs darauf, die Tabellenspitze in der Länderspielpause zu festigen.
Und die Zebras machten fast ungestört weiter: Etwas glücklich startete Christensen bis zur Grundlinie durch, wo Remmert aus kurzer Distanz nicht genug Druck hinter den Ball bekam (31.). Ohne größere Schwierigkeiten eroberte Noß das Spielgerät erneut auf der rechten Seite und legte mithilfe von Kother einmal komplett quer zu Christensen, der die Kugel zum dritten Mal ins Tor hämmerte (33.). Vom SVWW kam lange Zeit zu wenig, aber kurz vor der Pause wachten die Hausherren doch noch auf. Erst scheiterte Massimo bei einem zentralen Abschluss (44.), dann wurde die Kugel perfekt auf Schleimer durchgesteckt, der ins lange Eck vollendete (45.+1).
Platzverweis und Phantomtor für SVWW
Die erste Chance der zweiten Hälfte gehörte dann wieder dem MSV, weil Noß bis zur Grundlinie durchkam – leicht irritiert vom Gegenspieler konnte der Duisburger das Spielgerät allerdings nicht mehr an Stritzel vorbeibringen (50.). Auf der Gegenseite wurde der eingewechselte Müller in gute Position geschickt, aber Braune tauchte stark ab (52.). Und dann wieder die Zebras: Noß vernaschte zwei Gegenspieler auf dem Weg in den Strafraum und zog ab, aber auf der Linie klärte Wiesbaden erneut – doch dann spielten die Hessen nicht weiter, während sich Noß den zweiten Ball schnappte und ungehindert aus spitzem Winkel traf (54.). Der Abstand von drei Toren war wieder hergestellt. Aber was passierte dann? Wiesbaden attackierte und wurde nach eigenem Empfinden regelwidrig am Strafraum gestoppt, was Schiedsrichter Kabalakli jedoch nicht pfiff – so nahm sich Coskun den Ball und trieb ihn weit nach vorne, wo Gözüsirin und Brandt den Duisburger gemeinsam rustikal stoppten. Dann sah der SVWW-Kapitän die Rote Karte für eine Unsportlichkeit, weil er Coskun nach Abpfiff der Szene mit dem Ball abschoss (59.).
Nachdem mit Co-Trainer Modica ein weiterer Wiesbadener aufgrund seines lautstarken Protest den Platzverweis erhielt, rollte der nächste Angriff der Hessen – und wieder parierte Braune stark (63.). Im Gegenzug zeichnete sich Stritzel mit einem Block gegen den freistehenden Kother aus (64.). Den nächsten Abschluss von Massimo hielt Braune zwar auch wieder fest, doch möglicherweise rutschte der MSV-Keeper bei der Parade mit der Kugel über die Linie – allerdings erhielt das potentielle Tor keine Anerkennung (67.). Anschließend bäumte sich Wiesbaden nur noch punktuell auf, während die Duisburger das Tempo aus ihren Offensivaktionen herausnahmen. Aber Casar bekam noch eine Chance, bei der der Pfosten für Wiesbaden rettete (84.).
Der MSV verteidigte somit die Tabellenspitze, nachdem Viktoria Köln mit dem Sieg am Samstag kurzzeitig an den Zebras vorbeizog. Der Vorsprung vor dem Relegationsplatz beträgt zudem vier Punkte, zudem stellte Duisburg nun gemeinsam mit der Viktoria und Saarbrücken die beste Offensive (19 Tore) sowie die beste Defensive (sieben Gegentore) mit Düsseldorf und Fortuna Köln. Wiesbaden hingegen bleibt mit fünf Zählern aus sieben Partien auf Platz 19 hängen – dahinter nur noch Havelse, das aber noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Nach der Länderspielpause gastiert der SVWW in Ingolstadt, Duisburg empfängt Hoffenheim II.