"Geht mir richtig auf die Eier": Schiri-Wut bei Großaspach

Geführt, aber in letzter Sekunde noch verloren: In Saarbrücken musste die SG Sonnenhof Großaspach eine bittere 1:2-Niederlage einstecken – und ärgerte sich im Nachgang vor allem über das Schiedsrichter-Team um Assad Nouhoum. Trainer Pascal Reinhardt setzte dabei zu einer Wutrede an und monierte nicht nur die lange Nachspielzeit:

"Muss aufpassen, was ich sage"

Er war mächtig geladen, Aspach-Coach Pascal Reinhardt, als er nach Spielende zum Interview mit "MagentaSport" kam. "Ich muss ein bisschen aufpassen, was ich sage", leitete er sein Statement ein, das in Teilen einer Wutrede gleichkam. Größter Aufreger: die lange Nachspielzeit von insgesamt siebeneinhalb Minuten. Zunächst waren drei Minuten angezeigt worden, dann verletzte sich Marlon Faß jedoch und musste behandelt werden, was über zwei Minuten kostete.

"Er (der Schiedsrichter; d. Red.) sagt dann zu mir: 'Wenn angepfiffen wird, dann spielen wir genau noch drei Minuten.' Natürlich gab es dann noch einen Freistoß, wo mein Spieler nicht rein darf. Aber trotzdem waren wir dann deutlich drüber. Dann gibt es keinen Eckball für uns, sondern Abstoß für Saarbrücken, aus dem dann der Eckball zum Siegtreffer resultiert." Reinhardt war gar nicht mehr zu beruhigen und schimpfte: "Schickt ihnen noch ein paar Geschenke. Ja, okay, schießt das Tor. Herzlichen Glückwunsch."

Der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit bei 6:14 Minuten, anschließend pfiff Nouhoum die Partie nochmal an, beendete sie aber direkt. "Das geht für mich nicht. Und da geht es auch nicht darum, ob wir noch ein Tor geschossen hätten, sondern ums Prinzip." Letztlich ließ der Unparteiische nach der Faß-Verletzung nicht drei, sondern fünf Minuten nachspielen, wobei die Ecke, aus welcher der Siegtreffer resultierte, bei 5:45 Minuten gegeben wurde – und damit nur knapp außerhalb der drei extra Minuten.

"Das geht in der 3. Liga nicht"

Doch nicht nur an der langen Nachspielzeit übte Reinhardt scharfe Kritik, sondern auch daran, dass generell "viele Entscheidungen für Saarbrücken" getroffen worden seien. "Das geht mir richtig auf die Eier", wurde Aspachs Coach deutlich. "Und dann in so einem Hexenkessel das Momentum kippen zu lassen, das geht in der 3. Liga nicht." Darüber hinaus monierte Reinhardt, dass sein Co-Trainer vom Vierten Offiziellen in der ersten Halbzeit angewiesen worden sei, sich auf die Bank zu setzen, weil nur der Cheftrainer coachen dürfe. "Das stimmt zwar, aber bei Standards darf er stehen und ich kann sitzen. Das wussten sie nicht, haben es in der Halbzeit dann revidiert und sich entschuldigt." Man dürfe Fehler machen, "aber in der Summe war dann zu viel", so Reinhardt.

Die Niederlage ausschließlich am Schiedsrichter festmachen wollte der 34-Jährige aber nicht und räumte ein, dass seine Mannschaft die Gegentore "einfach klarer wegverteidigen" müsse. Insgesamt habe seine Mannschaft den "Laden aber komplett im Griff" gehabt, Saarbrücken sei "nur über ihre individuelle Qualität gefährlich" geworden. Daher könne er seinen Spielern auch "überhaupt keinen Vorwurf" machen, zeigte sich "unglaublich stolz auf meine Mannschaft" und macht ihr ein "Riesenkompliment", vor dieser Kulisse angetreten zu sein.

"Müssen wir uns für den Aufwand belohnen"

Auch auf die bisherige Leistung in dieser Saison könne das Team stolz sein, betonte Reinhardt, sagte aber auch: "Irgendwann können wir uns dafür nichts kaufen, wenn wir das Spiel nicht killen. Da müssen wir uns für den Aufwand belohnen." Dennoch nehme der Aufsteiger "ein positives Gefühl" mit in die Länderspielpause, in der es ab Donnerstag gleich vier freie Tage geben wird. "Dann können die Jungs komplett durchatmen und sollen da gar nichts machen." Auch mental dürfte die "extrem bittere" Niederlage, wie 1:0-Torschütze Niklas Pollex sagte, dann aufgearbeitet werden. "Wir lassen uns nicht unterkriegen und werden weitermachen."

 

   

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