"Wenn ich schon Gelb habe …": Ende ärgert sich über Platzverweis

Er ist gestoppt, der Erfolgslauf von Fortuna Düsseldorf: Nach zehn Punkten aus den letzten vier Partien musste sich der Zweitliga-Absteiger im Westschlager in Aachen mit 0:1 geschlagen geben. Dass die Fortuna dabei fast eine halbe Stunde lang in Unterzahl agieren musste, ärgerte Trainer Alexander Ende.

Kritik an Egouli

In der Nachspielzeit hatte Schleusener nochmal die Chance auf den Last-Minute-Ausgleich, jedoch wurde der Schuss zur Ecke geblockt, die dann nichts mehr einbrachte. So stand am Ende die erste Niederlage seit Mitte August. Womöglich hätte es nach dem frühen Rückstand in der 10. Minute noch zu einem Punkt gereicht, wenn Elias Egouli nach 62 Minuten nicht vom Platz geflogen wäre. Der Innenverteidiger hielt Schroers am Arm fest und sah dafür Gelb. Und weil Egouli bereits in der ersten Halbzeit verwarnt worden war, gab es dafür Gelb-Rot. Zur – allerdings auch unstrittigen – Entscheidung von Schiedsrichter Konrad Oldhafer wollte sich Trainer Alexander Ende bei "MagentaSport" zwar aus Prinzip nicht äußern, meinte dafür aber in Richtung Egouli: "Wenn ich schon Gelb habe, muss ich sensibilisiert sein."

Eine klare Kritik am Zweikampfverhalten des 24-Jährigen, der seiner Mannschaft mit dem unnötigen Foulspiel einen Bärendienst erwies. Alles Weitere soll dann intern besprochen werden, wobei Ende festhielt: "Der Platzverweis hat uns natürlich nicht in die Karten gespielt." Gerade am Ende einer Englischen Woche, wenn die Kräfte langsam ausgehen. Doch nicht nur deswegen: "Bis zu der gelb-roten Karte hatte ich das Gefühl, dass wir zurückkommen." Schon gegen Duisburg und Regensburg war das zuletzt gelungen, mit einem Mann weniger nun allerdings nicht.

"Nicht wach genug" vor Gegentor

Die Niederlage allein am Platzverweis und der Aktion von Egouli festmachen wollte der Fortuna-Coach, der an diesem Samstag seinen 47. Geburtstag feierte, aber nicht. Stattdessen übte er auch Kritik am Abwehrverhalten beim Gegentor. "Du kannst nicht 20 Meter vor dem Tor meinen, dass du zehn Sekunden Zeit hast, den Ball weiterzuleiten. Da waren wir nicht wach genug." Die Worte richteten sich an Andreas Müller, der das Spielgerät vor dem eigenen Strafraum leichtfertig hergab. Bei der anschließenden Flanke von Wagner vermisste Ende zudem die Boxverteidigung. "Es sind zwei Leute in der Box, die markiert werden müssen. Der Ball darf dann niemals auf die Innenbahn kommen."

Das Tor sei "symptomatisch" gewesen, so der Fortuna-Coach. "Wir wussten, dass Aachen auf die Jagd nach dem Ball geht." Davor hatte er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag sogar noch gewarnt – ohne Erfolg. "Da hätten wir einfach schlauer sein müssen." Und während F95 hinten einmal nicht aufpasste, ging nach vorne insgesamt nur wenig. "Wir waren in der Positionierung nicht gut genug, um die tiefen Wege bespielen zu können", analysierte Tim Oberdorf. Zwar habe die Mannschaft zum Schluss nochmal alles versucht, "leider hat es nicht mehr gereicht".

"Nach der Pause wieder angreifen"

Durch die Niederlage musste Düsseldorf die Aachener in der Tabelle vorbeiziehen lassen und ist nun Neunter. "Nach der Pause wollen wir wieder angreifen", kündigte Oberdorf an. Bevor es nach der langen Länderspielpause in drei Wochen gegen Verl geht, steht am kommenden Mittwoch erstmal noch das Landespokalspiel bei Bezirksligist Schwarz-Weiß Alstaden an. "Da wollen wir nochmal alles investieren, um eine Runde weiterzukommen", blickte Ende voraus, der zehn Punkte nach sieben Spielen vor drei Wochen "definitiv" unterschrieben hätte. "Heute vor dem Spiel allerdings nicht."

 

   

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