Solidarität in der Corona-Krise: Wie die Drittligisten helfen

Trotz ihrer eigenen Probleme durch die Corona-Krise setzen viele Drittliga-Klubs sowie ihre Spieler und Anhänger in der momentanen Situation auch wichtige Zeichen für gesellschaftliche Solidarität. Die Aktionen reichen von moralischer Unterstützung über die Bereitstellung von Klubflächen für medizinische Maßnahmen und Hilfe bei Alltagsbesorgungen bis hin zu finanziellen Zuschüssen für öffentliche und private Sozialprojekte.

Spenden in Haching und Münster

Handfeste Hilfe leisten etwa die SpVgg Unterhaching und ihre Profis. Die Spieler müssen zwar ungeachtet der Schwierigkeiten nicht auf ihre Gehälter verzichten, erklärten sich aber zugleich zu einer gemeinsamen Spende mit ihrem Klub für die Hilfsmaßnahmen ihrer Heimatgemeinde vor den Toren Münchens bereit. "Die Jungs sind von sich aus auf mich zugekommen und haben gesagt: 'Im Gegenzug spenden wir was und der Verein wird was drauflegen, auch für die Gemeinde Unterhaching, die ein super Krisenmanagement momentan macht'", berichtet Präsident Manfred Schwabl.

Geld bringt auch die Hilfsaktion der aktiven Fanszene von Preußen Münster in die Kasse des Altenhilfsvereins "Lichtblick Seniorenhilfe“. Die Anhänger unterstützen den Verein mit Spendenerlösen, T-Shirt-Verkäufen und der Weiterleitung der Kostenerstattung für den abgesagten Sonderzug zum Preußen-Auswärtsspiel nach Chemnitz. "Viele von uns sehen sich aktuell erstmals mit Ängsten vor ernsthaften finanziellen Problemen, Sorgen um gefährdete Familienmitglieder und den Auswirkungen der sozialen Isolation konfrontiert. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nun nicht auch gedanklich in unsere eigenen vier Wände zurückziehen, sondern solidarisch denken und handeln“, heißt es in einer Mitteilung der Fanszene.

Der FC Ingolstadt stellt den Parkplatz vor dem Audi-Sportpark für die Errichtung einer Corona-Teststation zur Verfügung. "Wir sind glücklich, dass auf unserem Gelände ein Beitrag zum Kampf gegen Corona geleistet werden kann“, sagte FCI-Geschäftsführer Franz Spitzauer. Darüber hinaus geben die Schanzer auf ihrer Homepage Tipps und Tricks, um die aktuelle Situation bestmöglich zu überstehen.

Konkrete Hilfe gegen die medizinischen Auswirkungen der Pandemie wollen auch die Fans von Hansa Rostock leisten. Die Anhänger der "Kogge" rufen angesichts sinkender Blutreserven zu verstärkten (ungefährlichen) Blutspenden auf und werden dabei auch vom Verein unterstützt. Waldhof Mannheim spielt die Saison derweil virtuell zu Ende. Ein Drittel der Einnahmen aus dem virtuellen Ticketverkauf soll unter allen Drittligisten verteilt, ein weiteres Drittel an die Weltgesundheitsorganisation WHO gespendet werden.

Einkaufshilfen in mehreren Städten

Zahlreiche Klubs bemühen sich um spürbare Erleichterungen für Hilfsbedürftige im alltäglichen Leben. Helfer von Eintracht Braunschweig, Fans des 1. FC Kaiserslautern und von Carl Zeiss Jena gehen auf unterschiedliche Weise betroffenen Menschen bei Alltagsaufgaben wie Einkauf und Rezept- und Medikamentenbeschaffung zur Hand. Ähnliche Aktionen gibt es auch in Würzburg und in Ingolstadt.

Beim FCK ist die Hilfe durch die Aktion "Betze hilft" besonders auf infizierte oder wegen eines Corona-Verdachts unter Quarantäne stehende Anhänger der Pfälzer ausgerichtet. "Wir wollen FCK-Fans helfen, die betroffen sind. Uns geht es um den Verein, aber auch um die FCK-Fans. Wir sind eine Familie“, sagte Mitinitiator Frieder Mathis.

An der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls bei den Bürgern ihrer Städte beteiligen sich der 1. FC Magdeburg und Fans des Halleschen FC und des FSV Zwickau. Der FCM spielte vor einigen Tagen in seiner leeren Arena das "Magdeburger Lied“, als die Menschen in der Elbestadt zur Solidarisierung der Bevölkerung an Fenstern und auf Balkonen sangen. HFC-Anhänger demonstrierten über einer zentralen Stelle der Saalestadt durch ein Banner mit der Aufschrift "Wir sind die Stadt, die jede Krise meistert. Danke an alle Helfer“ ebenso Solidarität wie Zwickauer Fans, die vor einer Klinik mit dem Schriftzug "Wir sagen Danke für Eure Arbeit Tag für Tag – auch in dunklen Zeiten steht Ihr da“ die Arbeit des medizinischen Personals würdigten (Foto oben). Zudem hat das Fanprojekt Zwickau ebenfalls zu Blutspenden aufgerufen.

   
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