Siegloser Februar: FSV-Frust über "zwei verlorene Punkte"

Türkgücü Münchens Last-Minute-Ausgleich traf den FSV Zwickau mitten ins Herz. Das 1:1 beim Aufsteiger an der Isar fühlte sich für die Westsachsen naturgemäß wie eine Niederlage an – und war zum Monatsabschluss bezeichnend für die Sieglosigkeit im gesamten Februar.

"Müssen das über die Bühne bringen"

"Das sind zwei verlorene Punkte", ärgerte sich Zwickaus Torschütze Manfred Starke (88.) im Vereins-TV über den Gegentreffer der Platzherren in der Nachspielzeit und machte seine Unzufriedenheit auch am "MagentaSport"-Mikrofon deutlich: "Wenn wir drei Minuten vor Schluss in Führung gehen, müssen wir das auch über die Bühne bringen und den Sieg mitnehmen." Auch Starkes Teamkollege Nils Miatke bezeichnete das Remis angesichts des leichtfertig verspielten Erfolgs als "extrem ärgerlich“. FSV-Trainer Joe Enochs entschied sich unterdessen im "Telekom"-Interview trotz des vierten Spiels der Schwäne nacheinander ohne Erfolgserlebnis für den seiner Meinung nach erfreulicheren Blick auf das große Ganze. "Solche Auftritte sind genau das, was wir sehen wollen. Wenn wir weiter so auftreten, werden wir noch öfter gewinnen als verlieren", resümierte der Coach.

Mit etwas Abstand konnte auch Starke der Vorstellung beim ambitionierten Neuling und selbsternannten Aufstiegsanwärter positive Aspekte abgewinnen: "Wir haben gezeigt, dass wir immer ernst genommen werden müssen und immer die Möglichkeit haben, auch zu gewinnen." Die nachträgliche Gelassenheit im Gäste-Lager im Umgang mit dem liegen gelassenen Sieg ist natürlich auch auf die weiterhin vergleichsweise entspannte Tabellensituation zurückzuführen. Denn der Auswärtspunkt vergrößerte Zwickaus Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf immerhin schon sechs Zähler.

Enochs rüffelt Türkgücüs Co-Trainer Pummer

Unmittelbar nach der laut Enochs "wilden“ Schlussphase jedoch war die Anspannung noch größer. Der FSV-Coach geriet vor dem Gang in die Kabine wegen einer vermeintlich unsportlichen Attacke von der Bank der Platzherren noch mit Türkgücüs Assistenztrainer Andreas Pummer aneinander und schrieb seinem Gegenüber klare Worte ins Stammbuch: "Beim Gegentreffer hat irgendeiner von der Türkgücü-Bank Hütchen in unsere Richtung geworfen. Das fand ich nicht so schön. Und wenn irgendein Co-Trainer unsere Spieler nach dem Spiel anmacht, finde ich das auch nicht gut. Das gehört sich einfach nicht."

Auf der Rückfahrt hatte der FSV-Tross allerdings auch diesen Zwist bereits wieder vergessen. Miatke richtete vielmehr den Blick schon nach vorne auf das nächste Spiel am Freitag gegen Münchens Mitaufsteiger SC Verl: "Wir müssen uns jetzt den Mund abputzen, das unglückliche 1:1 abhaken und uns dann auf Verl vorbereiten."

   
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