Serie gerissen: Wiesbaden verzweifelt an Chancenverwertung

Siegesserie beendet! Nach zuvor vier Siegen in Folge ging der SV Wehen Wiesbaden beim 0:1 (0:1) gegen den SV Meppen erstmals ohne drei Punkte vom Feld. Gleichzeitig war es für die Hessen die erste Heimniederlage nach saisonübergreifend elf Heimspielen. Die gegen den Aufsteiger aus Meppen gehörte in die Kategorie "absolut vermeidbar".

Rückschlag kurz vor der Pause

Personell war SVWW-Trainer Rüdiger Rehm zu einigen Umstellungen gezwungen. Steven Ruprecht (Gelb-Rot) und Robert Andrich (fünfte Gelbe Karte) waren gesperrt, Philipp Müller stand angeschlagen erst gar nicht im Kader. Mannschaftskapitän David Blacha saß zunächst auf der Bank. Dafür spielten Sören Reddemann, Niklas Dams, Alf Mintzel und Patrick Breitkreuz. Viele Höhepunkte wurden im ersten Durchgang vergebens gesucht. Aufsteiger Meppen war nur auf Konter und eine stabile Defensive aus. Die beiden vordersten Offensivspieler Benjamin Girth und Martin Wagner agierten erst auf Höhe der Mittellinie. Entsprechend schwer taten sich die Hessen Lücken in der Defensive der Meppener zu finden.

Und wenn der SVWW doch mal durch die dicht gestaffelte Defensive durchkam, stoppten die Meppener mit Fouls und Nickligkeiten vielversprechende Angriffe. Eine Ausnahme in der 29. Minute. Trotz eines nicht geahndeten Fouls von Jovan Vidovic an Manuel Schäffler setzte sich der Stürmer durch und brachte den Ball zu Patrick Breitkreuz. Meppens Torhüter Erik Domaschke griff am Ball vorbei, Breitkreuz gelang es aber nicht, den Ball aus kurzer Distanz an zwei auf der Linie stehenden Meppenern vorbei zu bringen. Von Meppen kam unterdessen offensiv nicht viel – bis kurz vor der Pause. Bei einem Konter gelangte der Ball auf die rechte Seite. Die Flanke verlängerte Nico Granatowski per Kopf auf Benjamin Girth, der aus möglicherweise abseitsverdächtiger Position zur Führung traf (42.). So ging es auch in die Pause.

"Sie haben gesagt, dass er drin war"

Der SVWW nahm unmittelbar nach der Pause wieder das Heft des Handelns in die Hand. Vor allem die beiden eingewechselten Offensivspieler Stephan Mvibudulu und Agyemang Diawusie sorgten für das dringend benötigte Tempo im Spiel der Hessen. Nach einer Flanke von der rechten Seite köpfte Schäffler aufs Tor. Domaschke wehrte den Ball hinter der Torlinie stehend ab (58.). Aber weder der Schiedsrichter, noch sein Assistent haben den Ball hinter der Linie gesehen (58.) – auch die TV-Bilder konnten sie Szene nicht auflösen. Die Meppener Ersatzspieler, die sich direkt neben dem Tor warm gemacht hatten, dagegen schon: "Sie haben gesagt, dass er drin war", so Meppen-Trainer Christian Neidhart nach dem Spiel gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nur zwei Minuten später zwang Schäffler Domaschke zu einer Fußparade (60.). Drei weitere Minuten später stand wieder Schiedsrichter Börner im Blickpunkt. Diawusie wurde im Strafraum zu Fall gebracht – einen Elfmeter gab es nicht, stattdessen entschied der Schiedsrichter auf Schwalbe.

Und aus Sicht der Hausherren wurde es nicht besser. Zunächst scheiterte Schäffler per Kopf am erneut gut reagierenden Domaschke (71.). Dann setzte sich der Stürmer mustergültig durch und bediente Diawusie im Rückraum. Der 19-Jährige brachte den Ball aber nicht an zwei auf der Linie stehenden Meppenern vorbei (73.). Meppen kam mit seinen zehn Feldspielern kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Eine von zwei Ausnahmen gab es in der 76. Minute, als Martin Wagner plötzlich alleine vor SVWW-Torhüter Markus Kolke stand aber vergab. Auf der Gegenseite verpassten sowohl Sascha Mockenhaupt (89.) als auch Schäffler (90. +1) aus kurzer Distanz den eigentlich längst überfälligen Ausgleich. Somit blieb es beim glücklichen Sieg des Aufsteigers.

Schäffler: "Musst mindestens Unentschieden spielen“

Nach dem Spiel stellten die Hessen vor allem zwei Punkte in der Analyse hervor. "Ich glaube, mit den Chancen in der zweiten Halbzeit musst du mindestens Unentschieden spielen“, so Manuel Schäffler nach dem Spiel gegenüber dem Vereins-TV. "Wenn das 1:1 fällt, dann geht das Spiel nochmal ganz anders aus. Und ich sag auch, der Kopfball war drin. Der Schiedsrichter hat es nicht so entschieden. Also können wir uns nichts für kaufen.“ Genauso war man beim Tabellenvierten aber auch der Ansicht, dass ein besseres Resultat im ersten Durchgang vergeben wurde. "Die erste Halbzeit war, glaube ich, die schlechteste, die wir bis jetzt unter dem neuen Trainer gespielt haben. Das ist einfach zu wenig. Klar, in der zweiten Halbzeit haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt, haben uns viele Chancen erarbeitet. Aber verkackt haben wir es in der ersten Halbzeit“, so Innenverteidiger Sascha Mockenhaupt. Und SVWW-Trainer Rüdiger Rehm: "Wenn wir so eine Halbzeit spielen, ist das nicht das Gesicht, was wir die letzten Wochen gezeigt haben."

Durch die Siege der Konkurrenz beträgt der Abstand des SV Wehen Wiesbaden auf den Tabellendritten Fortuna Köln vier Punkte. Der Tabellenzweite 1. FC Magdeburg ist bereits sieben Punkte entfernt. Am nächsten Samstag ist der SVWW ab 14 Uhr beim Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers gefordert.

 
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