Seit vier Spielen ohne Sieg: Lieberknecht bangt um Aufstieg

Was ist nur mit dem MSV Duisburg los? 20 Spieltage lang führten die Zebras die Tabelle an, doch nach der Niederlage in Köln und dem schon vierten sieglosen Spiel in Folge ist der MSV nur noch Vierter. Trainer Torsten Lieberknecht hat Angst davor, durchgereicht zu werden – und bangt um den Aufstieg.

Lieberknecht niedergeschlagen

Zwei Fragen bekam Lieberknecht auf der Pressekonferenz im Anschluss an die 0:1-Pleite bei der Viktoria gestellt. Eine davon lautete: "Befürchten Sie, aufgrund des Substanzverlusts im kleinen Kader in der Tabelle durchgereicht zu werden und den DFB-Pokal-Platz sowie den Aufstieg zu verspielen?" Die Antwort des MSV-Trainers darauf fiel kurz und prägnant aus: "Ja!". Die Sorgen des 46-Jährigen lassen sich auch durchaus nachvollziehen. Schließlich gewann der MSV seit dem Re-Start nur zwei von acht Partien und ist nun bereits seit vier Spielen sieglos. Und das ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison. Beim Spiel in Köln hatten die Duisburger lange keinen Zugriff und blieben offensiv über weite Strecken blass. "Bis zur 35. Minute haben wir gar nicht ins Spiel gefunden und uns von der Emotionalität anstecken lassen", zeigte sich Lieberknecht im Interview mit "Magenta Sport" sichtlich niedergeschlagen. "Auch von der Struktur her war es nicht das, was wir uns für unser Spiel vorstellen."

Zudem patzte Torhüter Leo Weinkauf wie schon vor einer Woche beim Spiel gegen den KFC Uerdingen folgenschwer: Ein Pass zu Marvin Compper geriet viel zu kurz, sodass Albert Bunjaku dazwischen spritzen konnte und nur noch einschieben brauchte. Lieberknecht nahm den 23-Jährigen, der auch viele gute Szenen hatte, in Schutz: "Ich denke, dass es das Beste ist, ihn erstmal in Ruhe zu lassen. Wir werden jetzt nicht den Stab über Leo Weinkauf brechen. Für ihn ist es wie für uns alle heute ein schwerer Tag – einer, mit dem wir umgehen müssen."

"Müssen die nächsten drei Spiele gewinnen"

Und dennoch: Die Enttäuschung über die Leistung seiner Mannschaft war dem MSV-Coach mehr als deutlich anzumerken: "Das Spiel sitzt mir gerade extrem im Rückenmark. Die Mannschaft, die auf dem Platz stand, muss definitiv in der Lage sein, ein besseres Spiel abzuliefern." Auch Leroy Mickels sprach am "Telekom"-Mikrofon von einer Niederlage, die "richtig weh tut". Der Weinkauf-Patzer spielte dabei natürlich ebenfalls eine Rolle, wenngleich Mickels die Niederlage nicht daran festmachen wollte: "Wir müssen vorne einfach die Dinger machen. Dann fällt so ein Fehler nicht so sehr ins Gewicht. Leo ist einer der besten Keeper der Liga." Der Druck vor den letzten drei Spielen könnte nun kaum größer sein – weiß auch Mickels: "Wir müssen nun die nächsten drei Spiele gewinnen." Dass das gelingen kann, davon ist der Offensivspieler überzeugt: "Unsere Mannschaft ist gut genug, um den Aufstieg zu packen!"

Noch hat der MSV trotz der Schwächephase alles in eigener Hand und hätte bei drei Siegen mindestens den vierten Platz, der derzeit zur Relegation berechtigt, sicher. Allerdings werden die Personalsorgen nicht geringer. Schon vor dem Spiel fehlten fünf Spieler, mit Migel-Max Schmeling, der mit einer Zerrung im Fußbereich verletzt ausgewechselt werden musste, und Vincent Vermeij, der nach einer Rangelei seine fünfte gelbe Karte sah, kommen noch zwei weitere Akteure hinzu. Die Hoffnungen liegen nun auf einem baldigen Comeback von Kapitän und Top-Torjäger Moritz Stoppelkamp. Noch ist aber offen, ob er am Samstag gegen Halle dabei sein wird. Klar ist dagegen: Drei Punkte sind Pflicht – ansonsten könnten sich Lieberknechts Sorgen tatsächlich bewahrheiten. 

 

   
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