"Sehr fragwürdig": Waldhof-Sportchef kritisiert DFB für Spielplan

Seit Montag bereitet sich der SV Waldhof Mannheim auf die restliche Saison vor. Schon in eineinhalb Wochen beginnt dann der Mammut-Januar mit sieben Spielen innerhalb von 22 Tagen. Ein Umstand, den Sportchef Jochen Kientz deutlich kritisiert.

"Gewisse Wettbewerbsverzerrung"

Erst das Heimspiel gegen Verl (8. Januar), dann vier Auswärtsspiele in Folge (Lübeck, Uerdingen, Halle und Köln) und schließlich die Partien gegen Dresden (heim) und Türkgücü (auswärts): Ein volles Programm also bis Ende Januar, dem Kientz nicht viel abgewinnen kann – im Gegenteil: "Grundlegend ist der Spielplan sehr fragwürdig. Es wird natürlich schon eine gewisse Wettbewerbsverzerrung geben", sagt er gegenüber dem "Mannheimer Morgen" und übt Kritik am DFB: "Irgendwo haben wir auch eine Verantwortung unseren Spielern gegenüber. Darüber sollte sich der DFB auch einmal Gedanken machen." Allerdings ist der Waldhof nicht der einzige Klub, der im Januar siebenmal gefordert ist: Auch auf Verl, Magdeburg, Unterhaching und Zwickau warten drei Englische Wochen in Folge.

Trainer Patrick Glöckner blickt dem Marathon zu Beginn des Jahres derweil mit ganz anderen Gefühlen entgegen: "Ich habe der Mannschaft am Montag gesagt, dass ich mich darauf freue, so viele Spiele zu haben. In England ist das normaler Modus. Wir sollen das mit positiver Energie angehen statt zu denken, dass es uns benachteiligt." Der 44-Jährige kündigt an: "Wir werden auf jeden Fall alle Register ziehen, um unseren Jungs die bestmögliche Regeneration zu bieten." Eine Option ist laut der Zeitung etwa, zwischen mehreren Auswärtsspielen nicht zurück nach Mannheim zu fahren. Klar ist aber bereits: Zu sämtlichen Partien wird der Waldhof mit dem Bus anreisen: "Die Flugoption haben wir schon gecheckt, da kommt leider nichts infrage. Die Flughäfen sind entweder zu weit weg oder es würde sich mit Umsteigeverbindungen nicht rentieren", so Glöckner.

Suche nach Innenverteidiger läuft

Mit an Bord soll dann möglichst auch ein neuer Innenverteidiger sein, da Jesper Verlaat mit einem Muskelfaserriss weiterhin ausfällt. "Wir haben die zweitjüngste Mannschaft der Liga und es würde uns guttun, ein bisschen Erfahrung dazu zu bekommen", umreißt Glöckner das Anforderungsprofil. Verpflichtet werden soll ein Spieler, der "gewisse Situationen" schon erlebt habe. "Wir brauchen eine Art Führungsspieler." Glöckner hofft auf zumindest eine Option, "damit wir in den Englischen Wochen rotieren können. Vielleicht kann der Neuzugang dann nicht alle sieben Spiele im Januar machen, aber zumindest drei oder vier".

Neben Verlaat stehen auch Max Christiansen (Muskelfaserriss), Marco Schuster (nach Leistenbruch), Dorian Diring (nach Knorpelschaden), Anthony Roczen (nach Innenbandriss) und Jan-Hendrik Marx (Patellasehnenprobleme) weiterhin nicht zur Verfügung. Arianit Ferati dagegen mischte am Montag nach einer Zerrung immerhin schon teilweise wieder mit, auch Schuster und Roczen machen Fortschritte. "Beide können am Dienstag den Laktattest mitlaufen, das ist schon einmal positiv", berichtet der Waldhof-Coach, bremst aber auch gleichzeitig: "Nach der Eingliederung muss man noch einmal mit etwa zwei Wochen Mannschaftstraining rechnen, damit man sieht, wie stark der Spieler belastet werden kann. Alles, was wir zu früh machen, kann uns hinten raus extrem wehtun." Und neue Personalsorgen kann sich der Waldhof aufgrund des dünnen Kaders und des straffen Programms in den nächsten Wochen nicht erlauben.

 
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