DFB ahndet sechs Vorfälle: FCM muss 63.650 Euro zahlen

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Empfindliche Geldstrafe für den 1. FC Magdeburg: Aufgrund von sechs Fällen eines unsportlichen Verhaltens der eigenen Anhänger ist der Zweitliga-Absteiger am Mittwoch vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Zahlung einer Strafe in Höhe von Höhe von 63.650 Euro verurteilt worden. Auch der MSV Duisburg und Carl Zeiss Jena wurden zur Kasse gebeten.

Pyro und Ausschreitungen geahndet

Der erste geahndete Vorfall ereignete sich bereits am 22. Dezember beim Spiel auf FC St. Pauli, als ein Magdeburger Zuschauer ein Feuerzeug in Richtung des Spielfelds warf und die DFB-Sicherheitsaufsicht an der Jacke traf. Außerdem wurde im Gästeblock ein Knallkörper gezündet, darüber hinaus versuchten nach Spielende etwa 30 Fans im Umlauf hinter dem Stehplatzbereich den Zaun zum Heimbereich zu übersteigen – Ordner verhinderten dies. Als die Polizei zur Verstärkung in den Bereich nachrückte, soll es nach DFB-Angaben zu einzelnen Auseinandersetzungen zwischen Magdeburger Zuschauern und der Polizei gekommen sein, wobei mehrere Personen leicht verletzt wurden.

Ebenfalls bestraft wurden die Vorkommnisse beim Spiel in Berlin am 12. Mai. Zunächst wurden mindestens 23 Rauchtöpfe gezündet, wodurch vier Personen verletzt wurden. Und nachdem Berliner Anhänger in der 81. Minute gestohlene Magdeburger Fanutensilien präsentiert hatten, versuchten einige FCM-Anhänger, mit einem Absperrgitter im Block die Plexiglasscheibe zum Nebenblock zu zerstören. Außerdem sei hinter dem Gästeblock ein Tor zum angrenzenden Bereich geöffnet worden, wodurch es zu Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Anhängerlagern kam. Aufgrund der Ausschreitungen musste das Spiel für etwa neun Minuten unterbrochen werden.

Bei der Partie gegen den 1. FC Köln am 19. Mai versuchten beiden Zuschauerlager die Trennung zum gegnerischen Block zu überwinden. Dabei wurden aus dem Magdeburger Block mindestens drei bengalische Feuer in den Gästeblock geworfen. Der Spielbetrieb musste aufgrund der Vorfälle für etwa sechs Minuten unterbrochen werden. Zudem brannten Magdeburger Zuschauer in der Nachspielzeit insgesamt 14 pyrotechnische Gegenstände ab. Der FCM hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Insgesamt musste der 1. FC Magdeburg in der vergangenen Saison 166.850 Euro an den DFB für Strafzahlungen überweisen.

MSV muss 12.000 Euro zahlen

Der MSV Duisburg ist unterdessen mit einer Strafe in Höhe von 12.000 Euro belegt worden, weil ein Fan beim Spiel gegen Ingolstadt am 6. April einen gefüllten Bierbecher in den Innenraum warf und mit dem Inhalt Ingolstadt-Trainer Tomas Oral am Rücken traf. Außerdem wurde das Schiedsrichtergespann nach Spielende beim Verlassen des Spielfeldes aus dem Duisburger Anhängerbereich mit Bier überschüttet. Der MSV hat das Urteil akzeptiert.

Für den FC Carl Zeiss Jena wird derweil eine Summe von 1.000 Euro fällig. Damit ahndete der DFB einen Vorfall beim Spiel in Zwickau am 17. Februar, als Jenaer Zuschauer die WC-Anlage des Gästebereichs beschädigten. Zudem wurde auch die Zugangsanlage im Jenaer Zuschauerbereich demoliert. In der Strafentabelle der Saison 2018/19 belegt der FCC mit einer Gesamtsumme von 52.160 Euro den dritten Platz.

   
  • Tobi

    Na das ist ja mal ne Hausnummer, der DFB lacht sich schlapp über diese beschränkten Pyromanen, egal welchem Verein diese zugetan sind. Bezüglich der Leute die meinen sie müssen sich gegenseitig aufs Maul haun erübrigt sich jeder Kommentar. Immer bedauerlich für die Vereine und traurig wie sich der Verband auf grund solcher Vorkommnisse immer weiter bereichern kann. Letztlich wird mit diesen teils drastischen Strafen das Ziel verfehlt denn diese sogenannten Fans zündeln munter weiter so lange sie das nicht selber löhnen müssen.

    • DM von 1907

      Und genau da sind die Vereine gefragt – und zwar alle betroffenen Vereine: Videomaterial auswerten, Täter ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen. Wäre man hierbei konsquenter, würden sich bald keine beschränkten Pyromanen mehr schlapp lachen …

      • Philipp Schramm

        Das "Problem" wird aber sein, das es ofmals nicht die Fans sind, die die Pyrotechnik in das Stadion bringen, zumindest nicht diese Massen, die da teilweise abgefeuert werden.
        In diesem Falle sind die Vereine auch gefordert, zu unterbinden, das es nicht sein kann, das bestimmte Leute ungehinderten Zutritt haben.
        Aber auch auf die Fans, die diese Pyrotechnik abfeuern, müssten drastische Strafen zukommen. Sollten sie Vereinsmitglied sein, sofortiger Rauswurf, beim erstem Vorfall ein zeitlich begrenztes Stadionverbot (bundesweit), im Wiederholungsfalle dann ein lebenslanges Stadion (bundesweit).

        Und an alle, die immer meinen, der DFB solle doch endlich Pyrotechnik in Stadien genehmigen/legalisieren, ER DARF ES NICHT.
        Würde der DFB/die DFL das machen, würde sie selbst gegen bestehnde Gesetze verstoßen, also bleibt dem DFB/der DFL nichts anderes übrig, als diese Vorgehensweise weiterhin zu sanktionieren.

        Anscheinend sind aber die Strafen, die der DFB aufruft immer noch zu gering, als das die Vereine selbst tätig werden.
        Auch wäre ich dafür, das Blocksperren und/oder sogar "Geisterspiele" wieder als Strafe eingeführt werden. Ich denke. das würde die Vereine härter treffen und wenn das öfters vorkäme auch zum stärkerem Handeln gegenüber dieser Pyromanen zwingen, denn kein Verein möchte die halbe Saison für halb- oder gar komplett leerem Stadion spielen.

      • karl

        das kann nur jemand schreiben der zu hause vorm fernseher schaut /wenn überhaupt

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