"Schwer, das hinzunehmen": Schiri-Ärger bei Viktoria Köln
Nur einen statt drei Zähler: Gegen den FC Erzgebirge Aue erspielte sich Viktoria Köln zunächst eine 2:0-Führung, gab diese aber wieder aus der Hand und musste sich mit einem Remis zufriedengeben. Nach dem Spiel diskutierten die Hausherren besonders über einen nicht gegebenen Elfmeter und den Freistoß vor dem 2:2.
"Dann tut es weh"
Es lief die 79. Minute, als Münst einen Pass in den Strafraum brachte und Zank diesen annehmen wollte. Doch Aue-Keeper Männel rauschte aus dem Tor, traf nur die Beine des Viktoria-Stürmers und durfte sich anschließend glücklich schätzen, dass die Pfeife von Schiedsrichter Martin Wilke stumm blieb. Wenig später erzielte Aue das 2:2, was den Kölnern die Karnevals-Fete endgültig versaute. Nach dem Spiel wurde Leonhard Münst im Interview bei "MagentaSport" nach der Szene gefragt, die Antwort sprach für sich: "Ganz klar Elfmeter", denn "Zank ist zuerst am Ball".
Auch Trainer Marian Wilhelm beschwerte sich vehement über die Entscheidung des Spielleiters: "Es ist schwer, das hinzunehmen. Ich finde es schade, dass wir so oft darüber sprechen", verwies er auf die anhaltenden Diskussionen über Fehlentscheidungen in der 3. Liga, zeigte aber auch Verständnis für die Schiedsrichter: "Sie stehen ebenfalls unter enormen Druck. Da müssen wir einfach in den Austausch gehen. Denn wenn es so einen Einfluss nimmt, dann tut es weh."
Sein Team habe "über weite Strecken ein richtig gutes Spiel" gemacht, doch am Ende gab es "ein, zwei Momente, die das Spiel killen". Dementsprechend fühle es sich "im Moment sehr, sehr schwer an", gestand Wilhelm ein, der auch beim Freistoß vor dem 2:2 seine Zweifel hatte: "Den darf es nicht geben, Münst spielt klar den Ball."
"Eines der besten Spiele"
Doch nicht nur die strittigen Entscheidungen, sondern auch die verspielten Punkte trafen ins Herz. Als "maximal beschissen" bezeichnete Münst das Remis, "vor allem wenn du 2:0 in Führung gehst, das Tor früh in der 2. Halbzeit machst und zuhause spielst". Es könne "gar nicht sein, dass wir das Spiel aus der Hand geben", blieb der am 2:0 beteiligte Mittelfeld-Mann am Mikrofon fassungslos zurück, denn es war "über weite Strecken eines der besten Spiele dieser Saison". Allerdings gestand Münst ebenfalls, dass sein Team es in den zweiten 45 Minuten hätte besser machen können: "Ich glaube in der zweiten Hälfte haben wir dahingehend viel Körner gelassen, dass wir es im Pressing nicht mehr so gut gemacht haben, oft auch den Zugriff verloren haben und dann überspielt wurden".
Durch den Zähler verpasst die Viktoria zwar, den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auszubauen, liegt aber weiterhin im sicheren Mittelfeld. Das werde auch nichts an der Philosophie des Vereins ändern: "Wir wollen Spieler entwickeln, das ist unser Fußball", machte Wilhelm im Interview deutlich. Es falle ihm schwer "mit den Spielern ins Gericht zu gehen", denn es habe "nicht viele Situationen" gegeben, in denen Aue viel Torgefahr ausgestrahlt habe. Dennoch monierte der Coach die fehlende Abstimmung beim Anschlusstreffer, beim Ausgleich mache es der Gegner "in der Situation auch gut". Gegen den kommenden Gegner, der U23 der TSG Hoffenheim, könnte dieser Auftritt trotz des Ergebnisses ein Mutmacher sein.