Schuster legt beim FCK los: "Wir können nichts verlieren"

Erst am Dienstag verpflichtet, leitete Dirk Schuster bereits am Mittwochnachmittag das erste Training des 1. FC Kaiserslautern. Um den Aufstieg über die Relegation zu schaffen, "braucht es nun jeden Einzelnen", machte der neue FCK-Coach auf einer Pressekonferenz deutlich. Verlieren könne Lautern nichts.

"Enttäuschung in positive Energie umwandeln"

Gut gelaunt, mit zahlreichen Anekdoten ausgestattet und kämpferisch: So präsentierte sich Dirk Schuster am Mittwochnachmittag bei seiner ersten Pressekonferenz. Auffällig: Anders als sein Vorgänger war er deutlich redseliger, sodass man zwischenzeitlich den Eindruck bekam, einem Trainerlehrgang beizuwohnen. Zurückblicken wollte er aber nicht: "Die Mannschaft hat mit dem Trainerteam um Marco Antwerpen eine richtig gute Runde gespielt. Jetzt stehen wir vor den entscheidenden Spielen, um diese Saison erfolgreich zu beenden." Das Ziel ist klar: In der Relegation soll der Aufstieg her. "Wir müssen die Enttäuschung, den direkten Aufstieg verpasst zu haben, in positive Energie umwandeln", gab der 54-Jährige die Richtung vor. "Wir wollen die Kritiker mit Leistung überzeugen."

Damit das gelingt, "brauchen wir jetzt jeden einzelnen Spieler und Fan", will Schuster alle mitnehmen. Sein erster Eindruck von der Mannschaft: "Zu Beginn der Einheit war sie sehr ruhig, da hat mir das Leben gefehlt." Mit zunehmender Dauer sei das Team aber mit immer mehr Begeisterung dabei gewesen, sodass zum Abschluss ein "wildes Trainingsspiel" entstand, wie der neue FCK-Coach berichtete. "Ein paar Feinjustierungen" müssten in den nächsten Tagen noch vorgenommen werden – etwa, was die Raumaufteilung angehe. Gleichzeitig kündigte Schuster aber an: "Wir wollen den Fußball nicht neu erfinden und alles auf links drehen." Vielmehr will er über "viele Einzelgespräche" in die Köpfe der Spieler kommen, denn neben körperlicher gehe es auch um geistige Frische.

Relegation als Chance sehen

Den Sprung über die Relegation packen zu können, bezeichnete Schuster als "Riesen-Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen". Er habe noch "viel Arbeit" vor sich, sei aber "sehr optimistisch. Wir können zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sein". Von der derzeit schlechten Stimmung im Umfeld will Schuster nichts mitbekommen haben. Stattdessen verwies er auf eine SMS von Weltmeister Guido Buchwald – der Inhalt: "Die komplette Pfalz steht hinter dir." Der 54-Jährige warb dafür, die Relegation als Chance und als etwas Positives zu sehen. "Wir können doch gar nichts verlieren, sondern haben die große Möglichkeit, als Drittligist in die 2. Liga aufzusteigen." Wie man eine Relegation erfolgreich bestreitet, zeigte er bereits vor acht Jahren mit Darmstadt 98 gegen Arminia Bielefeld: Nachdem das Hinspiel mit 1:3 verloren ging, setzte sich Darmstadt im Rückspiel auf höchst dramatische Weise mit einem Tor in der Nachspielzeit der Verlängerung durch und stieg damit in die Bundesliga auf.

Schuster unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre, der auch für die 3. Liga gültig ist, falls der Aufstieg nicht gelingen sollte. Doch daran will Lauterns neuer Coach noch nicht denken. Der Fahrplan für die nächsten Tage: Am Freitag ist ein internes Testspiel geplant, am Sonntag reist Schuster nach Dresden, um Dynamo gegen Erzgebirge Aue vor Ort zu beobachten. Das tat er "aus Zufall" bereits am vergangenen Samstag beim Auswärtsspiel der SGD in Karlsruhe. Am Montag erfolgt dann der scharfe Trainingsstart, zum Hinspiel auf dem Betzenberg am 20. Mai soll es in ein Tageshotel gehen. Gelingt so der von Sportchef Thomas Hengen geforderte Turnaround?

   
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