Schubert: "Die Situation ist ernst, das spüren auch alle"

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Der nächste Neuanfang bei Eintracht Braunschweig: Nachdem Henrik Pedersen gescheitert und seit Mittwochvormittag Geschichte ist, soll nun André Schubert die Löwen wieder in die Erfolgsspur bringen. Am Donnerstag wurde der 47-Jährige offiziell vorgestellt.

"Bin nicht Pep Guardiola"

Keine Frage: Die Aufgabe, vor der Schubert bei Eintracht Braunschweig steht, ist groß – ebenso die Erwartungen und Hoffnungen. Mit nur acht Punkten aus elf Spielen belegt der Zweitliga-Absteiger momentan den letzten Tabellenplatz und hat bereits vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. "Das ist eine Aufgabe", sagte Schubert bei seiner Vorstellung am Donnerstag und sprach von einer "schwierigen Situation", in der sich die Löwen befänden. Dennoch steht für den 47-Jährigen fest: "Die Mannschaft hat ein anderes Potenzial als den letzten Tabellenplatz." Ohnehin sei der BTSV aufgrund seiner "guten Bedingungen" und der "großen Fan-Basis" kein "gewöhnlicher Drittligist."

Dass er noch vor zwei Jahren bei Borussia Mönchengladbach in der Champions-League auf der Bank saß und nun den Tabellenletzten der 3. Liga trainiert, "mag für den einen oder anderen sicher ungewöhnlich sein", räumte der 47-Jährige ein, schob aber hinterher: "Für mich nicht. Ich habe immer Dinge gemacht, von denen ich überzeugt bin." Zumal er nicht er nicht Pep Guardiola sei, "der sich den Champions-League-Klub aussuchen kann." Vor diesem Hintergrund sei auch die langfristige Unterschrift bis 2021 zu verstehen. Für die Regionalliga gelte der Vertrag allerdings nicht, wie Schubert verriet.

Schubert auch als Psychologe gefragt

Zunächst gehe es für den 47-Jährigen nun darum, die Mannschaft kennenzulernen – da kommt die Länderspielpause an diesem Wochenende gerade recht. Erste Gespräche, unter anderem mit den Mannschaftsrat, habe Schubert am Mittwoch bereits geführt. "Die Jungs spüren die Verantwortung", berichtete der neuer Löwen-Coach. Im Training will Schubert nun schauen, "was wir besser machen müssen." Klar sei: "Wir wollen die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs vergrößern." Auch der Kopf spiele dabei natürlich eine "große Rolle", wie Schubert bekräftigte: "Wir müssen lernen, auch mit Rückschlägen umgehen zu können." Das gelang der Mannschaft zuletzt nicht.

Als reiner Psychologe sieht sich der 47-Jährige aber nicht: "Ich will der Mannschaft meine Idee vom Fußball vermitteln." Ein Trainer des langen Balls sei er nicht, stattdessen bevorzugt Schubert ein "mutiges und offensives Spiel". Dass die Mannschaft über 90 Minuten kämpfen müsse, sei selbstverständlich: "Diese Frage stellt sich gar nicht, weil das zur Basis gehört." Worte, die man in Fan-Kreisen gerne hören dürfte. Ohnehin appelliert Schubert an die Anhänger, wenngleich er die Angst der Fans vor dem totalen Absturz nachvollziehen könne: "Wir müssen jetzt unsere Kräfte bündeln. Ich kann daher nur bitten: Steht hinter der Mannschaft und raunt nicht nach vier Fehlpässen."

"Mache hier nicht den Li-La-Launebär"

Schubert will in den nächsten Tagen für eine positive und gute Stimmung im Training sorgen: "Was in den letzten Wochen passiert ist, müssen wir abschütteln." Die junge Mannschaft, weiß der 47-Jährige, verfüge über viel Potenzial – "doch das bringt natürlich noch keine Punkte." Auch technisch und taktisch sieht Schubert die Mannschaft nach seinen bisherigen Eindrücken auf einem "gutem Niveau".

Am Donnerstagnachmittag um 15:30 Uhr bittet Schubert zum ersten Training und erhält dabei Unterstützung von NLZ-Leiter Sascha Eickel, den er noch aus Paderborn kennt. Sein Debüt feiert der 47-Jährige am 20. Oktober beim Auswärtsspiel in München, ehe es gegen Osnabrück, Großaspach, Uerdingen und Münster geht. "Das ist ein dickes Brett", weiß Schubert und stellte mit ernster Miene klar: "Ich mache hier nicht den Li-La-Launebär. Die Situation ist ernst. Das spüren auch alle."

Suche nach Arnold-Nachfolger dauert an

Während weitere Verstärkungen vorerst nicht geplant seien, läuft die Suche nach einem neuen sportlichen Leiter weiter auf Hochtouren, wie Präsident Sebastian Ebel durchblicken ließ. Mit Schubert, so der 55-Jährige weiter, "haben wir jemanden gefunden, der aufgrund seiner Erfahrung der richtige ist, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen." Zudem hofft Ebel auf Beistand von oben: "Wenn der liebe Gott ein Einsehen hat, bringt er das Glück wieder zurück." Doch darauf wird sich André Schubert wohl kaum verlassen wollen. Auf die Frage, was die Spieler beim ersten Training erwartet, antwortete der neue BTSV-Coach trocken: "Arbeit".

   

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