Schubert: "Tabellensituation interessiert uns nicht"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Braunschweigs Cheftrainer André Schubert über den Aufschwung beim Zweitliga-Absteiger, die vielen Rückholaktionen im Winter, die kuriose vergebene Torchance beim jüngsten 3:0-Erfolg gegen Meppen und das kommende Duell bei den Sportfreunden Lotte.

"Die Entwicklung ist positiv"

liga3-online.de: Nach dem 3:0-Erfolg gegen den SV Meppen rangiert Eintracht Braunschweig erstmals seit dem 2. Spieltag wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Wie fühlt sich das an, Herr Schubert?

André Schubert: Ganz ehrlich? Die aktuelle Tabellensituation interessiert uns genauso wenig, wie vor ein paar Wochen, als wir noch Schlusslicht waren. Natürlich haben wir uns über die drei Punkte gefreut. Alles andere ist aber unwichtig. Was zählt, ist einzig und allein unsere Platzierung nach dem 38. Spieltag.

Der Sprung aus der Abstiegszone kam nicht von ungefähr, nur eines der letzten elf Spiele ging verloren (2:3 gegen Wehen Wiesbaden) und in der Rückrundentabelle ist Braunschweig Vierter. Was sind die Gründe für den Aufschwung in den letzten Monaten?

Kurz und knapp: Wir verteidigen ein bisschen besser und greifen etwas besser an. (lacht) Dass wir uns in der Defensive stabilisieren, hat sich bereits in den letzten Spielen vor der Winterpause angedeutet. Die Entwicklung ist positiv. Auch fußballerisch versuchen wir ständig, Schritte nach vorn zu machen – auch, wenn das nicht einfach ist, wenn man sich mitten im Abstiegskampf befindet.

In der Winterpause gab es mit acht Zugängen und zehn Abgängen den zweiten Umbruch innerhalb einer Saison. War der zwingend notwendig?

Ein erneuter Umbruch war es meiner Meinung nach nicht. Der Kader musste strukturell noch einmal verändert werden. Und diese strukturelle Veränderung war nach einer solchen Hinserie definitiv notwendig.

Mit Torwart Jasmin Fejzic, Verteidiger Benjamin Kessel oder auch Stürmer Julius Düker kamen einige ehemalige Eintracht-Spieler zurück nach Braunschweig. Wieso gab es so viele Rückholaktionen?

Das war tatsächlich purer Zufall. Wir haben Spielerprofile entwickelt und nach bestimmten Kriterien Ausschau nach möglichen Neuzugängen gehalten. Und dann waren es eben unter anderem ehemalige Braunschweiger, die in Frage kamen. Aber klar: Im Endeffekt ist es natürlich hilfreich, wenn ein neuer Spieler die Rahmenbedingungen bei einem Verein bereits kennt und dadurch weniger Zeit benötigt, um sich zu akklimatisieren.

 

"Begreifen, dass nicht alles automatisch funktioniert"

Beim jüngsten 3:0 gegen Meppen kam es zu einer kuriosen Szene. Manuel Janzer verhinderte ein sicheres Tor von Stephan Fürstner, weil er nach einer vergebenen Chance noch vor dem Meppener Tor lag. Wie haben Sie den Moment erlebt?

Es waren zwei vergebene Chancen, die ich registriert habe. Besondere Emotionen habe ich mit dieser Situation zunächst nicht verbunden. Im Nachgang der Partie sah das dann ein wenig anders aus.

Dann konnten vermutlich alle drüber lachen, oder?

Ja, weil es schon eine kuriose Szene war. Wir haben uns die Doppelchance in der Videoanalyse noch drei-, viermal angeschaut und hatten alle unseren Spaß dabei. (lacht) Aber Manuel hat auch eine Lehre aus der Situation gezogen. Wenn man eine Möglichkeit nicht nutzt, sollte man sich nicht zu lange darüber ärgern, sondern sofort weitermachen. Er hat auch nach Abpfiff selbstkritisch gesagt, dass er schneller aufstehen muss. Der Pechvogel der Woche  – wie er in den Medien teilweise bezeichnet wurde – war er aber sicher nicht. Wir haben 3:0 gewonnen und Manuel hat einen Elfmeter herausgeholt. Insgesamt war es auch für ihn ein erfolgreiches Spiel.

Was ist gefordert, um auch die kommenden Wochen erfolgreich zu gestalten?

Wichtig ist, dass wir begreifen, dass nicht alles automatisch funktioniert. Nur, weil die letzten Ergebnisse positiv waren, heißt das nicht, dass es so weitergehen muss. Wir müssen immer an unser Limit gehen, höchst konzentriert sein und uns außerdem weiter verbessern. Auch bei den Dingen, die schon gut klappen, gibt es Luft nach oben. Dazu zählt beispielsweise das Abwehrverhalten, an dem wir weiter feilen.

Am Sonntag geht es mit der Partie bei den Sportfreunden Lotte weiter. Ihre Meinung zum Gegner?

Lotte ist mental sehr stark und damit eine typische Drittligamannschaft. Die Sportfreunde stehen kompakt und verteidigen insgesamt gut. Auch beim jüngsten 0:2 gegen Kaiserslautern hat das Team lange die Null gehalten und musste die Gegentreffer erst in Unterzahl hinnehmen. Aufpassen müssen wir bei den Standards, bei denen Lotte ungemein gefährlich ist.

   

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