Schromm sieht Hachings Zukunft in der 2. Bundesliga

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Mit dem 4:0 gegen den Aufstiegsaspiranten aus Uerdingen hat die SpVgg Unterhaching zum Abschluss des Fußballjahres 2018 noch einmal aufhorchen lassen und sich selber in unmittelbarer Nähe zu den ersten drei Plätzen positioniert. In einem Interview mit dem "Merkur" sprach Hachings Trainer Claus Schromm nun über die Aufstiegsambitionen seines Vereins, die Situation in der 3. Liga und seinen eigenen Weg. 

"Die Braut Haching wird täglich attraktiver"

Wie schon in den vergangenen Spielzeiten mischt die kleine SpVgg Unterhaching die 3. Liga auf und steht wie kaum ein anderer Verein für erfrischenden und attraktiven Fußball. Mit 42 Treffern stellt der Verein aus dem Münchner Landkreis die mit Abstand beste Offensive der Liga und hat auch in der Defensive erst 20 Gegentreffer hinnehmen müssen, ganz zur Freude von Trainer Claus Schromm: "Ich saß letztes Jahr bereits zufrieden unterm Baum, das Jahr zuvor auch – eigentlich ist Weihnachten als Haching-Coach immer schön", verriet der 49-Jährige dem "Merkur".

Seit sechs Jahren ist Schromm mittlerweile bei der Spielvereinigung aktiv, ein halbes Jahr davon arbeitete er als Sportchef des Vereins. Und somit ist Schromm wohl genau der richtige Ansprechpartner, wenn es um die generelle Entwicklung des ehemaligen Bundesligisten geht. "Hinter den Kulissen war die Ausgliederung der Profiabteilung eine entscheidende Weichenstellung. Die Braut Haching wird täglich attraktiver für externe Partner", urteilt der Trainer, der dem Verein eine eindeutige sowie positive DNA attestiert. Schromm hofft, dass die Gemeinde dies genauso sieht. Schließlich stehen 2019 die Verhandlungen um das Stadion an, das der Verein gerne in Eigenregie betreiben und dann modernisieren lassen möchte.

Auf Dauer raus aus der "kranken" 3. Liga

Es wäre ein wichtiger Schritt, um sich weiter für höhere Aufgaben aufzustellen. Denn dass es für Unterhaching irgendwann in die 2. Bundesliga gehen muss, um weiter überleben zu können, ist allen Verantwortlichen im Verein klar. "Ich bin das sechste Jahr hier, davon haben wir vier Jahre 3. Liga gespielt. Schon im ersten Jahr sagte unser Präsident Manfred Schwabl: 'Wir müssen hier raus, hier gibt es kein Morgen'", erzählt Schromm und bezeichnet das System der Liga, in der alleine in den letzten beiden Jahren vier Vereine Insolvenz anmelden mussten, als "krank". Die Schuld daran schiebt er sowohl dem DFB als auch der DFL zu, die sich seiner Meinung nach "vernünftig an einen Tisch setzen" müssten, um dann eine Lösung präsentieren zu können. "Solange DFB-Chef Reinhard Grindel immer wieder sagen kann, sein Verband könne der 3. Liga nicht helfen, stimmt doch etwas an dem ganzen Konstrukt nicht."

Ob die SpVgg Unterhaching nicht schon am Ende der laufenden Spielzeit der Drittklassigkeit entfliehen kann, möchte Schromm derzeit aber noch nicht sagen. Angesprochen auf das Rückrunden-Ziel spricht der 49-Jährige von "Entwicklung" und will ganz bewusst das Wort Aufstieg vermeiden, dabei hat sein Team als Fünfter nur zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Doch Schromm vergleicht das Aufstiegsrennen mit einem Marathon und hat Sorge, dass seinem Team schließlich doch noch frühzeitig die Puste ausgehen könnte. "Um beim Marathon-Bild zu bleiben: Das erste Ziel ist, bald die halbe Strecke, also den Klassenerhalt, zu schaffen. Das sieht gut aus. Dann werden wir sehen, wie lange die Luft reicht. Wenn man die Tabelle anschaut und die Leistungen auf dem Platz, muss man sagen, dass wir da oben dran sind", sagt Schromm, will dem ursprünglichen Ziel aber dennoch treu bleiben.

Der Trainer bleibt sich selber treu

Treu bleibt Schromm sich dabei auch selber, gilt als bescheiden und zurückhaltend und will sich in dieser Hinsicht durch den Job auch nicht verändern lassen. "Ich habe meinen Co-Trainern gesagt, die alle einen super Job machen und es genauso verdient hätten hier zu sitzen: 'Sobald sich der alte Schromm verändert – bitte sofort mit dem Hammer eins drüberziehen! Aber mit dem ganz großen Hammer!'" Bleibt dem Trainer der Hammer aber erspart, läuft sein Vertrag noch bis 2020. Bis dahin will Schromm auf jeden Fall da bleiben und kann sich auch darüber hinaus ein Engagement bei der SpVgg vorstellen. Denn die Zukunft des Vereins, die bewertet Schromm absolut positiv: "Ich bin mir sicher, dass wir auf Sicht in die 2. Bundesliga aufsteigen- und uns dort etablieren werden."

   

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