Schröter im Interview: "Habe die Chance genutzt"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings Stürmer Felix Schröter über seine ersten Monate in der 3. Liga, den optimalen Hachinger Start ins neue Jahr und sein jüngeres Ich, das noch nicht bereit für Profifußball war.

"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort"

liga3-online.de: 19 Saison-Einsätze, fünf Tore für die SpVgg Unterhaching: Mit 24 Jahren scheinen Sie nun endgültig im Profibereich angekommen zu sein. Sehen Sie das ähnlich, Herr Schröter?

Felix Schröter: Mittlerweile ja. In der Vergangenheit habe ich ja bereits eine Liga höher daran geschnuppert, mich im Profibereich zu etablieren. Jetzt hat es endlich geklappt.

Sie galten früher als Riesentalent, wurden bei der TSG Hoffenheim und beim FC Schalke 04 je einmal Deutscher A-Junioren-Meister. Ihre erste Profistation beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Woran lag das?

Ich glaube, dass ich vom Kopf her noch nicht so weit war. Als Leihspieler von Schalke 04 hatte ich es für selbstverständlich gehalten, in der 2. Bundesliga immer zu spielen. Ich war zu unprofessionell, kam oft auf den letzten Drücker zum Training und habe als junger Spieler zu wenig Engagement gezeigt. Das hat meinem ehemaliger Trainer Frank Schmidt natürlich nicht gefallen. (lacht) Im Nachhinein war es denke ich gut, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Die Zeit in Heidenheim hat mich und meine Einstellung positiv verändert.

Nach zweieinhalb Jahren und drei Zweitliga-Einsätzen ging es zurück in die U23 des FC Schalke 04, 2018 folgte der Wechsel in die Regionalliga Bayern zum FV Illertissen. Dort erzielten Sie 18 Saisontore. Warum lief es in Illertissen so gut?

Ich konnte frei aufspielen und habe nicht so einen großen Leistungsdruck verspürt. Außerdem haben die Rahmenbedingungen gepasst. Ich war keine halbe Stunde von meiner Heimat Ulm entfernt und hatte mein gewohntes Umfeld um mich herum. Hinzu kam, dass ich von nun an deutlich engagierter und zielstrebiger war. Obwohl ich "nur" in der 4. Liga am Ball war, hatte ich einen Personal-Coach, mit dem ich Extra-Einheiten absolviert habe. Ich wollte unbedingt noch Profi werden und hatte endlich verstanden, dass das nur mit kontinuierlich harter Arbeit funktioniert.

Seit vergangenen Sommer sind Sie zurück im Profifußball, bei der SpVgg Unterhaching sind Sie gesetzt. Wie zufrieden sind Sie mit dem ersten Halbjahr in der 3. Liga?

Ich kann durchaus zufrieden sein, weil ich viel gespielt und einige Tore erzielt habe. Weder ich noch der Verein hatten damit gerechnet, dass ich so schnell so häufig zum Einsatz komme. Ich war diesmal einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der eine Stürmer verließ Unterhaching, der andere war verletzt. So kam ich zu meiner Chance – und ich habe sie genutzt. Es läuft für uns als Mannschaft und für mich persönlich sehr gut.

 

"Träume ich davon, irgendwann erstklassig zu spielen"

Haching mischt oben mit, ist Tabellendritter. Kann es diese Saison mit dem Aufstieg klappen?

Da die 3. Liga eine Wundertüte ist, ist diese Frage nur schwer zu beantworten. Ich würde es mir natürlich wünschen, aber jedes Spiel ist hart umkämpft. Wir dürfen nicht zu langfristig denken, sondern müssen uns Woche für Woche zu 100 Prozent auf den kommenden Gegner fokussieren. Positiv ist schon einmal, dass wir nach der Winterpause gut aus den Startlöchern gekommen sind.

Zum Restrundenstart gab es zwei knappe Siege in Würzburg (2:1) und gegen Uerdingen (1:0). Das war wirklich ein optimaler Start ins neue Jahr!

Definitiv. In Würzburg haben wir ein extrem schwieriges Spiel für uns entscheiden können, gegen einen unangenehmen Gegner aus Uerdingen hatten wir das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite. Der KFC hatte mehr Ballbesitz und mehr Torschüsse, trotzdem haben wir gewonnen. Dass wir auch mal dreckige Siege holen können, zeigt, wie reif wir als Mannschaft sind.

Weiter geht es am Samstag mit der Partie beim F.C. Hansa Rostock. Ihre Einschätzung zum Gegner?

Rostock hat ein starkes Team mit vielen sehr guten Einzelspielern. Ich erwarte im Ostseestadion ein hart umkämpftes Spiel vor einer tollen Kulisse.

Ihr Vertrag in Haching läuft noch bis 2021. Verfolgen Sie weiterhin das Ziel, an Ihre großen Erfolge im Nachwuchsbereich anzuknüpfen und irgendwann in der Bundesliga zu spielen?

Klar. Wer sich nicht hohe Ziele setzt, erreicht sie auch nicht. Am schönsten wäre es, wenn ich erst einmal mit Unterhaching den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffe – wenn nicht in dieser Saison, dann in der nächsten. Unabhängig davon träume ich davon, irgendwann erstklassig zu spielen. Vielleicht ja auch im Ausland. Es reizt mich sehr, andere Kulturen und neue Sprachen kennenzulernen.

   
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