Schimmer im Interview: "Hatte Profikarriere schon abgehakt"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings neuer Angreifer Stefan Schimmer über seinen Wechsel nach Unterhaching, sein erstes Profitor beim 3:2-Erfolg gegen den Karlsruher SC, seine Chancen auf einen Stammplatz und den kommenden Gegner Fortuna Köln.

[box type="info" size="large"]"Ich musste die Chance wahrnehmen"[/box]

In der Saison 2015/16 spielten Sie noch in der Landesliga für den FC Gundelfingen. Jetzt sind Sie für die SpVgg Unterhaching in der 3. Liga am Ball. Das ging schnell, oder Herr Schimmer?

Stefan Schimmer: Definitiv. Um ehrlich zu sein, hatte ich mit einem solch großen Karrieresprung selbst nicht mehr gerechnet. Natürlich wollte ich immer so hoch wie möglich zu spielen. Als ich 2016 aber noch in der Landesliga am Ball war, hatte ich eine Profilaufbahn eigentlich schon abgehakt. Mit dem Wechsel zum FC Memmingen kam ich dann meinem Traum wieder ein Stück näher.

In der letzten Saison in der Regionalliga Bayern erzielten Sie beeindruckende 26 Tore. Nur Ihr jetziger Mitspieler Stephan Hain (32 Treffer) war erfolgreicher. Im April hatten Sie Ihren Vertrag beim FC Memmingen noch verlängert. Wieso entschieden Sie sich dann doch für einen Wechsel nach Unterhaching?

Schimmer: Der Kontakt nach Unterhaching bestand schon länger. Ich wollte aber erst nach der Aufstiegsrunde zur 3. Liga zusagen. Wäre Haching viertklassig geblieben, hätte ich Memmingen vorerst wohl nicht verlassen. Ich habe mich beim FCM sehr wohl gefühlt und wäre gerne da geblieben. Aber ich musste die Chance wahrnehmen. Wer weiß, ob ich überhaupt noch einmal die eine Chance bekommen hätte, zu einem Drittligisten zu wechseln.

Bisher kamen Sie zwar nur als Joker zum Einsatz. Beim bisher einzigen Saisonsieg gegen den Karlsruher SC avancierten Sie aber zum Helden. Nur fünf Minuten nach Ihrer Einwechslung erzielten Sie kurz vor Abpfiff den Treffer zum 3:2-Endstand. Ein besonderer Moment für Sie?

Schimmer: Auf jeden Fall. Es war nicht nur der Treffer, der uns den ersten Saisonsieg gesichert hat. Für mich war es mein erstes Profitor und das Debüt-Tor im Unterhaching-Trikot. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich die Partie mit meinem Tor zu unseren Gunsten entscheiden konnte.

In den anderen beiden Spielen bei der U 23 des SV Werder Bremen (0:3) und beim SV Wehen Wiesbaden (0:1) gab es jeweils eine Niederlage. Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Schimmer: Zum Saisonauftakt in Bremen haben wir verdient verloren. Wir kamen nicht wirklich ins Spiel und konnten dem Werder-Nachwuchs kaum Paroli bieten. Gegen den KSC haben wir dagegen gut mitgehalten und am Ende auch nicht unverdient gewonnen. Bei Wehen Wiesbaden hätten wir mindestens einen Punkt holen können, haben uns aber leider nicht für den hohen Aufwand belohnt. Insgesamt glaube ich, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.

[box type="info" size="large"]"Können gegen jeden Gegner bestehen"[/box]

Was ist für Unterhaching in dieser Saison drin?

Schimmer: Das ist schwierig zu sagen. In dieser Liga kann jeder oben mitspielen, aber auch schnell unten reinrutschen. Um konkretere Aussagen zu treffen, kenne ich die 3. Liga noch zu wenig. Klar ist, dass wir erst einmal so schnell wie möglich genug Punkte holen wollen, um den Klassenverbleib zu sichern.

Wie realistisch schätzen Sie die Chance ein, bereits kurzfristig Stammspieler bei der SpVgg zu werden?

Schimmer: Ich bin erst einmal froh, dass ich für einen so großen Verein wie die SpVgg Unterhaching spielen darf. Der Kader hat eine hohe Qualität. Daher weiß ich auch, dass es sehr schwer wird, mich gegen Konkurrenten wie Stephan Hain oder Sascha Bigalke durchzusetzen und mich in die Stammformation zu spielen. Aber die Saison ist lang und ich bin davon überzeugt, dass ich die eine oder andere Möglichkeit bekommen werde, mich zu beweisen.

Am Samstag (ab 14 Uhr) geht es mit der Partie gegen Spitzenreiter Fortuna Köln weiter. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Schimmer: Die Fortuna ist mit der perfekten Punkteausbeute von neun Punkten nach drei Spielen in die Saison gestartet und strotzt vor Selbstbewusstsein. Wir wissen, dass uns ein schwerer Brocken erwartet. Vielleicht ist es aber ein Vorteil, dass Köln erst Mittwoch gespielt hat und dann auch noch die lange Auswärtsfahrt nach Unterhaching auf sich nehmen musste. Wir haben auf jeden Fall das Potential, die Fortuna zu besiegen. Grundsätzlich denke ich, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können, wenn wir alles in die Waagschale werfen.

   
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