Schiedsrichter antisemitisch beleidigt: Geldstrafe für den HFC

Der Hallesche FC ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit einer Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro verurteilt worden. Hintergrund ist eine antisemitische Äußerung.

Vorfall beim Spiel gegen Zwickau

Nach Angaben des DFB habe ein Zuschauer beim Spiel gegen den FSV Zwickau am 12. Oktober 2020 (0:2) eine antisemitische Äußerung in Richtung des Schiedsrichters Franz Bokop gerufen. Der 31-Jährige wohnt im niedersächsischen Vechta und zeigte beim Spiel zwischen den beiden Ostklubs insgesamt sieben gelbe Karten und eine gelb-rote Karte – letztere sah Halles Selim Gündüz in der Nachspielzeit. Was genau gerufen wurde, ist nicht bekannt. Der DFB betont aber: "Beleidigungen dieser Art sind rassistisch und menschenverachtend und werden vom DFB in keiner Weise geduldet."

Strafmildernde Umstände

Strafmildernd habe sich nach Verbandsangaben ausgewirkt, dass es sich um einen "nur schwer zu verhindernden Ruf einer Einzelperson" gehandelt habe, weitere Äußerungen durch das Einschreiten anderer Zuschauer verhindert worden seien und sich der Verein "deutlich von entsprechenden Verhaltensweisen distanziert" habe. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, der HFC kann noch Einspruch einlegen.

   
  • Daniel M.

    Merkwürdig ist, dass Vereine, wie auch der HFC, solche lächerlichen Strafen auch noch akzeptieren und der DFB-"Gerichtsbarkeit" damit noch eine Legimitation erteilen. Die Verantwortlichen gehören da ganz klar zur Rede gestellt. Es ist Geld des Vereines.

    Ein einziger Fan überlegt nicht, welchen Schaden er verursacht. Alle anderen um ihn herum erkennen das und greifen ein. Also funktioniert das System doch. Warum wird der Verein bestraft? Ganz einfach. Beim DFB ist es wie in der Politik. (nur noch koruppter). Jegliche Verantwortung wird weitergeschoben bis man das erste schwache Gleid trifft, dass sich jeglicher Willkür unterwirft. Jena hat es, wenn auch erfolglos, vorgemacht.

  • Tobi

    Nach Angaben der Sportgerichtsbarkeit habe ein Zuschauer gerufen, hat er oder hat er nicht? Abgesehen vom Strafmaß, welches nach meiner Ansicht maßlos ist, bestätigt sich wieder einmal die Fragwürdigkeit des Sportgerichtes des DFB. Man kann diese sogenannten Experten nicht ernst nehmen. Man legt selber der, dass es sich um einen SCHWER zu verhindernde Ruf einer Einzelperson handelte. Wie bitte soll so etwas in Gänze verhindert werden? Für was macht man den Verein hier verantwortlich? Zeigt dieses unabhängige Gericht Möglichkeiten auf wie diese Eventualitäten vollständig unterbunden werden können. Nein sie tun es nicht weil es schlichtweg unmöglich ist. In seiner Selbstherrlichkeit verknackt man wieder einen Verein, wobei es letztlich egal ist ob es der HFC oder irgendein Anderer ist. Ich sehe es eher als Willkür, nicht Rechtsprechung an. Diesen sogenannten Fan schert es doch einen Dreck ob "sein" Verein zur Kasse gebeten wird.

  • JR910

    Zitat: ,, Was genau gerufen wurde ist nicht bekannt "
    Ich will mal neutral an die Angelegenheit ran treten.
    Wie kann ich einen Verein für etwas verurteilen, wenn nicht mal bekannt ist was gerufen wurde.
    Woher weis man denn, dass es antisemitisch war?
    Ich frage nochmal, wieso der Chefredakteur hier Artikel nicht löscht, in denen Fußballfans von einem Nutzer Namen , von Holzweg `'

    • Friedrich Herschel

      Ich denke, es ist bekannt, nur nicht veröffentlicht.

  • Sterneneisen

    Ich mag den FC Sonstwieauchimmer nicht. Also besuche ich deren Spiel, und rufe vermummt üble Dinge aus dem Block dieser Mannschaft. Mein Hassverein wird dann dafür bestraft.

    Hoffentlich traut sich ein Verein da mal endlich vor ein ordentliches Gericht, und beendet diesen Schwachsinn. Die Vereine können gegen einzelne Rufe nichts tun. Ist die Person nicht identifizierbar (s. Hools, die sich teilweise während der Choreos umziehen), ist der Verein doch nicht schuld.

    • Ehjal

      Grundsätzlich hast du damit vollkommen recht.
      Nur eines stößt mir etwas auf: Hools machen keine Choreos. Und was damit impliziert wird, nämlich eine Choreo (hier wahrscheinlich der Gedanke an Pyro) mit Gewalt gleichzusetzen ist meiner Meinung nach absoluter Unsinn.

      • weihnachtsmann

        Der Übergang zwischen Hools und Ultras ist fließend.
        Und die Masse ist heterogen.
        Diese Strafen sind reine Willkür.

      • Sterneneisen

        Hools und Ultras gehen in einander über, eine klare Trennung gab und gibt es nicht.

      • Daniel M.

        Ultras gibt es noch gar nicht so lange. Also gab es diese Trennung definitiv. Auch heute gibt es sie noch, wobei tatsächlich einige Schnittpunkte existieren.

      • Ehjal

        Da fehlt definitiv "in Deutschland". Ultras gibt es schon viel länger als zB die Hooligans. Wenn auch noch nicht in D. In D traten die ersten Gruppen so ab etwa Mitte/Ende der 90er Jahre auf.

      • Daniel M.

        Richtig. Das meinte ich auch.

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