Schiedsrichter-Analyse zum 36. Spieltag mit Babak Rafati

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25 Jahre war Babak Rafati Schiedsrichter, 2008 schaffte er es sogar auf die FIFA-Liste. Insgesamt leitete der heute 44-Jährige 84 Erst-, 102 Zweit- und 13 Drittliga-Spiele. Nun hat Rafati eine neue Aufgabe: Für liga3-online.de analysiert der erfahrene Schiedsrichter jeden Spieltag die strittigen Entscheidungen des Wochenendes. Nach einer Vorauswahl durch die Redaktion sichtet Rafati das Video-Material und gibt eine kurze Einschätzung zu den jeweiligen Szenen ab und erklärt bei falschen Entscheidungen zudem, wie die Unparteiischen auf dem Platz hätten reagieren müssen. Am 35. Spieltag hat er sich vier Szenen einmal genauer angeschaut.

Szene 1: Kenny Prince Redondo (SpVgg Unterhaching) bringt Sinan Tekerci (Dynamo Dresden) zu Fall, Schiedsrichter Robert Kampka lässt weiterspielen. [TV-Bilder – ab Minute 1:45]

Babak Rafati: Bei dieser Strafraumsituation ist der Schiedsrichter in sehr guter Position und hat dadurch auch einen guten Blick auf den Zweikampf. Als der Dresdner Angreifer an seinem Gegenspieler vorbei laufen will, kommt durch eine aktive Bewegung des Verteidigers das Knie raus, so dass er dabei den Angreifer trifft. Dadurch kommt dieser im Strafraum zu Fall. In dieser Szene hätte es Strafstoß für Dresden geben müssen. Somit liegt eine Fehlentscheidung vor.

Szene 2: Lucas Hufnagel (SpVgg Unterhaching) fällt im Laufduell mit Nils Teixeira (Dynamo Dresden), Schiedsrichter Kampka entscheidet auf Elfmeter für Unterhaching. [TV-Bilder – ab Minute 5:30]

Babak Rafati: Bei diesem Laufduell ist kein Foulspiel zu erkennen, auch wenn der Angreifer von Unterhaching spektakulär zu Fall kommt. Es sieht eher danach aus, dass der Angreifer von Unterhaching über die eigenen Füße stolpert. Bei Situationen auf dem Platz, die derartig undurchsichtig sind, sollte man als Schiedsrichter am besten immer weiterlaufen lassen. Demnach liegt eine Fehlentscheidung vor.

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Szene 3: Mikko Sumusalo (Hansa Rostock) bringt Erich Berko (VfB Stuttgart) II im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Stefan Treiber pfeift Strafstoß für den VfB. [TV-Bilder – ab Minute 0:25]

Babak Rafati: In dieser Szene sieht man sehr gut, dass manchmal sogar die Fernsehbilder nicht einen genauen Beweis liefern können, ob eine Entscheidung richtig oder falsch ist. Der Verteidiger von Rostock holt aus, aber ob er dabei den Gegenspieler tatsächlich auch trifft, ist nicht erkennbar. Der Schiedsrichter hat sich festgelegt und somit müssen wir in dieser Situation seine Sichtweise akzeptieren.

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Szene 4:  Davide Grassi (VfL Osnabrück) foult Devante Parker (FSV Mainz 05 II) im Strafraum, Schiedsrichter Steffen Mix gibt Elfmeter für den FSV. [TV-Bilder – ab Minute 2:10]

Babak Rafati: Der Verteidiger von Osnabrück kommt zu spät und die Attacke ist klar gegen den Mainzer Angreifer gerichtet, sodass er den Mainzer Gegenspieler sprichwörtlich "abräumt." Da gibt es keine zwei Meinungen, ein klarer Strafstoß. Somit eine richtige Entscheidung. 

   

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