Schiedsrichter-Analyse zum 34. Spieltag mit Babak Rafati

Von

© imago/Eibner

25 Jahre war Babak Rafati Schiedsrichter, 2008 schaffte er es sogar auf die FIFA-Liste. Insgesamt leitete der heute 44-Jährige 84 Erst-, 102 Zweit- und 13 Drittliga-Spiele. Nun hat Rafati eine neue Aufgabe: Für liga3-online.de analysiert der erfahrene Schiedsrichter jeden Spieltag die strittigen Entscheidungen des Wochenendes. Nach einer Vorauswahl durch die Redaktion sichtet Rafati das Video-Material und gibt eine kurze Einschätzung zu den jeweiligen Szenen ab und erklärt bei falschen Entscheidungen zudem, wie die Unparteiischen auf dem Platz hätten reagieren müssen. Am 34. Spieltag hat er sich vier Szenen einmal genauer angeschaut:

Szene 1: Stefan Krämer (Trainer Cottbus) beschwert sich nach einem Foul von Cedric Mimbala (Energie Cottbus) bei Schiedsrichter Felix Zwayer und wird anschließend auf die Tribüne geschickt (37.). [TV-Bilder – ab Minute 1:50]

Babak Rafati: In dieser Szene entscheidet der Schiedsrichter richtigerweise auf Freistoß für die Stuttgarter Kickers. Der Trainer von Cottbus reklamiert diese Entscheidung und äußert sich offensichtlich verbal gegen den Schiedsrichter, der es hört, weil er in seiner Nähe steht. Man sieht an der Reaktion des Schiedsrichters, dass er sich zunächst abwenden will, aber der Trainer ihm dabei noch etwas zuruft, was den Schiedsrichter veranlasst, den Trainer auf die Tribüne zu verbannen. Eine richtige Entscheidung, da sicherlich keine netten Worte gefallen sein dürften.

.

Szene 2: Kevin Wolze (MSV Duisburg) bringt Sinan Tekerci (Dynamo Dresden) im Strafraum zu Fall – Schiedsrichter Markus Schmidt entscheidet auf Weiterspielen. [TV-Bilder – ab Minute 2:40]

Babak Rafati: Eine leichte Berührung des Verteidigers von Duisburg veranlasst den Angreifer von Dresden kurze Zeit später zu fallen. Bei diesem Zweikampf geht aber alles korrekt zu. Somit ist Weiterspielen die richtige Entscheidung.

Szene 3: Kingsley Onuegbu bringt den MSV Duisburg in Führung, die Dresdner Spieler protestieren. Zudem sieht Dynamo-Keeper Patrick Wiegers die gelbe Karte. [TV-Bilder – ab Minute 6:15]

Babak Rafati: Der Angreifer von Duisburg springt nur zum Ball und köpft den Ball regulär ins Tor. Dabei foult er seinen Gegenspieler in keinster Weise. Somit ist die Entscheidung richtig. Auch die gelbe Karte gegen den Torwart von Dresden für das anschließende Reklamieren durch Anfassen des Schiedsrichters ist folgerichtig.

Szene 4: Patrick Wiegers (Dynamo Dresden) bringt Kingsley Onuegbu (MSV Duisburg) im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Schmidt entscheidet auf Elfmeter und Gelb-Rot für Wiegers. [TV-Bilder – ab Minute 8:10]

Babak Rafati: Bei dieser Aktion im Strafraum geht der Torwart von Dresden unkontrolliert in den Zweikampf und trifft seinen Gegenspieler in die Beine und bringt ihn dadurch zu Fall. Die Torhüter riskieren bei solchen Situationen sehr viel, denn ein Stürmer wird bei derartigen Torwartaktionen meistens getroffen, da sich Torhüter oft mit ihrem ganzen Körper "reinwerfen" und daher für eine intensivere Dynamik im Zweikampf sorgen. Es geht ja auch um eine unmittelbare Torverhinderung, anders als zum Beispiel im Mittelfeld durch einen Feldspieler.

Die Strafstoßentscheidung ist eine richtige Entscheidung. Bei dieser Aktion unterbindet der Torhüter einen guten Angriff, vereitelt aber nicht eine glasklare Torchance. Es standen noch zwei Verteidiger von Dresden in der Nähe und zudem wäre der Angreifer etwas vom Tor abgerückt. Daher liegt keine sogenannte "Notbremse" vor, was direkt mit der roten Karte bestraft werden müsste. Somit gibt es nur die gelbe Karte, was in der Folge die gelb-rote Karte bedeutet, da er bereits vorher verwarnt war.

 

   
  • tosch

    Von den Schiris vielleicht nicht, beim DFB bin ich mir da manchmal nicht so sicher :P.

  • Tom-MS

    Gute Analyse, auch wenn es viele Dynamo-Fans nicht wahrhaben wollen…aber ihr Club wird nicht von vom DFB oder gar von den Schiris verfolgt.

liga3-online.de