Schauerte: "Werden wieder ein anderes Gesicht zeigen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Münster-Kapitän Julian Schauerte über seine plötzliche Torgefahr, seine Führungsrolle als Neuzugang, die jüngste Niederlage beim MSV Duisburg und das kommende Spiel gegen den noch unbesiegten 1. FC Kaiserslautern.

"Kommt sehr selten vor, dass ich zweimal in Folge treffe"

liga3-online.de: Beim 0:2 in Duisburg gab es die erste Saison-Niederlage. Wie bewerten Sie die Partie, Herr Schauerte?

Julian Schauerte: Wir haben zu keinem Zeitpunkt zu unserem Spiel gefunden und hochverdient verloren. Alles, was zuvor beim 2:0-Erfolg gegen Carl Zeiss Jena noch hervorragend geklappt hatte, haben wir in Duisburg komplett vermissen lassen. Das Positive ist, dass es bereits am Samstag weitergeht und wir nicht lange Zeit haben, um der Niederlage hinterher zu trauern.

Es war auch das erste Saisonspiel, in dem Sie nicht getroffen haben. An den ersten beiden Spieltagen erzielten Sie jeweils ein Tor. In Ihren Drittliga-Spielen 103 und 104 waren das erst die Treffer drei und vier. Waren Sie von Ihrer plötzlichen Torgefahr selbst überrascht?

Durchaus. (lacht) Es kommt sehr selten vor, dass ich zweimal in Folge treffe. Eigentlich bin ich überhaupt kein Goalgetter und eher dafür zuständig, Tore zu verhindern. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich der Mannschaft ausnahmsweise auch mal mit meinen scheinbar doch vorhandenen Offensivqualitäten helfen konnte. (lacht)

Sie haben sich seit Ihrer Rückkehr aus Belgien nach Deutschland in nur wenigen Wochen zum Leistungsträger gemausert und sind bereits Kapitän. Wollten Sie bewusst von Beginn an so viel Verantwortung übernehmen?

Schon in den Vertragsgesprächen mit den Vereinsverantwortlichen war für beide Seiten klar, dass ich mit meiner Erfahrung zu den Führungsspielern gehören soll. Ich hatte Lust darauf, zu einem Klub mit vielen jungen Spielern zu wechseln, bei dem ich Verantwortung übernehme. Dass ich auf Anhieb zum Kapitän ernannt wurde, ist ein großer Vertrauenszuschuss vom Trainer. Dieses Vertrauen möchte ich nun zurückgeben.

Wieso endete das Engagement beim belgischen Erstligisten KAS Eupen nach bloß einem Jahr?

Ich war unzufrieden mit meiner Einsatzzeit und wollte ursprünglich bereits in der Winterpause wieder nach Deutschland zurückkehren, da es keine Aussicht auf Besserung gab. Allerdings ist es im kurzen Wintertransferfenster nicht so einfach, einen passenden Klub zu finden. Ich bin sehr glücklich darüber, dass mir Preußen Münster nun die Möglichkeit gibt, wieder in Deutschland Profifußball zu spielen.

 

"Bin extrem optimistisch"

Mit zwölf Zugängen und 15 Abgängen hat sich am Kader des SC Preußen einiges getan. Wie homogen ist das Team bereits?

Wir sind in der Vorbereitung und in den ersten Saisonwochen bereits hervorragend zusammengewachsen. Dass aber noch nicht alles funktionieren kann und es dauert, bis wir uns quasi blind verstehen, ist normal. Den Feinschliff holt man sich immer erst im Laufe der Saison.

Nach drei Begegnungen stehen vier Punkte zu Buche. Zufriedenstellend oder nicht?

Ich würde nicht die Punkteausbeute insgesamt, sondern jedes Spiel individuell betrachten. Mit der Leistung beim 1:1 bei 1860 München zum Auftakt konnten wir zufrieden sein, beim folgenden 2:0-Erfolg gegen Jena haben wir uns noch einmal gesteigert. Das jüngste 0:2 in Duisburg war wie gesagt ein Dämpfer. Grundsätzlich bin ich aber extrem optimistisch, was die kommenden Wochen und Monate angeht.

Am Samstag geht es mit der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern weiter, der noch ohne Niederlage ist (ein Sieg, zwei Remis). Wie wollen Sie den FCK in die Knie zwingen?

Der 1. FC Kaiserslautern hat ein starkes Team, das ambitioniert ist, ganz oben mitzuspielen. Wir haben aber etwas gutzumachen und werden uns keinesfalls verstecken. Vor eigenem Publikum wollen wir wieder mit einer ganz anderen Dynamik agieren, als zuletzt in Duisburg. Wir werden wieder ein anderes Gesicht zeigen.

Bislang waren Sie an jedem Münsteraner Saisontor beteiligt. Befürchten Sie eine spezielle Manndeckung bei Ihren offensiven Vorstößen?

Davon gehe ich nicht aus. (lacht) Mal sehen, ob ich erneut treffen kann. Ich hätte sicher nichts dagegen. Im Fokus steht aber ganz klar der Teamerfolg.

   

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