Schäffler: "Kulisse in Magdeburg wird uns beflügeln"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Wiesbadens Torjäger Manuel Schäffler über die zurückliegenden Kantersiege in Würzburg und gegen Münster, seine starke Form, einen möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga und das anstehende Spitzenspiel beim 1. FC Magdeburg.

"Es waren teilweise Geschenke – und die nehme ich natürlich gerne an"

liga3-online.de: Für den SV Wehen Wiesbaden läuft es aktuell hervorragend. Sechs der letzten sieben Spiele wurden gewonnen, zuletzt gab es zwei Kantersiege in Würzburg (5:0) und gegen Preußen Münster (6:2). Sie haben mit bereits elf Saisontreffern einen großen Anteil am Erfolg. Allein in den Partien in Würzburg und gegen Münster trafen Sie insgesamt fünfmal. Was macht Sie aktuell so stark, Herr Schäffler?

Manuel Schäffler: Zunächst einmal muss ich ein Lob an meine Mitspieler aussprechen. Ich werde von ihnen hervorragend in Szene gesetzt. Manchmal muss ich dann auch gar nicht viel machen, um meine Tore zu erzielen. Außerdem muss ich zugeben, dass es bei drei meiner letzten fünf Tore bereits gereicht hat, dass ich ein wenig gedankenschneller als meine Gegenspieler war. Bei den Abprallern oder abgefälschten Bällen musste ich nur den entscheidenden Schritt schneller sein. Es waren teilweise Geschenke – und die nehme ich natürlich gerne an. (lacht)

Die Torschützenliste führen Sie nach Ihrem Dreierpack gegen Münster jetzt alleine an. Ist die Torjägerkrone ein persönliches Ziel von Ihnen?

Klar versuche ich, so viele Tore wie möglich zu machen. Aber nicht um der beste Torjäger der Liga zu werden, sondern um der Mannschaft zu helfen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Mit Sicherheit wäre es aber ein schöner Nebeneffekt, wenn ich die Torjägerliste am Ende der Saison anführen würde. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Schon in der letzten Saison waren Sie oft erfolgreich und mit 14 Toren bester Torschütze beim SVWW. Durchleben Sie in Wiesbaden die besten Jahre Ihrer Karriere?

Auf jeden Fall habe ich in Wiesbaden eine erfolgreiche und schöne Zeit. Ob ich besser denn je bin, ist schwer zu sagen. Fakt ist, dass es nicht nur sportlich gut läuft. Auch privat fühle ich mich zusammen mit meiner Frau pudelwohl in Wiesbaden. Wir haben es im Vergleich zu meinen eineinhalb Jahren bei Holstein Kiel nicht mehr ganz so weit bis zu unserer Heimat München. Wenn es die Zeit zulässt, fahren wir gemeinsam zu unserer Familie.

"Wir denken nur kurzfristig"

In der Tabelle hat sich Wehen Wiesbaden mittlerweile in der Spitzengruppe etabliert. Sogar der Rückstand auf Spitzenreiter Paderborn beträgt nur noch fünf Zähler. Sie haben früher bereits lange in der 2. Bundesliga gespielt. Wollen Sie da auch mit Wiesbaden wieder hin?

Es ist logisch, dass sich die Medien mit dem Thema auseinandersetzen. Bei uns spielt ein möglicher Aufstieg aber noch überhaupt keine Rolle. Und das aus einem guten Grund. Wir wissen, wie schnell es in der 3. Liga auf- und abwärts gehen kann. In der letzten Saison hatten wir zur Winterpause nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und rangierten auf Platz 18. Durch eine fantastische Rückserie haben wir die Spielzeit auf Platz sieben abgeschlossen. Wir tun gut daran, uns nicht mit langfristigen Zielen auseinanderzusetzen, sondern kurzfristig zu denken und Woche für Woche abzuliefern. Aktuell fokussieren wir uns zu 100 Prozent auf das Spitzenspiel beim 1. FC Magdeburg am Samstag.

In Magdeburg bekommen Sie es mit der zweitstärksten Heimmannschaft der Liga zu tun. Worauf wird es ankommen, um auch beim FCM die gute Form zu bestätigen und bestenfalls dreifach zu punkten?

Wichtig wird sein, dass wir den Kampf gegen eine defensiv starke und zweikampfbetont spielende Mannschaft annehmen. Es wird ein sehr schwieriges Spiel, auf das wir uns aber alle freuen.

Welche Rolle spielt die große Kulisse in Magdeburg?

Wenn überhaupt, eine positive. Wen viele Zuschauer in einem Stadion negativ beeinflussen, der hat im Fußball nichts verloren. Damit muss man zurechtkommen. Und bei uns hat damit niemand ein Problem. Eher lassen wir uns davon beflügeln.

Sehen wir wieder Tore von Ihnen?

Das wird sich zeigen. Ich bekomme immer meine Chancen und hoffe, dass ich sie auch in Magdeburg wieder nutzen kann.

   
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