Sandhausen: Man kann nicht immer gewinnen

Der erhabene Herbstmeister SV Sandhausen, welcher sich bereits im Vorfeld des letzten Hinrundenspieltages die Halbzeitmeisterschaft sicherte, hatte sich auf den Weg nach Heidenheim an der Brenz begeben. Mit Pinto und Danneberg im Gepäck, die sich nach auskuriertem Leiden wieder einen Platz in der Startformation sicherten, konnte das Spiel im nasskalten ‚Schwobaländle‘ angehen. Keine Minute nach Anpfiff hätte der Ball fast Platz im Sandhäuser Kasten gefunden. Dank Schauertes überragender Fußabwehr blieb es jedoch bei einem kläglichen Startversuch seitens der Gastgeber.

Ischdonat hält Sandhausen im Spiel

Auch der ehemalige Sandhäuser Tausendpfund verzagte in seinem Bestreben. Sandhausen agierte harmlos, fast abwesend. Die Spielweise kramte Erinnerungen an den herben Dämpfer in Oberhausen hervor. Kopfkino: Katastrophenfilm. Diese Ausmaße sollte das Spiel jedoch nicht annehmen. Dennoch suchte Heidenheim weiterhin kontinuierlich den Abschluss. Spann fand alsbald in Ischdonat seinen Meister. Nicht wie sonst versuchte der Spitzenreiter fruchtlose Versuche des Gegners in brandgefährliche Konter umzuwandeln, machte sich stattdessen rar. Wieder hieß das Duell Spann gegen Ischdonat. Abermals keine Chance für den laufstarken Zehner. Die einzigen Akteure, die sich wie gewohnt aufführten waren eben jener starke Torwart ebenso wie Schauerte, die sich vom schamhaften Auftritt ihrer Kameraden nicht ablenken ließen. Derweil probte ein anderer Heidenheimer mit Sandhäuser Vergangenheit – nämlich Essig – den Torschuss, ohne dabei Sandhausens Keeper gefährlich zu werden.

Führungstor kurz vor der Pause

Als Pischorn nach Torwartfoul gelb sah, verzogen sich die Minen der Sandhäuser noch mehr, denn erneut ist es die bittere 5. Gelbe Karte, die ein SVS-Akteur sieht. Nachdem zuletzt Ulm, anschließend Glibo gelbgesperrt fehlten, wird auch im 3. Spiel infolge wieder eine feste Größe wegen dem verhassten 5. sonnenfarbigen Karton fehlen. Nach 5 Wochen Danneberg’scher Abstinenz fiel dieser in seinem Comeback kaum auf. Etwa 15 Minuten vor dem Seitenwechsel erarbeitete er sich die Kugel und bugsierte ihn gen Schwabenkasten, jedoch blieb dieser 1. Annäherungsversuch ohne Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt hätte ein Sandhäuser Führungstreffer aber zugegeben auch das gegenteilige Ergebnis zur Leistung dargestellt, gerade wo die Gastgeber auf eine Führung ihrerseits drängten. Der einzige Wehrmutstropfen von FCH-Trainer Frank Schmidt war wohl der bis dahin ausbleibende Torerfolg im bisher besten Heidenheimer Saisonspiel. Dieser wurde dann aber von Spann nachgereicht, der nach seinem 3. Versuch den ersehnten Treffer erzielte. Ischdonat parierte Schnatterers Schuss, konnte aber Spanns Nachschuss nicht verhindern. Trotz des kargen nass-kalten Wetters fanden fast 7.000 Zuschauer den Weg ins Stadion um den Herbstmeister zu sehen.

Schiedsrichter Gräfe greift hart durch

Blum blieb unter der erwarteten Leistung. Von ihm kam wenig bis gar nichts, so wie auch von den meisten seiner Teamkollegen. Ischdonat verhinderte weitere Torchancen aufgeweckter Schwaben. Spann versuchte es weiter, verwertete im Endeffekt aber nur 1 von 5 Chancen, was ein bisschen mehr von Aufregung als Qualität zeugt. Nach dessen Auswechslung fasste sich Heidenfelder ein Herz und machte es schlauer als sein Sozius. Gleich seine erste Option verwertete er zu einem Tor, seinem 1. Saisontor zum 2:0 im letzten Hinrundenspiel. Den würde er so wohl kein 2. Mal treffen, da war schon ein wenig Glück dabei. Dann brachte Heidenheims Schittenhelm eine selten dagewesene Leistung aufs Parkett äh den Rasen. Sah er noch Sekunden zuvor die gelbe Karte, reichte ihm FIFA-Größe Manuel Gräfe – für eine in Fußballerkreisen geächtete Vogelart, die Schwalbe – die Ampelkarte hinterher. Respekt, das muss man auch erstmal hinbekommen in weniger als einer Spielminute.

Sandhausen lässt zu viele Chancen liegen

Direkt im Anschluss folgte einem Sandhäuser Freistoß die etwas grobe Art von Tausendpfund. Er meinte im eigenen Sechzehner den Anschlusstreffer durch Schulz verhindern zu müssen, handelte sich und seinem Club damit jedoch nur eine weitere gelbe Karte ein, was zudem noch einen Elfmeter nach sich zog. Während Löning beim Strafstoß versagte, ließ es sich Aykut Öztürk nicht nehmen den Nachschuss zu seinem SVS-Debüttor und damit verbunden dem Anschlusstreffer zu verwerten. Heidenheim zu zehnt, zehn Minuten vor Ende der spannenden Partie, baute Sandhausen plötzlich Druck auf und kämpfte um den Ausgleich, um so viele Punkte wie möglich im Polster auf Verfolger Regensburg zu wahren.

Fazit & Vorschau

Andererseits, nach bis dato 9 ungeschlagenen Spielen infolge, musste der Paukenschlag für den SVS aber auch mal sein, zumal noch 2 schwere Spiele gegen Offenbach und in Aalen vor der ersehnten Winterpause auf den Spitzenreiter warten. Für Heidenheim, die durch die Ausfälle von Frommer, Jabiri und – für ein Saisonspiel – auch Schittenhelm, sowie die letzten 6 sieglosen Spiele nichts zu lachen hatten, blieben zum Trost nun immerhin 3 Punkte gegen Primus Sandhausen.

Tore

1:0 Spann (40.)
2:0 Heidenfelder (70.)
2:1 Öztürk (81.)

FOTO: Nina Herzog

   
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