Sandhausen kommt nicht über Remis hinaus

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Realistische Chancen auf zumindest einen einfachen Punktgewinn gegen heimschwache Hachinger rechneten wir uns nach dem starken Auftritt vergangene Woche allemal aus. In der Startformation gab es gegenüber voriger Woche zwei Veränderung: Öztürk statt Blum im Angriff und Tausendpfund an Rubinks Stelle. Die Anfangsphase gestaltete sich etwas verhalten auf beiden Seiten. Es machte ein wenig den Anschein, als hätten beide Teams keinen richtigen Durchblick, wen sie da gegenüber haben. Sandhausen konnte bereits in der ersten Hälfte vermehrten Ballbesitz verzeichnen, spielte sich jedoch kaum nennenswerte Chancen heraus.

In dieser schläfrigen ersten Dreiviertelstunde erbosten nur zwei Aufreger die Gemüter. Zum einen war dies unerfreulicherweise die frühe verletzungsbedingte Auswechslung von Stickel, für den Sandhausens Übungsleiter Dotchev dann Pischorn aufs Feld schickte. Sandhausen agierte zu harmlos gegen recht schwache Münchner Vorstädter, warteten erfahrungsgemäß auf eine Steigerung nach dem Seitenwechsel.

Sekunden vor Ende der ersten 45 Minuten ließ Schiri Unger einer Notbremse von Haching-Kapitän Hoffmann die rote Karte folgen und zeigte zum Punkt. Pinto, der im letzten Match die Fanherzen mithilfe zweier verwandelter Elfmeter höher schlagen ließ, trat an und zog vorbei. Nach dem Kabinengang war Haching mit einem Mann weniger auf dem Feld recht ideenlos und konnte der verdienten Gästeführung durch Goalgetter Dorn nichts entgegenwirken. Wenn die Spielvereinigung dann doch mal die Kickschuhe am Leder platzieren konnte, war dies meist gefolgt von einem Fehlpass. Die Kurpfälzer verzichteten auf sich bietenden Gelegenheiten, waren sich folglich wohl sehr sicher gegen dezimierte Hachinger mit nur einem Tor den dreifachen Punktgewinn einzufahren.

Abgesehen von Regis Dorn hatte wohl keiner der Hardtwaldhelden mehr den Anreiz das Runde ins Eckige zu befördern. Aber wie wir wissen werden fahrlässig ungenutzte Chancen zumeist mit Gegenwehr bestraft. So war das Pech dem SVS hold und ein verstolperter Ball landete Minuten vor Ende der doch recht einseitigen Partie von Amachaibous Füßen. Dieser stellte den Sandhäusern beim geplanten Sprung auf Platz 15 ein Bein und lochte zum Ausgleich ein. Die 45 Minuten, in denen der SV Sandhausen mehrfach das Leder in Kampas Kasten hätte unterbringen können, waren wohl zu wenig.

Die Einwechslung von Ristic in der 87. Spielminute kam wohl zu spät. Etwas frischer Wind zu einem früheren Zeitpunkt hätte dem Sandhäuser Spielfluss vermutlich keinen Schaden zugefügt. Bereits zum Augenblick des verschossenen Elfmeters war das kurzwährende Glück verflogen und mit dem Ausgleich die wieder aufgekeimte Hoffnung auf den zweiten Sieg in Folge zerstört. Der Fußballgott hat uns die Türe aufgehalten und der SV Sandhausen hat sie wieder ins Schloss fallen lassen. Ließe man auf Chancen Tore folgen, anstatt sie unbesonnen verwelken zu lassen, würde man sich nicht in dieser schwer lösbaren Situation befinden. Die Möglichkeiten sind gegeben, die Spieler verfügen über ausreichendes Leistungsvermögen und das Schiff ist noch nicht gekentert. Es liegt jetzt an der Mannschaft sich aus dem Tabellenkeller herauszuspielen und dafür müssen nun mal alle alles geben. Wir stehen hinter euch!

   

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