Sandhausen in der Woche der Wahrheit

Mit der vielversprechenden Bilanz der wenigsten Gegentore der Liga traf man am Samstag auf den offensivschwächsten Gegner. Zudem gestärkt vom letztwöchigen Sieg über den Kölner Bundesligisten 1. FC Geißböcke (oder so ähnlich), konnte man mit breiter Brust im nordrheinwestfälischen Oberhausen anreisen. Dais sah aufgrund dieses jüngsten Erfolges auch keinen Grund etwas an seiner Stammformation zu ändern.

Exakt 321 km entfernt vom heimischen Hardtwaldstadion trafen wir überpünktlich im Niederrhein-Stadion zu Oberhausen ein. Hätte ich da schon gewusst, wie die ersten 30 Minuten verlaufen würden, wäre ich wohl absichtlich zu spät gekommen.

Kampfgeist fehlte!

Was sich dem Zuschauer gleich zu Beginn der Partie bot war geradezu grausam mit anzusehen. Die stümperhafte Abwehrhaltung war jedoch nicht das einzige Manko der völlig abwesenden Sandhäuser. So dauerte es dann auch nur 10 Minuten bis der Ball zum 1. Mal im eigenen Netz zappelte. Nicht mal sonderlich originell geschossen, beim Kurpfälzer Abwehrchaos um den schlummernden Torhüter Ischdonat aber auch nicht überraschend. Nur eines schien bei unseren Hardtwaldhelden an jenem Samstag im Einklang zu sein: Der fehlende Kampfgeist gekrönt von der völlig desolaten Einstellung.

Sandhausen zeigte keine Gegenwehr

So ging es dann auch weiter. Es war etwa eine halbe Stunde gespielt bis Ellmann den zweiten Oberhausener Treffer markierte. Gefolgt war dem Ganzen das 3:0 nur eine Zeigerumdrehung später. Diesmal hieß der Schütze Brown Forbes, der erst wenige Monate zuvor schon einmal gegen Sandhausen einnetzte, damals noch für Jena am Ball. In der verbleibenden Viertelstunde bis zum Pausenpfiff hätte man meinen können die Sandhäuser hätten doch noch ein wenig Gegenwehr zu bieten. Dem war nicht so.

Am Dienstag gegen Regensburg

Hälfte zwei startete mit zwei Veränderungen. Während Blacha und Rohracker nicht mehr aus der Kabine kamen, traten mit Pinto und Dorn zwei Routiniers aufs Feld. Dorn verpasste es infolge per Kopf den Anschlusstreffer zu besorgen, was er jedoch 12 Minuten vor Ende nachholte. Die Gäste übten nun tatsächlich Druck auf die gerade noch haushoch führenden Gastgeber aus. Vor lauter neugewonnener Lauffreude ließ man die Schotten jedoch wieder gänzlich außer Acht und kassierte prompt den 4. Treffer. 5 vor 12 bzw. Schluss war es dann auch endgültig zu spät um etwas Zählbares zu erwarten. Erlöst vom Schlusspfiff sollte man sich am heutigen Dienstag wieder mit einem anderen Gesicht zeigen.

Vorschau

Mit Jahn Regensburg steht der absolute Tabellenführer auf der Matte. Die Chance, die die Sandhäuser haben ist die, dass sie eigentlich gar keine haben. Der ungeschlagene SSV trifft auf den angeschlagenen SVS, der sich nur 3 Tage zuvor noch beim (beinahe) Schlusslicht RWO blamierte. Wunder gibt es immer wieder – gerade in Liga 3, in der jeder jeden schlagen kann. So kam es dann auch, dass Oberhausen zwischen der 11. und 31. Minute gleichviel Tore erzielen konnte wie zuvor in 7 Spieltagen (630 Minuten!) und das gegen die beste Defensive der Liga.

FOTO: Nina Herzog

 

   

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