Saisonvorschau MSV Duisburg: Mal wieder ein Neuanfang

Bevor die 3. Liga am Samstag, den 26. Juli in die neue Saison startet, blickt liga3-online.de auf die 20 Drittligisten und schätzt die Chancen der Teams ein. In der heutigen Ausgabe werfen wir einen Blick auf den MSV Duisburg.  Eigentlich hätte die vergangene Saison so nie stattfinden dürfen. Kosta Runjaic übernahm in der vorletzten Saison in der Rückrunde die Mannschaft und konnte die Zebras wieder in die Spur zurückbringen. Man freute sich mit einer guten Mannschaft auf die neue Saison in der zweiten Bundesliga – doch stattdessen erfolgte mit dem Zwangsabstieg ein herber personeller und finanzieller Rückschlag. Mit neuem Trainergespann und neuer Truppe ging es ohne Vorbereitung in eine Drittligasaison, die man mit ausgeglichener Bilanz auf dem siebten Platz beendete.

Testspiele mit vielen Eindrücken

Nach erneut gravierenden finanziellen Problemen im Rahmen der Lizenzierung, die schließlich doch noch erfolgreich durchlaufen werden konnte, geht es nun in das zweite Jahr – dieses Mal mit richtiger Vorbereitung samt Trainingslager. Die bisherigen Testspiele verliefen für Duisburg durchwachsen. Erneut viele Neuzugängen bieten jedoch gute Gründe für eben jene Testspiele. Siege gab es gegen Homberg, Schwarz-Weiß Essen und Viktoria Köln – eine herbe Niederlage gab es mit 7:3 gegen den FC Liefering. Heidenheim triumphierte mit 2:0 über die Zebras und gegen KFC Uerdingen kam der MSV nicht über 1:1 hinaus.

Viele neue Gesichter

Unter die Neuzugänge im blau-weiß gestreiften Zebratikot mischen sich die Spieler Schorch (VfL Bochum II), Albutat (Leihgabe vom SC Freiburg), Wille (Eintracht Frankfurt), Bohl (Energie Cottbus), Meißner (BVB II), Schnellhardt (1 FC. Köln), Janjic (Erzgebirge Aue), Grote (SC Preußen Münster), Cömert (MSV Amateure) und Klotz (SV Sandhausen). Coach Lettieri, ebenfalls Neuzugang in Duisburg, hat nur noch ein Spiel gegen den Rekordmeister aus München im Rahmen eines Benefizspieles, um Taktiken und Spieler zu testen. Routinier und Kapitän Branimir Bajic fällt weiterhin mit einer Virusinfektion aus und Erik Wille erlitt einen Muskelfaserriss. Der Fokus des Sportdirektors Ivica Grlic liegt bei jungen und talentierten Spielern, die den Verein mit Frische, Einsatz und Disziplin weiterbringen sollen.

Mögliche Startelf

Sturm:                                        Onuegbu

Mittelfeld:      Grote – de Wit – Gardawski – Janjic – Klotz

Abwehr:              Dum – Meißner – Schorch – Albutat

Tor:                                            Ratajzcak

Aufgrund der vielen Neuzugänge, die sich innerhalb der Mannschaft noch zurechtfinden müssen, ist noch nicht abzusehen, wer in puncto goldenes Transferhändchen der neue Ofosu-Ayeh wird. Von den Nicht-Neuzugängen wird De Wit als Mittelfeldregisseur sicherlich weiterhin eine wichtige Rolle spielen – ebenso wie Ratajzcak als routinierter und Ruhe ausstrahlender Rückhalt. Es wird sich zeigen, wie Gino Lettieri es schafft, interessante neue Gesichter zu einer Mannschaft zu formen und sicherlich vorhandene Talente zu nutzen.

Stärken

In der Rückrunde der vergangenen Saison konnte der MSV eine kleine Heimstärke entwickeln – dazu kommt die bundesligareife Atmosphäre, die von den Rängen für genug Motivation sorgen sollte. Was in der vergangenen Saison eine Schwäche der Zebras war, könnte nun die Seite wechseln: Durch die Neuzugänge konnte der Kader an Breite gewinnen, die diverse Kombinationen zulässt, sofern der MSV vom Verletzungspech weitestgehend verschont bleibt. Zumindest kämpferisch konnte man den Spielern am wenigsten einen Vorwurf machen. Ein gesunder und motivierter Bajic wird auch dieses Mal zu den Stärken der Mannschaft zählen, wenn er in der Abwehr für Sicherheit sorgt und gezielte Pässe nach vorne schlägt. Dabei werden auch Standards wieder eine Rolle spielen. Durch den Schuldenschnitt konnte eine gewisse Aufbruchstimmung erzeugt werden, die sich im Ticketing und Merchandising niederschlägt. Duisburg ist neugierig auf die neue Saison.

Schwächen

Zu viele Punkte wurden in der vergangenen Spielzeit liegengelassen, durch die der MSV sich deutlich höher hätte platzieren können. In den vergangenen Monaten hatten die Zebras des Öfteren mit einer Planlosigkeit zu kämpfen, zu der sich obendrein Ungenauigkeit gesellte. Spiele plätscherten vor sich hin, ohne dass viele Chancen aus dem Spielverlauf entstanden.  Lettieri muss im taktischen Bereich viel tun, um der Mannschaft nicht nur ein Gesicht zu verschaffen, sondern vor allem eine Idee.

Trainer

Als Co-Trainer aus Bielefeld gekommen, soll Gino Lettieri nun als Chef ran. Voll ins Anforderungsprofil des Vereins passendm soll der in Zürich geborene Italiener die Zebras mit Disziplin und Taktik zu neuer Stärke führen. Wird der Saisonbeginn vergeigt, wird schnell Nervosität in Duisburg aufkommen. Dem Spiel gegen Regensburg ist somit durchaus mit Spannung entgegen zu blicken, inwieweit sich Puzzleteile zusammenfügen – oder eben auch nicht.

Prognose

Es wird zwar nicht als Neuanfang beworben, es ist jedoch trotzdem einer. Ein neuer Coach und viele neue Spieler, die zusammen mit den alten zu einer Mannschaft werden müssen. Mal wieder. Der treuen Fanschar kann sich der Club sicher sein, es werden fleißig Dauerkarten und passende Outfits für das Stadion gekauft. Duisburg muss sich die Neugierde der Fans zu Nutze machen und dringend positive Signale von Platz senden. Die Fans wollen vorrangig Einsatz und Wille (nicht nur den Spieler) sehen. Kommt eine funktionierende Strategie dazu, kann der Zuschauerschnitt weiterhin mit an der Spitze rangieren. Mit den vorhandenen Namen sollte ein Platz im oberen Drittel möglich sein. Ob der MSV allerdings aufsteigen kann, steht mit so vielen Variablen in den Sternen – jedoch wird es aus finanzieller Sicht Zeit, der dritten Liga endlich zu entkommen: Es wird sogar zum Muss. Die nächste Lizenzierung wird nicht lange auf sich warten lassen.

FOTO: MSV Duisburg

 

   

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