Saisonvorschau Karlsruher SC: Top-Favorit auf den Aufstieg

Bevor die 3. Liga am 21. Juli in die neue Saison startet, wirft liga3-online.de einen Blick auf das Teilnehmerfeld: 20 Drittligisten gehen in einer spannenden Liga mit unterschiedlichen Chancen, Risiken und Erwartungen an den Start. In dieser Ausgabe schätzen wir die Lage des Zweitliga-Absteigers Karlsruher SC ein.

So lief die Vorbereitung

Die Vorbereitung des KSC stand ganz im Zeichen des Aufbaus einer neuen Mannschaft. So probierte Cheftrainer Marc-Patrick Meister verschieden Varianten in den Testspielen aus. Nach Siegen gegen unterklassige Mannschaften (15:0 gegen den 1. FC Mülhausen und 8:0 gegen FV Concordia Hambrücken), folgte mit dem Test gegen den Süd-Regionalligisten FK Pirmasens ein erster, höherklassiger Prüfstein. Aber auch hier konnte sich der KSC mit 5:2 durchsetzen. Die erste Niederlage setzte es gegen den Bundesliga- Absteiger FC Ingolstadt (0:1), wobei man sich auch dort achtbar aus der Affäre zog. Im Rahmen des Trainingslagers im österreichischen Hopfgarten ging es unter anderem gegen den MSV Duisburg, wo es eine 2:3-Niederlage gab. Den letzten Härtetest vor dem Saisonstart absolvieren die Badener dann im Rahmen der Saisoneröffnung gegen Eintracht Braunschweig.

Die Transferperiode

Zugänge

Abgänge

Nathaniel Amamoo (SC Freiburg II) Jonas Meffert (SC Freiburg)
Malik Kaarahmet (Eintracht Frankfurt U17) Benedikt Gimber (TSG Hoffenheim)
Benjamin Uphoff (VfB Stuttgart) Franck Kom (unbekannt)
Andreas Hofmann (SpVgg Greuther Fürth) Moritz Stoppelkamp (MSV Duisburg)
Alexander Siebeck (RB Leipzig II) Erwin Hoffer (unbekannt)
Marc Lorenz (SV Wehen Wiesbaden) Dimitrios Diamantakos (VfL Bochum)
Kai Bülow (TSV 1860 München) Hiroki Yamada (unbekannt)
Dominik Stroh-Engel (SV Darmstadt 98) Jordi Figueras (unbekannt)
David Pisot (Würzburger Kickers) Florian Kamberi (Grasshoppers Zürich)
Burak Camoglu (Borussia Dortmund II) Marvin Mehlem (SV Darmstadt 98)
Fabian Schleusener (SC Freiburg) David Kinsombi (Holstein Kiel)
Anton Fink (Chemnitzer FC) Manuel Torres (SpVgg Greuther Fürth)
Marvin Wanitzek (VfB Stuttgart II) Grischa Prömel (Union Berlin)
Jonas Föhrenbach (SC Freiburg) Gaétan Krebs (unbekannt)
Daniel Gordon (SV Sandhausen) Enrico Valentini (1. FC Nürnberg)
Marcel Mehlem (KSC II) Yann Rolim (Barra FC)
Sebastian Gessl (KSC II) Florian Stritzel (SV Darmstadt 98)
Kai Luibrand (KSC II) Bjarne Thoelke (Hamburger SV)
Florent Muslija (KSC U19) Charalampos Mavrias (unbekannt)
Severin Buchta (KSC II) Tim Grupp (unbekannt)
Fabian Reese (Schalke 04)
Stefan Mugosa (Sheriff Tiraspol)
Dennis Kempe (Erzgebirge Aue)

 

Bewertung der Transfers / Wer soll noch kommen?

Gemäß dem Motto "alte Zöpfe abschneiden", hat der KSC in der Sommerpause einen gewaltigen Umbruch hingelegt. 23 Abgängen stehen 15 externe Neuzugänge gegenüber, die die Mannschaft auf den ersten Blick insgesamt qualitativ aufwerten. Somit wurde der aufgeblähte Kader der vergangenen Saison ausgedünnt und neue Kräfte sollen für eine erfolgreiche Saison sorgen. Die Transferaktivitäten beim KSC sind abgeschlossen, sodass keine Neuzugänge mehr erwartet werden.

Auf diesen Spieler sollte man achten

Bei so vielen Neuzugängen ist es schwierig, einen Spieler herauszupicken, auf den man in der kommenden Saison das Hauptaugenmerk richten sollte. Jedoch fällt bei einem Blick in die Offensive auf, dass mit Dominik Stroh-Engel und Anton Fink eine enorme Qualität vorhanden ist. Beide Stürmer kennen die 3. Liga. So wurde Stroh-Engel in der Aufstiegssaison 2013/14 mit dem SV Darmstadt 98 Torschützenkönig der 3. Liga (27 Treffer). Mit Anton Fink haben die Karlsruher indes den Rekordschützen der Liga verpflichtet (113 Treffer). Beide werden sicher auch in der kommenden Saison mit einigen Toren auf sich aufmerksam machen.

AufstellungKarlsruhe

Stärken & Schwächen

Wie schon angesprochen, werden die Karlsruher vor allem in der Offensive enorm stark besetzt sein. Die Offensivkräfte werden jedem Gegner erhebliche Probleme bereiten. Eine Qualität, die in der vergangen Saison mit gerade einmal 27 Toren nicht ausreichend vorhanden war. Doch auch defensiv sind die Badener gut besetzt. Durch die Verpflichtungen von Kai Bülow und Rückkehrer Daniel Gordon hat Marc-Patrick Meister zwei zweitligaerfahrene Defensivkräfte zur Verfügung, die einiges an Qualität mitbringen. Offen ist jedoch, wie es Trainer Meister gelingt, so viele neue Spieler zu integrieren und eine komplett neue Mannschaft zu formen. Auf der einen Seite ist es eine Chance – auf der anderen Seite keimt hier auch die Gefahr auf, dass nicht jeder Spieler die Erwartungen erfüllen kann, die an ihn gerichtet werden.

Die Erwartungen der Fans

Die Erwartungen der treuen KSC-Anhänger sind nach der enttäuschenden Abstiegssaison sehr hoch. Jedoch hat sich die größte Enttäuschung gelegt und die Fans schauen optimistisch in die neue Spielzeit. Die Tatsache, dass rund 2500 Fans das erste Training der neuen Mannschaft besuchten, zeigt, dass wieder eine Euphorie im Wildpark entfacht ist. Dabei erwarten die Anhänger ganz klar den Aufstieg der Mannschaft. Der Abstieg ist zwar größtenteils verziehen – trotzdem soll die 3. Liga nach einem Jahr wieder verlassen werden. Die Spieler können auf die bedingungslose Unterstützung ihrer Anhänger zählen, müssen im Gegenzug aber auch die entsprechenden Leistungen auf den Platz bringen.

Fazit & Prognose

Sportdirektor Oliver Kreuzer hat in der Sommerpause einen starken Kader zusammengestellt. Erfahrene Kräfte, gepaart mit jungen, hungrigen Spielern, die eine gute Perspektive haben, ergeben eine Mannschaft, die qualitativ einiges zu bieten hat. Dieser Kader könnte sicher auch in der zweiten Liga konkurrenzfähig sein, was zeigt, dass der KSC auch in der 3. Liga ein ordentliches Budget zur Verfügung hat. Dieses wurde im Hinblick auf die Neuverpflichtungen aber auch sinnvoll eingesetzt.

Alleine aufgrund der Tatsache, dass der KSC Absteiger ist, gehen die Badener als Favorit auf den Aufstieg – das sehen auch die Trainer der Drittligisten so. Auch Spieler und Offizielle haben sich im Rahmen der Vorbereitung bezüglich des Saisonziels offensiv geäußert und den Aufstieg als klares Ziel ausgegeben. Derzeit spricht vieles dafür, dass der KSC im kommenden Mai den direkten Wiederaufstieg feiern wird.

   
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