Saisonvorschau FSV Zwickau: Die Aufstiegself soll es richten

Bevor die 3. Liga am 29. Juli in die neue Saison startet, blickt liga3-online.de auf die 20 Drittligisten und schätzt die Chancen der Teams ein. In der heutigen Ausgabe werfen wir einen Blick auf den FSV Zwickau.

So lief die Vorbereitung

In ihren Vorbereitungsspielen fuhren die Zwickauer ausschließlich zu erwartende Ergebnisse ein: Die Vergleiche gegen unterklassige Teams wie Bautzen, Eilenburg oder Ingolstadt II wurden gewonnen, gegen die höherklassigen Mannschaften aus Nürnberg und Würzburg setzte es Niederlagen. In der Generalprobe vor dem Ligaauftakt schlug die Elf von Torsten Ziegner den VfB Auerbach mit 2:0. Die Zufriedenheit nach diesem letzten Test hielt sich dennoch in Grenzen, schließlich agierte der Regionalligist Auerbach lange Zeit stärker als die FSV-Elf.

Die Transferperiode

Zugänge Abgänge
Marcel Bär (FC Carl Zeiss Jena) Paul Roger Henschke (VFC Plauen)
Mike Könnecke (FC Erzgebirge Aue) Patrick Grandner (VFC Plauen)
Nils Miatke (FC Erzgebirge Aue) Alexander Morosow (VFC Plauen)
Lukas Wilton (Hannover 96 II) Benjamin Keller (VFC Plauen)
Felix Geisler (Energie Cottbus U19) Tom Neukam (unbekannt)
Marcel Gebers (Kickers Offenbach) Sebastian Mai (Preußen Münster)
Alexander Sorge (RB Leipzig II)
Ronny König (Chemnitzer FC)
Johannes Brinkies (Hansa Rostock)
Benjamin Keller (eigene Jugend)
Maximilian Rosenkranz (eigene Jugend)

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Wer soll noch kommen?

Schon seit einigen Tagen wird über eine Verpflichtung von Robert Koch spekuliert. Der 30-jährige Offensivspieler stand zuletzt beim 1. FC Nürnberg, davor bei Dynamo Dresden unter Vertrag und ist gebürtiger Sachse. An sich scheint die Kaderplanung zwar abgeschlossen zu sein, es ist aber nicht auszuschließen, dass noch ein weiterer Sechser kommt. Auf dieser Position gibt es bislang mit Toni Wachsmuth und René Lange nur zwei nominelle Spieler.

Auf diese Spieler sollte man achten

Die Göbel-Brüder Patrick und Christoph gehörten zu den wichtigsten Aufstiegsfaktoren in der Regionalliga. Nun will das Geschwisterpaar auch die Dritte Liga aufmischen. Interessant zu beobachten wird außerdem sein, wie sich Ronny König in die Mannschaft einfügt. Kann der 33-Jährige im Herbst seiner Karriere noch einmal zu seiner früheren Torgefährlichkeit zurückfinden? Oder wird er in der zweiten Reihe hinter dem Aufstiegs-Sturmduo Jonas Nietfeld und Marc-Philipp Zimmermann landen?

Stärken & Schwächen

Die Rückkehr in die Drittklassigkeit nach 16 Jahren, dazu die Eröffnung des neuen Stadions – der FSV Zwickau wird mit einer gehörigen Portion Euphorie und einem gesunden Selbstbewusstsein in die neue Saison starten. Trainer Torsten Ziegner geht in sein fünftes Jahr als Chefcoach, er und seine Spieler kennen sich und wissen, was sie einander haben.

Hinzu kommt, dass die Aufstiegself fast vollständig beisammen behalten konnte. Von den Stammspielern der Vorsaison hat lediglich Sebastian Mai den FSV verlassen. Der Abgang des 22-Jährigen wiegt aber schwer. Mai war ein Stabilitätsgarant in Ziegners Dreierkette, die sich nun neu wird finden müssen. Die Fans wählten den Defensivspieler mit 38 Prozent der Stimmen gar zum Spieler des Jahres 15/16.

Darüber hinaus bleibt abzuwarten, inwiefern Torsten Ziegner dem Team fehlen wird. Auch wenn der Trainer im Amt bleibt, wird er im Training doch zumeist abwesend sein: Ziegner hat seine Ausbildung zum Fußballlehrer begonnen und wird unter der Woche beim Lehrgang in Köln weilen.

Die Erwartungen der Fans

Die Stimmung unter den Anhängern der Schwäne ist nach dem Aufstieg bestens. Die Neuzugänge werden wohlwollend bewertet. Das Saisonziel ist für die Fans auch klar: Der Klassenerhalt soll her – und das idealerweise, ohne dass bis zum letzten Spieltag gezittert werden muss.

Fazit und Prognose

Nach der gelungenen Mission Aufstieg wurden beim FSV die Weichen in Richtung Klassenerhalt gestellt. Die Neuverpflichtungen passen in das ohnehin schon gut funktionierende Mannschaftsgefüge. Bei Spielern, Trainer und Umfeld herrscht eine große Vorfreude auf die Herausforderungen der neuen Spielklasse. Dennoch erwartet niemand Wunderdinge vom FSV. Der Klassenerhalt wird ein hartes Stück Arbeit. Gerade zu Saisonbeginn, wenn die Euphorie noch groß ist und sich andere Teams erst finden müssen, sollten die Zwickauer fleißig wie die Eichhörnchen Punkte sammeln, um später ein gesundes Polster zu haben. Wenn das gelingt, wird die Drittklassigkeit für die Westsachsen kein Kurzausflug – am Ende dürfte eine Position zwischen Platz 12 und 16 herausspringen.

 

 
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