Saisonprognose Arminia Bielefeld: Wohin führt der Weg?

Nach dem kompletten Neuaufbau und dem darauf folgenden Fehlstart in Liga drei, stabilisierten sich die Arminen unter dem neuen Coach Stefan Krämer. Zwischenzeitlich auf dem letzten Tabellenplatz drohte sogar der Abstieg in die Regionalliga oder die Pleite des Klubs. Unbeeindruckt von den jahrelangen Turbulenzen bei den Ostwestfalen führte der ehemalige Bielefelder Co-Trainer Stefan Krämer die Blauen auf einen gesicherten 13. Platz in der Abschlusstabelle. Nach überstandener Mini-Krise wurde der Klassenerhalt noch vorzeitig gefeiert.

Neuzugänge:


Name Position Letzter Verein
Marc Lorenz Linkes Mittelfeld Sportfreunde Lotte
Philipp Riese Zentrales Mittelfeld ZFC Meuselwitz
Stephan Salger Linksverteidiger VfL Osnabrück
Olcay Turhan Zentrales Mittelfeld Eigene U23
Erdogan Yesilyurt Rechtes Mittelfeld U19 Bonner SC
Pascal Testroet Stürmer Kickers Offenbach

 

Abgänge:

Name Position Neuer Verein
Marc Rzatkowski Zentrales Mittelfeld VfL Bochum
Onel Hernández Rechtes Mittelfeld Werder Bremen II
Gianluca Marzullo Mittelstürmer Bayer Leverkusen II
Bahattin Köse Mittelstürmer RAEC Mons
Nico Hammann Rechter Verteidiger Hessen Kassel
Alexander Krük Linksverteidiger VfL Osnabrück
Markus Schuler Linksverteidiger Karriereende
Sevdail Selmani Defensives Mittelfeld Unbekannt

 

Testspiele:

  • SuS Lage – DSC 0:14 (Klos,  Agyemang, Kullmann (je 3 Treffer),  Testroet (2), Burmeister, Schönfeld und Heithölter (je 1).
  • SV GW Siemerode – DSC 0:7 (Schönfeld (3), Rahn (2), Lorenz und Testroet (je 1).
  • VfB Fichte Bielefeld – DSC 0:10 (Agyemang (3), Schönfeld, Testroet (je 2), Klos, Jerat und Tuhran (je 1).
  • DSC – Eintracht Braunschweig 1:0 (Klos).
  • DSC – Preußen Münster (Westfalenpokal-Finale) 2:0 (Schönfeld und Appiah).
  • BV Cloppenburg – DSC 0:3 (Testroet, Lorenz und Riese)
  • DSC – Valencia C.F. (am 25. Juli in der Schüco-Arena)

 

Voraussichtliche Aufstellung:

Spieler im Fokus: Thomas Hübener und Felix Burmeister

Für eine stabile Abwehr ist eine gut besetzte Innenverteidigung unerlässlich. Mit Kapitän Thomas Hübener und Felix Burmeister steht eine Mischung aus purer Routine und Talent auf dem Feld. Schon in den Testspielen deutete sich die Harmonie der beiden im Zentrum an. Im Westfalenpokal-Finale gegen Preußen Münster organisierte Hübener seine Abwehr dermaßen gut, dass den Adlerträgern nicht viele Torchancen blieben. Wenn die beiden ihren Job in der Defensive gut erledigen, wird auch öfter die Null stehen.

 

Positioneller Grenzfall: In allen Teilen herrscht Positionskampf

Den Kampf um das Tor der Ostwestfalen gab es schon in der vergangenen Saison, ein offener Schlagabtausch zwischen Stefan Ortega Moreno und Patrick Platins. Nach schwachen Leistungen am Saisonstart ersetzte Ortega Patrick Platins. Durch Patzer von Ortega bekam Platins am Ende der Saison erneut seine Chance im Kasten der Blauen. In der Vorbereitung hatten beide Keeper ihre Einsatzzeiten, es bleibt abzuwarten wer beim Saisonauftakt im Tor stehen wird. Leichter Favorit ist Patrick Platins, weil er bereits beim wichtigsten Testspiel, dem Verbandspokal-Finale gegen Münster, den Laden dicht hielt. Auch auf der Doppelsechs bahnt sich ein Konkurrenzkampf an, denn Tom Schütz und Tim Jerat überzeugten in der Vorbereitung. Mit Manuel Hornig ist ein weiterer potenzieller Stammspieler gerade erst fit geworden. Hornig wird im Training auf einen Platz im defensiven Mittelfeld drängen, Schütz und Jerat haben einen kleinen Vorsprung. Auch Philipp Riese und Philipp Heithölter rechnen mit Einsatzzeiten. Im Sturm hat Trainer Krämer ebenfalls die Qual der Wahl. Mit Fabian Klos, Pascal Testroet, Eric Agyemang, Patrick Schönfeld und Christopher Kullmann bewerben sich gleich fünf Spieler mit hoher Qualität um die zwei Plätze im Sturm. Torjäger Fabian Klos scheint zunächst gesetzt, den Platz hinter Klos werden höchstwahrscheinlich Patrick Schönfeld oder Neuzugang Pascal Testroet einnehmen. Agyemang und Kullmann müssen sich hinten anstellen.

Stärken

Die Bielefelder besitzen einen ausgeglichenen Kader, den Stefan Krämer nur punktuell verstärkt hat. Die Neuzugänge heizen den Kampf um die Plätze in der Startelf weiter an. So kann der DSC-Coach die Spannung weiter hoch halten. Mit einer gesunden Mischung aus Vertrauen und Konkurrenzdruck werden die Bielefelder sicherlich nicht in ein Motivationsloch fallen, wie es in der letzten Saison zwischenzeitlich schien. Die gute Stimmung im Team ist ein weiterer Trumpf.

Schwächen

Wenn es eine große Schwäche der Bielefelder gibt, ist es die Anfälligkeit für Tore in den letzten Minuten. Ob es an Kondition mangelt oder die Konzentration fehlt, lässt sich nicht beantworten. Allerdings haben die Arminen schon viele Punkte dadurch verschenkt. Zudem würde eine Verletzungsmisere auf den Außenverteidiger Postionen schwer wiegen, weil mit Stephan Salger, Marcel Appiah und Dennis Riemer nur drei im Kader stehen.

 

Trainer

Unter Stefan Krämer ist die Arminia eine stabile Drittliga-Mannschaft geworden. Jetzt ist er mit Sportdirektor Samir Arabi für die Kaderplanung verantwortlich und er wird auch an seinen Transfers gemessen. Wenn ein guter Start gelingt, kann Krämer eine Welle der Euphorie erzeugen. Bei einem erneuten Fehlstart müsste er sich erstmals großer Kritik stellen. Im Verein stehen aber alle hinter dem 45-Jährigen, der die Ostwestfalen zurück in bessere Gefilde führen soll. In dieser Saison wird aber nicht der Aufstieg von ihm erwartet. Fazit: Wenn man Krämer in Ruhe arbeiten lässt, wird seine Arbeit Früchte tragen.

 

liga3-online.de Saisonprognose

Die großen Trümpfe sind der Konkurrenzkampf in allen Mannschaftsteilen, das Vertrauen zum Trainer und auch die treuen Fans, die schnell eine große Euphorie auslösen können. Beginnt Arminia Bielefeld gleich zum Auftakt gegen den Top-Favoriten Alemannia Aachen (Freitag, 20:15 Uhr) mit einem Erfolg, ist den Blauen vieles zuzutrauen. In der Endabrechnung wird Arminia zwischen Platz 5-8 landen, weil sie über eine eingespielte und qualitativ gut aufgestellte Truppe verfügen. Wenn die Liga eng bleibt, wird bei den Blauen die Spannung bis zum Schluss hoch bleiben. Vom Aufstieg sollte erst später geträumt werden.

FOTO: Manuel Grosenick

   
Back to top button