Sadlo im Interview: "Fühle mich für 3. Liga gewappnet"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Großaspachs neuer Cheftrainer Mike Sadlo über die zurückliegende Zeit ohne Trainerjob, die Zusammenarbeit mit Trainerkollege Heiner Backhaus und den Pflichtspielauftakt beim 1. FC Kaiserslautern am Montagabend.

"Habe viel hospitiert"

liga3-online.de: Nach anderthalb Jahren ohne Trainerjob haben Sie nun die SG Sonnenhof Großaspach übernommen. Wie haben Sie die vereinslose Zeit verbracht, Herr Sadlo?

Mike Sadlo: Ich habe viel hospitiert – unter anderem beim FC Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga und bei Rapid Wien in Österreich. Außerdem war ich gemeinsam mit dem jetzigen Gladbach-Trainer Marco Rose zu seiner Zeit beim österreichischen Serienmeister RB Salzburg im Trainingslager. Ich hatte zwar keinen Verein, aber es herrschte kein Stillstand.

Wie sehr haben Sie die Trainerarbeit vermisst?

Ich habe die Fußball-Lehrer-Ausbildung absolviert, um Profitrainer zu werden. Es ist normal, dass man nach längerer Zeit ohne Trainerjob etwas ungeduldig wird. Umso mehr freue ich mich jetzt aber auf die Aufgabe in Großaspach und bin heiß auf den Pflichtspielstart.

Es ist Ihr erster Trainerjob im Profifußball. Eine große Herausforderung für Sie?

Ja, aber ich fühle mich für die 3. Liga gewappnet. Mein ganzes Leben dreht sich schon immer um Fußball und ich weiß durch meine Zeit als aktiver Spieler, worauf es im Profibereich ankommt.

Sie wurden nicht alleine verpflichtet, sondern mit Heiner Backhaus (zuletzt BSV Schwarz-Weiß Rehden) im Trainer-Doppelpack. Wer übernimmt welche Rolle im Trainerteam und wie läuft die Zusammenarbeit ab?

Wir haben beide die gleiche Auffassung von dem Fußball, den wir unser Team spielen lassen wollen. Das ist erst einmal das Wichtigste. Heiner wird mit seiner emotionalen Art die Mannschaft packen. Mich sehe ich eher in der analytischen Rolle. Ich werde gemeinsam mit Heiner die Jungs bestmöglich weiterentwickeln, Matchpläne entwerfen und Taktiken austüfteln.

 

"Wollen unsere Außenseiterchance nutzen"

Die Verträge von Backhaus und Ihnen laufen vorerst bis Saisonende. Was ist der Grund für die kurze Vertragslaufzeit?

Es gibt nur ein Ziel und das ist der Klassenerhalt, nichts soll hiervon ablenken. Deshalb waren wir auch mit dem Vorschlag des Vereins einverstanden, erst einmal bis Sommer zu unterschreiben. Danach können wir uns zusammensetzen und schauen, ob eine Vertragsverlängerung Sinn ergibt.

Für die SG Sonnenhof geht es traditionell gegen den Abstieg, aktuell beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer vier Zähler. Seit 2014 spielt Großaspach nun in der 3. Liga. Wieso klappt es auch diesmal mit dem Klassenverbleib?

Weil wir ein Team vorgefunden haben, dass das Potential und auch den Willen dazu hat. Es ist bisher in dieser Saison sicher nicht optimal gelaufen und es gab auch einige Verletzungssorgen. Wenn bald alle wieder fit sind, haben wir einen in der Breite gut aufgestellten Kader. Ich bin optimistisch, dass wir da unten herauskommen.

In der Winterpause verstärkte sich Großaspach bisher mit Rückkehrer Matthias Morys (SC Austria Lustenau, Linksverteidiger Marin Sverko (FSV Mainz 05 II) und Mittelfeldakteur Kamer Krasniqi (BSSV Rehden). Sind die Kaderplanungen abgeschlossen?

Wir haben uns sehr gut verstärkt und sind deshalb auch nicht händeringend auf der Suche nach weiteren Neuzugängen. Wenn sich aber in den letzten Tagen vor Ende der Transferfrist noch etwas Sinnvolles ergibt, schlagen wir gegebenenfalls noch einmal zu.

Ihr Pflichtspieldebüt geben Sie am Montagabend im Fritz-Walter-Stadion beim 1. FC Kaiserslautern. Ein spektakulärer Auftakt in Ihre Laufbahn als Profitrainer, oder?

Auf jeden Fall. Die Vorfreude ist riesig, wir haben dort nichts zu verlieren. Keiner erwartet etwas von uns, außer wir selbst. Wir wollen unsere Außenseiterchance nutzen, es Kaiserslautern so schwer wie möglich machen und auf dem Betzenberg punkten.

   
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