Saarbrücken beweist Entwicklung: "Endlich mal so ein Ding gezogen"

Mit dem 2:0-Erfolg im Derby bei der SV Elversberg erklomm der 1. FC Saarbrücken nicht nur die Tabellenspitze, sondern zeigte auch Qualitäten, die in der vergangenen Saison nicht vorhanden waren. Entsprechend erleichtert präsentierten sich die Akteure, die einen klaren Schritt beim Team ausmachten. 

Schlüsselphase nach der Pause

Viele Anhänger des FCS dürften die Bilder aus der letzten Saison noch im Kopf haben: Zwei Niederlagen gegen Kaiserslautern, nur ein Punkt gegen Mannheim. Immer wenn die Saarländer in Derbys auftraten, versagten die Nerven. Entsprechend gespannt blickten viele auf das erste Nachbarschaftsduell mit der SV Elversberg, die furios in die Saison gestartet war und sogar Bayer Leverkusen aus dem Pokal warf. Der FCS sollte nicht enttäuschen. Zwar stand zur Pause ein ereignisärmeres 0:0, doch steigerte sich der FCS nach dem Seitenwechsel und erkämpfte sich schlussendlich ein 2:0. Es war der erste Sieg in einem Ligaduell bei der SVE seit 2007. Dazwischen blieben die Blau-Schwarzen achtmal in Folge ohne Erfolg.

"Es ist natürlich ein wichtiger Schritt – losgelöst von der Bedeutung des Spiels. Kann nicht verhehlen, dass ich erleichtert bin", bekundete Saarbrückens Cheftrainer Uwe Koschinat nach dem Spiel bei "MagentaSport". "Das Tolle" war für den Coach, "dass wir mal nach der Pause mit einem wahnsinnigen Druck rauskamen". Dies sei "saisonübergreifend" eine der "Schwächen" seines Teams gewesen. Bereits sechs Minuten nach der Pause brachte Julian Günther-Schmidt die Saarbrücker vom Punkt aus auf die Siegerstraße (51.). "Ich finde, dass wir, was Mentalität und Einstellung anging, ein sensationelles Spiel gemacht haben", stimmte auch Routinier Mike Frantz, der bereits im ersten Durchgang verletzt weichen musste, in die Lobeshymnen ein.

"In so emotionalen Spielen häufiger versagt"

Dass Frantz, der nach seiner Nicht-Berücksichtigung im ersten Saisonspiel nun als Kapitän auflief, aber früh runtermusste, war für den Routinier nicht Grund genug, sich als "Pechvogel" zu bezeichnen – "weil wir haben hier 2:0 gewonnen", ordnete er ein. Viel mehr beruhigte ihn die "sehr gut besetzte Breite" des Kaders. So sollte der für ihn eingewechselte Pius Krätschmer in der 83. Minute den 2:0-Endstand herstellen. Auch nach seiner Auswechslung agierte der 35-Jährige lautstark an der Seitenlinie und gab den zweiten Coach. "Wenn ich nicht spiele, bin ich Fan", schwärmte Frantz, der sich "extrem für die Menschen in Saarbrücken" freute, dass der Derbysieg nun endlich gelingen konnte.

Auch Koschinat konnte nicht verbergen, dass ebensolche Schlüsselspiele in der vergangenen Spielzeit zu häufig verloren gingen. Für den Trainer war es wichtig, "ein erstes Ausrufezeichen in einem solchen Derby zu setzen". So mache es ihn stolz, dass die Fans "nicht wie in der Vergangenheit mit einem Brass und einer Wut, sondern mit einem Lächeln im Gesicht" nach Hause gehen könnten. "Endlich", so der Coach, habe sein Team "mal so ein Ding gezogen". Gerade weil der FCS "in so emotionalen Spielen häufiger versagt" habe.

Sorge um Frantz

Zwar lagen beide den Fans nahe, den Derbysieg "ausgiebig" zu feiern, wobei ein Wermutstropfen blieb: "Wir können es leider nicht, weil wir am Mittwoch schon wieder gegen Dortmund spielen", beklagte Frantz. Und auch Koschinat wollte den Abend mit der Vorbereitung auf das zweite Spiel in der Englischen Woche verbringen. Hier tritt der FCS nun als Tabellenführer an und kann weiter beweisen, dass nun mehr Stabilität als im vergangenen Spieljahr herrscht. Während noch fraglich ist, ob Manuel Zeitz (Magen-Darm) und Tobias Schwede (Probleme in der Wadenmuskulatur) zum Einsatz kommen können, wird Frantz wegen einer Hüftprellung nicht zur Verfügung stehen. "Wir befürchten, dass es eine längerfristige Geschichte sein kann", ist Koschinat in Sorge um den Routinier. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

   
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