Saarbrücken verpasst große Chance im Abstiegskampf

Am 20. Spieltag der dritten Liga trennten sich an diesem Wochenende der 1. FC Saarbrücken und Holstein Kiel 1:2. Die Norddeutschen, denen mit dem Auswärtserfolg nach 13 Spielen wieder ein Sieg gelang, verschafften sich Luft im Abstiegskampf. Für eine Fortsetzung der Kieler Negativserie konnte Gegner Saarbrücken zu keinem Zeitpunkt des Spiels sorgen. Stattdessen verpasste es der FCS nach dem unerwarteten Sieg in der Vorwoche, weitere wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten zu sammeln. So glänzte bei den Gästen Angreifer Fiete Sykora mit zwei Toren, wovon eines ein berechtigter Foulelfmeter war. Den Saarländern gelang zwischenzeitlich der überraschende Ausgleich durch Julien Humbert. Aus Saarbrücker Sicht brachte Torwart Timo Ochs die Gründe für das Ergebnis treffend auf den Punkt. Gegenüber dem „Saarländischen Rundfunk“ erklärt er: „Wir haben heute in jeglicher Hinsicht vermissen lassen, dass man der Mannschaft angemerkt hat, dass es heute um sehr viel geht. Es ging noch nicht um alles, aber wir wussten, dass es ein enorm wichtiges Spiel für beide Mannschaften war. Das hat man bei unserer Mannschaft heute leider nicht gesehen.“

Saarbrücken mehrfach ohne Grundordnung

Das Bewusstsein um die Wichtigkeit des Spiels auch auf den Platz zu bringen, gelang lediglich Holstein Kiel. Die KSV hatte nicht nur die bessere Einstellung, sondern wusste in dieser nicht sonderlich ansehnlichen Partie bisweilen sogar spielerisch zu überzeugen, etwa bei der frühen Führung. Diese wie auch weitere Spielszenen haben bei der Frage nach den Gründen für den Spielverlauf exemplarischen Charakter. Dabei verpasste es der FCS zum einen, das gegnerische Spiel frühzeitig zu unterbinden. Die Abräumer vor der Viererkette zeigten zwar ein hohes Laufpensum und Einsatzbereitschaft, schafften es jedoch in den entscheidenden Situationen nicht, die Angriffe abzufangen. Zum anderen fehlte mehrfach der Zugriff auf die gegnerischen Spieler. Dies zeigte sich z. B. darin, dass zwar oftmals viele Blau-Schwarze im eigenen Strafraum waren, aber nicht bei den Gegenspielern. So fehlte z. B. beim ersten Gegentor wie auch bei weiteren Gelegenheiten der Störche jede Grundordnung in der Saarbrücker Abwehr. Dass die Torausbeute der KSV so niedrig blieb, verdankte der FCS dem überragenden Timo Ochs und der fehlenden Effizienz des Gegners.

Kiel nutzt seine Chance

Neben der nicht gezeigten notwendigen Einstellung sowie dem zu schwachen Defensivverhalten fehlte bei den Hausherren die spielerische Komponente. Auch wenn es im Abstiegskampf zunächst um ebenjenen Kampf und das Verteidigen des eigenen Tores geht, wäre gegen einen nicht überragenden Gegner wie Kiel zumindest ein besserer Spielaufbau möglich gewesen. Auch wenn sich die KSV mehrfach durch frühes Stören auszeichnete, wäre in einigen Situationen anstelle von ungenauen Befreiungsschlägen z. B. auch der Weg durch das Mittelfeld und über die Außenbahnen möglich gewesen, etwa um Stürmer Plut mit mehr Flanken zu füttern. Beim Spielaufbau machten dem FCS jedoch auch vereinzelte Unsicherheiten zu schaffen. Dabei waren einige Spieler, die in dieser Saison bereits überragende Leistungen zeigten, beinahe nicht wiederzuerkennen. Lediglich Torhüter Timo Ochs spielte gewohnt stark. Von den übrigen eingesetzten Spielern hätte trotz der hohen Anzahl an Verletzten und Gesperrten eine bessere Leistung erwartet werden können. Gerade im Hinblick darauf, dass mit Kiel ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt hätte geschlagen werden können, war das Erstaunen und Entsetzen der Zuschauer wie auch einiger Spieler selbst gerechtfertigt. Holstein Kiel hat seine Chance genutzt und seine lange Durststrecke beendet. Beim 1. FC Saarbrücken ist dringend Ursachenforschung gefragt, um in den Spielen, in denen es dann in der Tat um Alles geht, zu gewinnen.

FOTO: Sven Rech

   

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