RWE-Präsident Nowag: "Finanzsituation ist weiter dramatisch"

Am Freitagabend steht beim FC Rot-Weiß Erfurt die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung an. Schon im Vorfeld gibt RWE-Präsident Frank Nowag auf der Vereinshomepage der Thüringer einen Einblick in die aktuelle Finanzlage – und stellt sie als "weiter dramatisch" dar.

RWE kann Miete für Geschäftsstelle nicht mehr zahlen

Wie Nowag feststellt, habe RWE "quasi in allen Bereichen nicht unerhebliche Außenstände." Das fängt bei der Miete für die Geschäftsstelle in Höhe von 4.000 Euro pro Monat an, die laut dem RWE-Präsidenten schon seit vier Monaten nicht mehr gezahlt worden sei. Der Vermieter habe dementsprechend angekündigt, den Vertrag, der noch bis Ende März 2018 läut, fristlos zu kündigen. RWE habe den Vermieter aber um die vorzeitige Auflösung des Vertrags gebeten – eine Antwort soll im Laufe dieser Woche erfolgen. Möglicherweise zieht RWE dann übergangsweise in Räumlichkeiten von RWE-Sponsor KeyWeb um. Dort ist ist Nowag Vorstandsvorsitzender, sodass keine weitere Kosten anfallen würden.

Auch bei Borussia Dortmund im Minus

Bei Caterer CCS stehen die Thüringer laut Nowag mit knapp 60.000 Euro im Rückstand, dennoch habe man aber eine weitere Belieferung erreichen können. Auch seitens des Finanzamtes "bestehen nicht unerhebliche Forderungen". Darüber hinaus muss Nowag "leider feststellen", dass quasi fast jeder Lieferant Forderungen an den Verein habe. Dies seien neben den Darlehensgebern auch die Telekom, das Arena-Reinigungsunternehmen, die Security und selbst Borussia Dortmund sowie das Mannschaftsbus-Unternehmen, das aber trotzdem weiterfahre. Auch der Lieferant der LED-Banden habe laut dem RWE-Präsidenten seit Monaten kein Geld erhalten, weshalb die Banden beim anstehenden Heimspiel gegen den SV Meppen ausbleiben sollen.

Nowag zuversichtlich

Rot-Weiß Erfurt hofft aber, noch eine Einigung erzielen zu können: "Wir sind mit den meisten Gläubigern in Kontakt, um eine Einigung zu erzielen", erklärt Nowag. Trotz der prekären Lage gibt sich der RWE-Präsident zuversichtlich, "dass wir nach den dringend benötigen kurzfristigen auch langfristige realistische Vereinbarungen treffen werden." Spätestens am Freitag werden wohl alle Zahlen auf den Tisch kommen. Möglicherweise klärt sich dann auch, ob Rot-Weiß Erfurt die drohende Insolvenz abwenden kann. So oder so stehen die Thüringer vor einer ungewissen Zukunft – sportlich wie finanziell.

 
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