Cottbus Erster, RWE feiert Janssen – Siege für Ulm und Aachen
Energie Cottbus ist vorerst wieder Spitzenreiter! Die Lausitzer setzten sich am Samstag in einer engen Partie gegen den 1. FC Schweinfurt durch. Jubeln durfte auch Rot-Weiss Essen, das den TSV Havelse dank eines Dreierpacks von Janssen mit 4:1 besiegte. Im Keller kamen Ulm (3:0 gegen Aue) und Aachen (3:2 gegen Hoffenheim II) zu wichtigen Siegen, während Ingolstadt mit 2:1 gegen Stuttgart II gewann.
Cottbus 2:1 Schweinfurt: Energie rettet Sieg gegen Schlusslicht
Im Hinspiel nutzte Energie Cottbus eine doppelte Überzahl gegen den 1. FC Schweinfurt spät aus, um den Sieg einzufahren. Jetzt wieder der personelle Rückschlag für die Schnüdel direkt zu Beginn: Wintzheimer verletzte sich beim Aufwärmen, Shuranov startete stattdessen. Die Cottbuser drängten sofort nach vorne – Michelbrink steckte auf Hannemann durch, aber Weisbäckers Fußabwehr verhinderte den Einschlag (9.). Der nächste Versuch ging auf das Konto von Cigerci, der aus vollem Lauf einen satten Schuss in die Arme des FCS-Keepers abgab (12.). Anschließend schoss Michelbrink ans Außennetz (18.). Und dann? Dann kam natürlich Shuranov: Einen langen Ball sicherte Böhnlein an der Grundlinie und gab ihn in die Mitte, wo der ungeplante Stürmer perfekt einlief und zur Führung einschob (19.). Energie ließ sich aber nicht lange beirren und antwortete, indem Engelhardt den Ball auf engstem Raum gegen drei Verteidiger behauptete und zu Hannemann durchsteckte, der den Ausgleich erzielte (22.). Beinahe gelang der Doppelschlag, aber Campulka köpfte nach einer Flanke von Cigerci knapp vorbei (26.). Im Anschluss gab es kaum noch ein Durchkommen für Cottbus, weil Schweinfurt den eigenen Sechzehner im Zuge der Abwehrarbeit versiegelte. Kurz vor der Pause fanden die Hausherren aber doch noch die Lücke, denn Engelhardt flankte butterweich auf den Kopf von Borgmann, der zur Führung einnickte (44.). Und dann musste Cottbus richtig aufatmen, denn Endres wurde auf der Strafraumkante gefoult – Schiedsrichter Ballweg entschied dennoch auf Freistoß statt Elfmeter, den Funk sensationell wegfaustete (45.+4).
Nach dem Seitenwechsel machte Energie dann wieder Betrieb nach vorne, aber die bessere Chance erarbeitete sich Schweinfurt. Langhans flankte auf Böhnlein, der aber an der Parade von Funk scheiterte (55.). Auf der anderen Seite fehlten Thiele nur Zentimeter bei einer Hereingabe von Engelhardt (57.). Die Schnüdel machten in der Offensive trotzdem mehr – erst blockte Pelivan gegen Langhans, dann ging Anglebergers Abschluss abgefälscht ins Toraus (62.). Kurz danach stand Trslic völlig frei vor Funk, aber traf den Ball nicht richtig (64.). Im Gegenzug nutzte Cottbus die Chance zur Entscheidung nicht, weil Hannemann bei einem aussichtsreichen Konter den eigenen Abschluss suchte statt zu Boziaris querzuspielen (78.). Die Hausherren retteten das Ergebnis letztendlich über die Zeit, wodurch Cottbus vorerst wieder an die Tabellenspitze springt. Schweinfurt bleibt mit einem Rückstand von 14 Punkten zum rettenden Ufer auf Platz 20.
Aue 0:3 Ulm: Veilchen erleben Desaster bei Dotchev-Rückkehr
Angesichts der Rückkehr von Pavel Dotchev ins Erzgebirge wurde die Coachingzone der Gäste vorsichtshalber mit den Initialen des Kulttrainers beschriftet, damit der Ulmer Coach nicht versehentlich die falsche Bank ansteuerte. Im Abstiegskracher ging es hart zur Sache, aber auch Fehler prägten das Spiel: SSV-Keeper Schmitt kam weit aus seinem Kasten, verfehlte aber den Ball. Seegert trennte Günther-Schmidt in höchster Not noch rechtzeitig vom Ball, der Angreifer der Veilchen musste danach verletzt vom Platz (7.). Wenig später steckte Fallmann auf Bär durch, aber wieder war Seegert zur Stelle und blockte einen Schuss per Grätsche ab (13.). Ulm agierte in der Abwehr wiederholt fahrlässig, sodass Aue die Spielkontrolle gewann. Aber dann zeigte Ulm auch mal Offensivqualitäten, denn zuerst musste FCE-Keeper Lord im Eins-gegen-Eins gegen Kölle klären (34.), dann blockte Malone einen wuchtigen Schuss von Chessa (36.). Die Veilchen gingen ihrerseits zu fahrlässig mit den Chancen um, denn frei vor Schmitt vergab auch Bär etwas zu leichtfertig den Ball (37.). Der SSV-Keeper war dann auch noch gegen Tashchy zur Stelle (43.), sodass die Teams mit einem 0:0-Unentschieden in die Kabinen gingen.
In der zweiten Halbzeit nutzte Ulm die erste Gelegenheit, denn bei einem Eckball rutschte Lord die Kugel aus den Händen – Seegert stand parat, um die Kugel über die Linie zu drücken (48.). Und Ulm machte wie ausgewechselt weiter: Pepic nahm Maß aus 17 Metern und knallte die Kugel unter die Latte zum 2:0 aus Sicht der Spatzen hinein ins Tor (54.). Und für Aue kam es knüppeldick: Malone sprang ohne Rücksicht auf Verluste mit der offenen Sohle in Pepic rein, weshalb der FCE-Verteidiger zurecht den Platzverweis sah (65.). Ulm zog sich daraufhin weitestgehend aus dem Spielgeschehen zurück, aber Aue fand in Unterzahl keine Mittel mehr, um die Spatzen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Stattdessen erhöhte Ulm in der Nachspielzeit durch Löder, der nach einem Eckball unbedrängt einköpfte (90.+1). Ein wichtiger Sieg für die Spatzen, die auf drei Punkte an Aue heranrücken – und nur noch vier Zähler zum rettenden Ufer brauchen. Die Veilchen sind indes unter den Strich gerutscht – bei einem Punkt Rückstand.
Essen 4:1 Havelse: Meckernder Janssen liefert ab
RWE-Stürmer Marek Janssen meckerte sich nach dem 1:1 in München in die Startelf gegen den TSV Havelse, um die Durchschlagskraft zu erhöhen. Aber den Niedersachsen war sofort anzumerken, dass die letzten Ergebnisse für reichlich Selbstvertrauen gesorgt hatten: Ein Ball von Ilic kam im Rückraum etwas unfreiwillig zu Düker durch, doch der Schuss des TSV-Kapitäns wurde geblockt (8.). Aber der Revierklub biss sich in die Partie – und dann war auch Janssen an der ersten guten Aktion beteiligt. Der Stürmer zog mit Geschwindigkeitsvorteilen in den Strafraum und zog aus 14 Metern ab, aber Opitz parierte sicher (14.). Kurz darauf wurde es für den TSV-Keeper kniffliger, denn bei einem weiteren Abschluss von Janssen wurde das Spielgerät noch von Sommer abgefälscht – die eigentlich sichere Beute lenkte Opitz gerade noch um den Pfosten (25.). Und dann war es natürlich auch Janssen, der die Führung besorgte: Ecke Mizuta, Kopfball des Mittelstürmers – und 1:0 für RWE (34.). Dabei blieb es aber nicht, denn Janssen schnürte direkt den Doppelpack. Von der Außenbahn startend zog der Angreifer in die Mitte, ließ Opitz aussteigen und vollendete gekonnt (37.). Havelse hatte die Antwort auf dem Fuß, aber Brumme blockte einen Schuss von Sommer entscheidend neben das Tor ab (38.). Und als die Kugel dann wirklich im Essener Netz lag, erhielt der Treffer zurecht keine Anerkennung, weil Plume in der Entstehung mit der Hand am Ball war (39.). Aber die Niedersachsen steckten nicht auf und belohnten sich für den Eifer: Rexhepi trat zum Freistoß aus 18 Metern an – und hämmerte das Spielgerät aus zentraler Position neben dem Pfosten in die Maschen (45.+1).
Essen wollte im zweiten Abschnitt nichts anbrennen lassen. Und wieder war es dann Janssen: Hofmann flankte die Kugel im richtigen Moment in die Mitte, wo der Mittelstürmer einlief und entgegen der Laufrichtung von Opitz einschob (52.). Doch der Jubel hielt nicht lange an, weil Essen sich selbst schwächte. Hofmann rutschte bei einer Grätsche in Ilic hinein, was eine Rote Karte zur Folge hatte – eine harte Entscheidung (55.). Beim anschließenden Freistoß rettete Golz gegen Rexhepi (56.). Aber RWE ließ sich nicht lange beirren, sodass Mizuta durch den Strafraum tänzelte und Müsel bediente, der auch noch einmal einen Haken schlug und dann das vierte Tor für den Revierklub erzielte (68.). Havelse wollte noch nicht aufgeben, doch die Partie war entschieden. In der Tabelle rückt RWE mit dem sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage vorerst auf Platz 3 vor, Havelse rutscht wieder auf den vorletzten Rang ab – bei sieben Punkten Rückstand zum rettenden Ufer.
Hoffenheim II 2:3 Aachen: Gindorf mit zwei Toren und einem Assist
Zum Auftakt ins neue Jahr erwischten beide Mannschaften einen Tag, an dem die Abwehrarbeit nicht stimmte. Wer würde Wiedergutmachung leisten? Am eigenen Sechzehner brachte TSG-Keeper Petersson seine Vordermänner mit einem Pass unter Bedrängnis, weil Gindorf aggressiv nach vorne drängte – aber ohne Ertrag (15.). Auf der Gegenseite parierte Pseftis – neu auf der Torwartposition für Olschowsky – gegen Zeitler (21.). Die Alemannia kämpfte sich jedoch besser und besser in die Partie: Gindorf umkurvte Petersson, doch der Aachener Stürmer kam nur noch in Rückenlage zum Abschuss – drüber (30.). Als Vorbereiter lieferte Gindorf jedoch umso stärker ab, denn einen Angriff über Scepanik leitete der Stürmer perfekt zu Schroers weiter, der noch drei Gegenspieler auf engstem Raum vernaschte, und dann die Führung für die Aachener erzielte (36.). Die U23-Mannschaft aus Hoffenheim ließ sich nicht schocken, aber in der Offensive blieben die jungen Sinsheimer zu harmlos.
Riesenjubel bei den Schwarz-Gelben dann auch nach der Pause, weil sich Nadjombe zur Grundlinie durchwackelte, um die Kugel dann in die Mitte zu geben – Petersson verpasste die Hereingabe, aber Gindorf stand goldrichtig und machte den zweiten Treffer (58.). Unglückliche Aktion dann auch auf der anderen Seite, weil Bagalianis bei einem Schuss von Hennrich an der ausgestreckten Hand getroffen wurde. Duric nahm sich der Sache vom Punkt an und verkürzte, indem er Pseftis verlud (63.). Ein Schock für die Alemannia? Nein! Nach einem abgewehrten Eckball kam Gindorf zum Ball und verschaffte sich Platz, um die Kugel ins Netz zu schweißen (72.). Mit sehr viel Glück kam Hoffenheim noch einmal zum Anschluss: Nach zwei Verlängerungen per Kopf parierte Pseftis noch auf der Linie, aber Zeitler war zur Stelle und drückte die Kugel mithilfe des Innenpfostens noch drüber (84.). In der siebenminütigen Nachspielzeit ließ Aachen nichts mehr anbrennen, sodass die Alemannia mit dem ersten Sieg seit sechs Partien auf Platz 15 klettert – und damit über den Strich. Hoffenheim II bleibt trotz der zweiten Pleite in Folge auf Platz 7 stehen.
Ingolstadt 2:1 Stuttgart II: Schanzer fahren den nächsten Erfolg ein
Zuletzt konnten sich die Schanzer etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen, sodass Ingolstadt mit neuem Selbstverständnis in das erste Heimspiel des Jahres wagte. Kaygin wurde von Costly bedient, aber der Schuss des Angreifers ging am Tor vorbei (10.). Anschließend ließ Ouro-Tagba auf der Gegenseite das Gebälk erzittern, weil FCI-Keeper Eisele einen strammen Schuss noch mit den Fingerspitzen an die Latte lenkte (11.). Glück misslang danach ein Rückpass, aber Drljaca machte sich groß und verhinderte, dass Kügel mit einem Lupfer das Tor traf (14.). Nach fulminanter Anfangsphase flachte das Spiel etwas ab, aber Ingolstadt behielt die Hand drauf: Costly zwang Drljaca zur Glanztat, doch Lorenz nickte die darauffolgende Ecke unhaltbar ein (31.). Aber die postwendende Antwort hatte die U23 aus Stuttgart parat, indem Darvich die Kugel platziert in linke Eck legte (32.). Ein ausgeglichenes Spiel ging Unentschieden in die Kabine.
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte dann Ingolstadt. Costly wurde auf der Außenbahn nicht angegriffen und versuchte es aus spitzem Winkel frech mit einem Abschluss, der am Pfosten landete (47.). Besuschkow steckte in der nächsten Situation zu Kaygin durch, der das Spielgerät dann im rechten Eck versenkte (48.). Stuttgart ging in die Offensive, was den Schanzern wiederum Raum zum Kontern bot. Eine Flanke von Kaygin köpfte Costly wuchtig neben das Tor (60.). Ingolstadt ließ danach nichts mehr anbrennen, dem VfB II fehlten zudem die entscheidenden Ideen. Im Fallen bekam Sankoh in der letzten Szene keinen Druck hinter den Ball, sodass Eisele den Ball aufnehmen konnte (84.). So kletterte Ingolstadt mit dem zweiten Dreier in Folge auf Platz 13 in der Tabelle und hat nun einen Vorsprung von sechs Punkten vor der Abstiegszone. Einen Platz und einen Zähler davor steht der VfB Stuttgart II.