Rochelt im Interview: "Ziel ist nach wie vor der Klassenverbleib"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Jannik Rochelt, Neuzugang der SV Elversberg, über den optimalen Start mit der SVE, der zuletzt mit der Tabellenführung belohnt wurde, den sportlichen Vergleich mit dem FC Barcelona, seinen neu entdeckten Torriecher und einen möglichen Durchmarsch der SVE in die 2. Bundesliga.

"Die 3. Liga ist ein Privileg für uns"

liga3-online.de: Die SV Elversberg sorgt derzeit für Aufsehen. Den bisherigen Tabellenführer TSV 1860 München hat Ihre Mannschaft scheinbar mit Leichtigkeit 4:1 besiegt. Wundern Sie sich manchmal selbst, wie gut es derzeit läuft, Herr Rochelt?

Jannik Rochelt: Wundern ist das falsche Wort. Wir wussten immer von unseren Qualitäten und waren uns bewusst, dass wir eine gute Rolle spielen können. Dass es aber so gut läuft, darauf sind wir alle unfassbar stolz und auch dankbar. Als neuer Spieler bin ich unglaublich gut aufgenommen. Das zeigt auch, dass das Klima innerhalb der Mannschaft enorm gut ist.

Die SVE wurde von Lukas Hradecky, Torhüter des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, in dieser Saison nach dem Sieg im DFB-Pokal durch einen Vergleich mit dem FC Barcelona geadelt. Wie viel Barcelona steckt in eurer Mannschaft?

Ich denke, dass der Vergleich ein wenig überzogen ist (lacht). Aber im Ernst: Unser Trainer Horst Steffen, legt enorm viel wert darauf, dass wir als gesamtes Team mit in die Defensive gehen. Unsere Stärke liegt aber dennoch eher im Spiel mit dem Ball – deswegen wohl auch der Vergleich. In der laufenden Spielzeit gelingt es uns bislang gut, in der Vorwärtsbewegung fußballerische Lösungen zu finden. Außerdem bringen wir eine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor mit. Wir benötigen zum Glück nicht viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Das macht uns derzeit aus.

Nun steht das Duell beim Halleschen FC auf dem Programm. Wie schwierig wird es sein, sich nach einem überragenden Sieg gegen die Löwen wieder auf die vermeintlich "leichteren Aufgaben" zu konzentrieren?

Für uns ist es nach wie vor ein Privileg in der 3. Liga zu spielen. Als Aufsteiger freuen wir uns über jedes einzelne Duell, das wir in dieser Saison bestreiten dürfen. Daher spielt es für uns keine Rolle, ob wir den TSV 1860 München oder den Halleschen FC gegenüber haben. Wir bereiten uns auf jeden Gegner bestens vor.

Sie sind erst im Sommer vom SSV Ulm nach Elversberg gewechselt. Hätten Sie damit gerechnet, dass es auf Anhieb so gut klappt?

Schon vor den ersten Trainingseinheiten hatte ich immer sehr gute Gespräche mit Sportdirektor Nils-Ole Book und Cheftrainer Horst Steffen. Hinzu kommt, dass ich von der Mannschaft hervorragend aufgenommen würde. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt wie ein Neuzugang gefühlt. Dass es direkt so gut passt, hatte ich mir erhofft. Ich wusste um meine Stärken und war mir sicher, dass ich der Mannschaft sofort helfen kann. Zum Glück ist es auch so gekommen.

Außerdem haben Sie scheinbar einen neuen Torjägerinstinkt entwickelt. Wie erklären Sie sich Ihren neuen Riecher?

Ich hätte in den zurückliegenden Jahren wahrscheinlich mehr Tore schießen können – vielleicht so gar mehr erzielen müssen. In der vergangenen Spielzeit wurde ich aber fast ausschließlich auf der rechten Seite eingesetzt. Eine meiner Stärken ist es aber, von links ins Zentrum zu ziehen und dann den Abschluss zu suchen – ähnlich wie bei Arjen Robben. Daher spiele ich – und das hat Trainer Horst Steffen auch erkannt – lieber auf der linken Seite oder in der Mitte.

 

"Es bringt jetzt aber nichts abzuheben"

Wie sehr haben Ihnen die Erfahrungen geholfen, die Sie mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern München in der 3. Liga gesammelt haben?

Ich denke, es schadet nie, wenn man die Liga bereits kennt, in die man wechselt. Die Mannschaften in der 3. Liga sind so eng beieinander, dass ohnehin jeder jeden schlagen kann. Dabei sieht man bei den meisten Teams eine robuste und vor harte Gangart. Die Erfahrungen beim FC Bayern, hat mich vor allem im körperlichen Bereich einen guten Schritt weitergebracht.

Ein Highlight war in dieser Saison auf jeden Fall der Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals durch den Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen (4:3). Am 18. Oktober, ab 20.45 Uhr, kommt der VfL Bochum an die Kaiserlinde. Wie groß ist die Vorfreude?

Bis dahin haben wir noch einige Spiele vor uns, auf die wir uns fokussieren müssen. Aber eins ist klar: Die Partien im DFB-Pokal sind absolute Bonusspiele. Das sind die Begegnungen, die man als Fußballspieler erreichen will. Und genau wie gegen Leverkusen werden wir uns auch für den VfL Bochum einen Matchplan zurechtlegen.

RB Leipzig, die Würzburger Kickers und der SSV Jahn Regensburg haben es schon einmal vorgemacht. Kann die SV Elversberg als viertes Team den Durchmarsch aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga schaffen?

Puh, schwierige Frage (lacht). Wichtig ist, dass wir jetzt im Flow bleiben und weiter erfolgreich sind. Aktuell stehen wir ganz oben in der Tabelle. Auf dieser Welle wollen wir so lange wie nur möglich mitschwimmen. Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenverbleib. Aber klar: Wenn man ganz oben steht, entsteht auch immer eine Euphorie. Es bringt jetzt aber nichts abzuheben.

 

   
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