"Riesenleistung von den Jungs": Wilhelm gerät ins Schwärmen

Beim 4:0 gegen Hansa Rostock zeigte Viktoria Köln am Freitagabend eine blitzsaubere Leistung und zerlegte die Kogge regelrecht. Trainer Marian Wilhelm geriet anschließend ins Schwärmen, wollte aber trotz des starken Saisonstarts noch nicht von höheren Zielen sprechen.

"Unfassbar griffig, unfassbar kontrolliert"

Zwei Doppelschläge, je einer pro Halbzeit, waren es, mit denen die Viktoria die Partie für sich entschied. Bereits nach einer Viertelstunde stand es nach den Treffern von Castelle (12.) und Otto (15.) 2:0, ehe Wolf (60.) und erneut Otto (64.) nach der Pause noch zwei weitere Treffer nachlegten. Doch nicht nur im Hinblick auf die Tore, sondern vor allem auch was die Leistung angeht, war der Auftritt gegen den Aufstiegskandidaten überzeugend. Trainer Marian Wilhelm sprach bei "MagentaSport" von der "wahrscheinlich" besten Leistung während seiner etwas mehr als einjährigen Amtszeit und zog den Hut vor seiner Mannschaft: "Die Jungs waren einfach unfassbar griffig und unfassbar kontrolliert."

Teilweise spielerisch leicht kam die Viktoria zu den Toren, was zum einen an der oft nicht vorhandenen Gegenwehr der Rostocker lag und zum anderen an der Schärfe der Kölner. "Wir wollen nicht, dass irgendwer gerne hier in Höhenberg spielt. Und wir wollen auch nicht, dass irgendwer gerne gegen uns spielt. Einfach eine Riesenleistung. Ich bin maximal stolz und muss den Jungs ein Kompliment aussprechen", schwärmte Wilhelm, der am 3:0 nicht ganz unbeteiligt war.

Denn nachdem der Ball ins Seitenaus gegangen war, warf er das Spielgerät blitzschnell auf Fallmann, aus dessen Einwurf anschließend der Treffer resultierte. "Da kamen die Jungs auch noch mal kurz zu mir", meinte der Viktoria-Coach zum Torjubel. "Wir wollen die Standards schnell ausspielen, gerade bei Einwürfen. Es ist natürlich genial, dass das dann klappt. Und ich freue mich, dass ich auch in so einem Bild auftauche."

"In allen Bereichen besser geworden"

Mann des Tages war einmal mehr David Otto mit seinem Doppelpack. Gesondert hervorheben wollte Wilhelm den 27-Jährigen aber nicht, dafür sei die Mannschaftsleistung zu stark gewesen. "Seine beiden Treffer wurden einfach top vorbereitet", meinte der 37-Jährige, wenngleich der Stürmer "herausragend" gegen den Ball gearbeitet habe. Und auch Otto selbst, der mit fünf Treffern nun die Torjägerliste der 3. Liga anführt, gab sich ganz bescheiden: "Ich musste nur den Fuß hinhalten, weil die Jungs mich davor super frei spielen."

Gleichwohl räumte er ein, dass es bei ihm im Vergleich zur Vorsaison "nochmal Klick gemacht" habe, in der Box zu sein und keine Flanke zu verpassen. "Früher bin ich vielleicht nochmal einmal mehr entgegengekommen, und dann geht der Angriff ohne dich. Aktuell kann ich es mir einfach auch erlauben, stehen zu bleiben und auf meine Möglichkeit zu warten. Ich habe das Vertrauen in die Mannschaft, dass die kommt." Auch, "weil wir spielerisch nochmal besser in allen Bereichen geworden sind." Entsprechend überrascht es nicht, dass es "derzeit viel Spaß macht".

Doch von höheren Zielen wollen die Kölner, die vorerst Dritter sind, nicht träumen. "Das Ziel ist weiterhin, so schnell wie möglich die 45 Punkte zu holen. Jetzt haben wir neun, das ist gut – und als Start in so eine harte Englische Woche dann auch sehr wichtig." Bereits am Dienstag geht es für die Viktoria beim SV Meppen weiter. "Dann können wir uns von dem Spiel heute nichts mehr kaufen. Wir müssen genau so scharf bleiben, dann haben wir wieder sehr gute Chancen, drei Punkte zu holen." Vielleicht gerät Wilhelm nach der Partie dann wieder ins Schwärmen.

 

   

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