Rettet ausgerechnet Soyak den SCP? Eine Signalwirkung

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt wird immer größer: Nach dem 1:0-Sieg bei Fortuna Köln hat der SC Paderborn am Freitagabend erstmals seit Mitte März die Abstiegsplätze verlassen und hat den Klassenerhalt in den drei noch ausstehenden Partien nun selbst in der Hand. Erfolgsgarant und Hoffnungsträger ist ein gebürtiger Paderborner – ausgerechnet.

"Ein unbeschreibliches Gefühl"

Drei Tore und drei Vorlagen: Die Scorerbilanz von Eigengewächs Aykut Soyak im April liest sich beeindruckend. Nach seinem Premierentor in Halle bereitete der 22-Jährige, der seit 2006 im Verein ist, beim 3:0-Erfolg gegen Frankfurt alle drei Tore vor und erzielte vor einer Woche den 3:1-Siegtreffer gegen die Sportfreunde Lotte. Für den wohl größten Torjubel der Fans in den vergangenen Monaten sorgte Soyak aber am Freitagabend beim Spiel in Köln. In Unterzahl spielend, wäre der SCP wohl schon mit einem Punkt zufrieden gewesen, doch dann kam Soyak: In der 89. Minute nahm sich der 22-Jährige aus 25 Metern ein Herz und netzte sehenswert in den Winkel ein – der so wichtige Sieg war perfekt. "Ein unbeschreibliches Gefühl", rang der Matchwinner nach Abpfiff um die richtigen Worte.

Ausgerechnet Soyak

Es ist schon bezeichnend: Da verpflichten die Ostwestfalen vor Saisonbeginn Spieler wie Koen van der Biezen und Marcus Piossek, die aufgrund ihrer Erfahrung den Unterschied ausmachen sollten, doch letztlich ist es mit Aykut Soyak ausgerechnet ein Spieler aus der eigenen Jugend, der in der entscheidenden Saisonphase wie aus dem Nichts überzeugt und mit seinen Toren für den Klassenerhalt und das Ende der seit zwei Jahre anhaltenden Talfahrt sorgen könnte. Schon in der vergangenen Zweitliga-Saison versuchte Paderborn mit viel Geld den Erfolg einzukaufen und legte für einen Kevin Stöger die Ablösesumme von einer Million Euro hin – ein krasser Fehlkauf.

Ein mehr als deutliches Signal

Soyak hingegen steht nun sinnbildlich für die Zukunft des SC Paderborn, der wieder verstärkt auf spielfreudige Talente aus der eigenen Jugend oder der Regionalliga setzen sollte. Das hat die Ostwestfalen bis vor zwei Jahren erfolgreich gemacht und sie letztlich sensationell in die Bundesliga geführt – man denke nur an Alban Meha, Mario Vrancic und Jens Wemmer. Danach hatte der SCP zu viel Geld, schlug einen anderen Weg ein und bezahlte ihn mit dem Durchmarsch in die 3. Liga. Stoppt nun ausgerecht ein Spieler aus der eigenen Jugend, der seinen Vertrag bereits bis 2019 verlängert hat, diese Talfahrt? Deutlicher könnte das Signal nicht mehr sein.

   
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