Remis im Topspiel, Erste Siege für Mannheim und den KFC

In den sechs Samstagsspielen der 3. Liga endete ein rassiges Spitzenspiel zwischen Rostock und 1860 München mit 1:1. Dynamo Dresden schiebt sich durch ein 1:0 in Lübeck wieder oben ran. Auch Ingolstadt bleibt durch ein 2:1 gegen Verl in Lauerstellung. Zeitgleich verbuchten Mannheim (1:0 in Wiesbaden) und Uerdingen (2:1 in Zwickau) ihre ersten Siege. Der 1. FC Kaiserslautern bleibt nach einem 0:0 bei Bayern II weiter sieglos.

Rostock 1:1 1860: Kein Sieger im Spitzenspiel

Das Topspiel im Ostseestadion sah von Beginn an ordentliche Aktionen auf beiden Seiten. Ein erster Schuss von Löhmannsröben nach einer missglückten Klärung von Lex landete in den Armen von Hiller (8.). Die Gäste hätten ihrerseits kurz darauf in Führung gehen können. Steinhart bediente Lex links im Strafraum, sodass dieser den Ball mit viel Wucht aufs kurze Eck feuern konnte. Kolke konnte das Leder parieren, ehe Sonnenberg das Spielgerät aus dem Strafraum schlug (12.). Im Anschluss verflachte das Geschehen deutlich und verlagerte sich ins Mittelfeld. Lediglich ein Schuss von Breier aus 13 Metern kam mal in die Nähe eines der beiden Tore, flog aber doch ein gutes Stück rechts vorbei (30.). Gerade als sich Hansa ein wenig die spielerische Überlegenheit zu erarbeiten schien, schlugen die Gäste zu. Eine Ecke von der linken Seite landete ausgerechnet beim Ex-Rostocker Erdmann, der das Leder am ersten Pfosten zur 1:0-Pausenführung einköpfte (42.).

Hansa antwortete prompt nach der Pause. Neidhart legte das Leder mit Übersicht zurück an die Strafraumkante, wo Bahn in zentraler Position frei stand und gekonnt rechts unten ins Tor zum 1:1 traf (50.). Das Tor tat der Partie gut, sodass sich ein rassiges Auf und Ab entwickelte. Mölders wurde im letzten Moment noch von Reinthaler geblockt (57.), während auf der Gegenseite Breier zehn Meter frei vor dem Tor vorbeischoss und das 2:1 vergab (62.). In der Schlussphase wurde es noch hektischer. Nach einem Freistoß von Bahn brachte Breier das Leder aufs Tor und an Hiller vorbei. Erst kurz vor bzw. auf der Linie konnte Dressel den Ball herausschlagen, während die Rostocker ihn im Tor gesehen haben wollten – zudem monierten sei ein Handspiel. Nach langen Beratungen mit seinen Assistenten ließ Schiedsrichter Konrad Oldhafer die Partie mit einem Einwurf fortsetzen (75.). Als sich die Szene gerade wieder beruhigt hatte, schwächten sich die Gäste selbst, als Philipp Steinhart mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde (84.). Mit dem Schlusspfiff bekam Hansa noch die Chance auf den Sieg, doch Vollmanns Schuss auf Vorlage von Neidhart wurde im letzten Moment geblockt (90.). So blieb es bei der Punkteteilung, die Hansa auf Platz fünf vorrücken lässt. 1860 bleibt vorerst Tabellenführer.

Lübeck 0:1 Dresden: Hosiner bricht den Bann

Für Aufsteiger Lübeck begann das Spiel gegen Dynamo Dresden denkbar schlecht. Im Anschluss an eine Ecke traf Ryan Malone seinen Gegner Paul Will mit einem hohen Bein im Gesicht. Schiedsrichter Max Burda schickte den Lübecker daraufhin mit der glatt roten Karte vom Platz (7.). Von der Überzahl konnten die Gäste allerdings in der Folge keine echten Vorteile beziehen. Trotz viel Ballbesitz kamen die Sachsen nicht zu guten Abschlüssen. Vor der Pause wurden beide Seiten ein wenig offensiver. Zuerst schreckte eine Lattenknaller von Steinwender die Gäste auf (38.), ehe auf der anderen Seite Raeder gegen einen Schuss von Weihrauch aus spitzem Winkel auf dem Posten war (45.).

Auch im Anschluss an den Pausentee kamen die Gäste nicht richtig in Tritt. Langsam aber sicher schoben die Sachsen das Spiel mehr und mehr in Richtung des Lübecker Tores. Die Führung kam entsprechend nicht unverdient, allerdings schon etwas überraschend. Daferner legte das Leder im Strafraum zurück auf Hosiner, der im Fallen den Ball an Raeder vorbei ins Tor drücken konnte (68.). Aufgeben wollte sich der VfB wahrlich nicht, allerdings blieb ein Kopfball von Deters in die Arme von Broll die erste echte Chance (79.). Kurz vor dem Ende wären die Gäste beinahe noch mit dem Ausgleich bestraft worden. Thiel legte von der linken Seite zurück auf Deichmann, der den hoppelnden Ball aber drüber zog (84). Es blieb daher beim knappen 1:0-Auswärtssieg der Dresdner, die nun Tabellenzweiter sind. Lübeck hingegen ist weiterhin sieglos und übernimmt die Rote Laterne.

Wiesbaden 0:1 Mannheim: Boyamba wird zum Matchwinner

Keine 180 Sekunden waren in der BRITA-Arena gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz der Gastgeber. Martinovic hatte das Auge für den im Zentrum einstartenden Boyamba, der das Leder aus der Drehung rechts unten einschob (3.). Der SVWW kam erst nach einer Viertelstunde zur ersten Möglichkeit, als Wurtz aus 14 Metern nur haarscharf das Tor des Waldhof verfehlte (14.). Es dauert allerdings bis kurz vor der Pause, ehe die Hessen sich mal wirklich in der Offensive festsetzen konnten. Ein Kopfball von Medic wurde von Bartels zur Ecke pariert (35.)., Tietz setzte einen weiteren Kopfball knapp am Tor vorbei (40.) und auch Wurtz zielte zwei Minuten später per Schlenzer am Gehäuse der Gäste vorbei (42.).

Im zweiten Durchgang wirkte Wehen weiterhin in der Offensive zwar bemüht, kam aber zu selten zu Abschlüssen. Ein Kopfball von Carstens war kein Problem für Bartels im Gästetor (56.). Mannheim hatte daher die gefährlichste Aktion in der 67. Minute. Garcia ließ seinen Gegenspieler problemlos stehen und zog wuchtig aufs Tor, sodass Tim Boss mit den Fäusten den Einschlag des Balles im Kasten verhindern musste (67.). Zehn Minuten später vergab der Waldhof die große Chance zur Entscheidung. Ferati leitete nach Ballverlust der Gastgeber die Kugel zu Garcia, der frei vor dem Schlussmann am Keeper scheiterte (77.). Die vergebenen Chancen rächten sich am Ende nicht mehr und Mannheim nahm den knappen Sieg mit über die Zeit. Nach zuletzt vier Unentschieden ging der SVW damit erstmals in dieser Saison als Sieger vom Platz und zieht in der Tabelle (9.) an Wiesbaden (12.) vorbei. 

Bayern II 0:0 Kaiserslautern: FCK weiter sieglos

Im Grünwalder Stadion erwischten die Gäste aus Kaiserslautern den besseren Start. Schon nach zwei Minuten versuchte sich Pourié nach einer Kopfballverlängerung mit einem Abschluss von der Strafraumkante, scheiterte aber an Hoffmann (2.). Auch die nächste Großchance gehörte den Gästen. Morabet war nach einer Kopfballverlängerung der Gastgeber frei vor dem Tor nicht im Abseits, war davon aber so überrascht, dass er das Leder links am Kasten vorbeischob (10.). Die Bayern brauchten bis zur 18. Minute für ihre erste Chance. Lungwitz setzte mit einem schönen Pass Dajaku in Szene, der von links aufs kurze Eck zog. Spahic war allerdings auf dem Posten und parierte (18.). Im Anschluss bekamen die jungen Bayern das Spiel besser in den Griff und übernahmen die Spielkontrolle, ohne sich dabei aber große Chancen zu erspielen. Die Gäste zogen sich zumeist in die eigene Hälfte zurück, hatten aber durch einen Schuss von Redondo über das Tor noch die letzte Chance vor der Pause (45.).

Aus der Kabine kamen die Bayern mit deutlich mehr Zug zum Tor. Eine Direktabnahme von Kern vom Elfmeterpunkt verfehlte das linke Toreck nur knapp (48.). Vier Minuten später versuchte es Arp mit einem Freistoßschlenzer und traf diesmal genau das Lattenkreuz (52.). Der FCK war zumeist damit beschäftigt, das gepflegte Passspiel der Gastgeber zu unterbinden, kam dadurch aber nicht zu eigenen Möglichkeiten. Immer wieder versuchten die Pfälzer in der Schlussphase Konterchancen zu generieren. Doch Pourié scheiterte gleich zweimal (77. / 78.) nach Kontermöglichkeiten am starken Hoffmann. Es war der Auftakt zu einer deutlich besseren Schlussphase der Lauterer, an deren Ende die Saibene-Elf noch hätte gewinnen können. Allerdings war wieder der bärenstarke Hoffmann gegen Ritter der Sieger (86.), ehe Zuck die letzte Chance des Spiels über die Latte setzte (89.). Für den FCK bedeutete das 0:0 das dritte Remis in Folge. Die Roten Teufel warten damit weiter auf den ersten Sieg, sind aber immerhin nicht mehr Letzter (17.).

Ingolstadt 2:1 Verl: FCI ringt Aufsteiger Verl nieder

Gegen Aufsteiger Verl erwischte der FCI einen ordentlichen Start und drängte die Ostwestfalen gleich in die eigene Hälfte. Elva steckte einen Pass im Zentrum auf Niskanen durch, der das Leder mit Übersicht in den Rückraum vor dem Strafraum legte. Kurt wollte das Leder klären, schlug den Ball aber ans Knie vom grätschenden Gaus, sodass der Ball etwas kurios über die Linie zum 1:0 flog (19.). Kurz darauf hätte es nach einem Missverständnis zwischen Brüseke und Ritzka beinahe 2:0 gestanden, doch Ritzka köpfte das Leder nicht nur an seinem Keeper, sondern auch am eigenen Tor vorbei (22.). Etwas aus dem Nichts kam der SCV beinahe postwendend zurück. Rabihic brachte das Spielgerät hoch an den zweiten Pfosten, wo sich Philipp Sander durchsetzte und rechts unten zum 1:1 einköpfte (34.). Der Treffer setzte der Heimelf merklich zu, sodass sich vor der Pause keine weiteren Chancen mehr ergaben.

Das änderte sich mit dem Wiederanpfiff. Eine Freistoßflanke von Gaus landete am zweiten Pfosten bei Paulsen, der das Leder mit dem Fuß unten links einschieben durfte (47.). Die Schanzer blieben diesmal dran. Eine Rückraumablage von Franke auf Niskanen zog dieser nur knapp über den Querbalken. Die Gäste probierten zu antworten. Eine Ecke von Ritzka kam auf den Kopf von Stöckner, dessen Kopfball allerdings kein Problem für den Schlussmann der Ingolstädter war (52.). Eine Viertelstunde vor dem Ende hätten die Donaustädter das Spiel zwingend entscheiden müssen. Elva stand völlig frei vor dem Tor, suchte aber nicht den Abschluss, sondern legte quer auf Bilbija. Dessen Versuch wurde aufgrund einer Abseitsposition unterbunden (74.). Beinahe hätte sich die vergebene Chance noch gerächt, als Verl in der letzten Minute nochmal nach vorne kam. Eilers setzte sich im Luftkampf durch und köpfte aufs Tor, doch Buntic hatte den Braten gerochen und hielt den 2:1-Sieg fest (90.). In der Tabelle rückt Ingolstadt auf Rang vier vor, Verl ist nach der zweiten Niederlage in Folge Siebter.

Zwickau 1:2 Uerdingen: KFC siegt erstmals

Auch in Zwickau musste die Heimelf einen frühen Platzverweis verkraften. Maurice Hehne ging im Zweikampf sehr hart gegen Gino Fercher zu Sache und wurde sofort von Schiedsrichter Schultes des Feldes verwiesen (4.). Die Unterzahl schien die Schwäne nicht zu stören. Eine Ecke von Wolfram wurde am ersten Pfosten von Velkov Richtung eigenes Tor verlängert, sodass Königshofer keine Abwehrchance blieb und der FSV in Führung ging (16.). Es blieb ein hektisches Hin und Her. Nach gleich zwei verletzungsbedingten Wechseln vor der ersten halben Stunde kamen die Gäste zurück. 20 Meter vor dem Tor fasste sich der Ex-Regensburger Pusch ein Herz und jagte das Leder links unten zum 1:1 ins Tor (30.). Uerdingen wirkte durch den Treffer deutlich motivierter. Anapak brachte die Kugel von der rechten Seite vor das Tor der Zwickauer, wo Kiprit sechs Meter vor Brinkies völlig blank stand. Nach einer kurzen Verzögerung schob der Uerdinger das Leder locker zum 2:1 ins Tor (41.). Mit der letzten Aktion der ersten Hälfte hätte Pusch mit einem Schlenzer sogar noch das 3:1 erzielen können, verfehlte aber den Kasten.

Der FSV ließ sich auch in der zweiten Hälfte die Unterzahl nicht wirklich anmerken. Wolframs Schuss aus 18 Metern landete direkt in den Armen von Königshofer und markierte die erste Chance des zweiten Durchgangs (51.). Mit zunehmender Spieldauer kamen die Gastgeber dem Ausgleich immer näher. Königshofer musste sein ganzes Können aufbieten, um gegen Wolfram das 2:2 zu verhindern (66.) und drei Minuten später rettete der Schlussmann erneut, diesmal gegen Starke (69.). Die beste Chance zum Ausgleich bekam die Enochs-Elf in der 82. Minute. Möker setzte sich gleich gegen zwei Gegner durch und spielte zurück zu Drinkuth, der aber frei vor dem Tor rechts vorbeischoss (82.). Somit siegte Uerdingen nach 86 Minuten Überzahl hauchzart mit 2:1 – und nahm damit erstmals in dieser Saison alle drei Punkte mit. Das bedeutet Platz 14 in der Tabelle, Zwickau rutscht derweil auf Rang Zehn ab.

   
  • Stefan K

    Die Schiri-Leistung in Rostock war leider katastrophal.

    • Robert

      Das ist leider die Untertreibung des Jahres. So einen schwachen, planlosen Schiedsrichter habe ich selten gesehen. Seine "Assistenten" nehme ich da nicht aus, die haben ihn schön hängen lassen. Wie kann man so einen Anfänger bei so einem Spiel ansetzen?

      • Klaus Neuhäuser

        Ich formuliere das schärfer: absichtliche Spielmanipulation oder die 3 Schwarzkittel hatten vorübergehend Sehstörungen. Und richtig , wie kann man so eine Niete solch ein Spiel "pfeifen" lassen. Im DFB muss man sich nicht wundern, wenn von Mafia gesprochen wird.

      • Nikita

        Der Schiri war eine Katastrophe, aber das ist natürlich ein hanebüchener Verschwörungsmythos. Bei so einem überforderten desorientierten Schiedsrichter ist nicht vorauszusagen, in welche Richtung die Fehlentscheidungen ausschlagen. Dass er völlig plan- und orientierungslos war, war ja genau das Problem.

Back to top button