Münster: "Hätten viel eher den Sack zu machen müssen"

Bislang war für die Preußen in Regensburg nie etwas zu holen gewesen: In zwei Auswärtspartien holten die Adlerträger null Punkte und kassierten jeweils zwei Gegentore. Gestärkt fuhren sie am neunten Spieltag der 3. Liga dennoch in die Oberpfalz, waren sie doch seit vier Spielen ungeschlagen und holten zudem acht Punkte infolge. Und die Siegesserie hielt: Im alt ehrwürdigen Jahnstadion besiegte der SC Preußen Münster vor 2.798 Zuschauern die Gastgeber des SSV Jahn Regensburg mit 1:0 (0:0). Die Gäste konnten sich mit dem Sieg mit fünfzehn Punkten auf den sechsten Tabellenplatz verbessern, der SSV findet sich auf Rang siebzehn der Tabelle wieder. Im Vergleich zum 3:2-Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden rutschten Kevin Schöneberg und Fabian Hergesell in die Startelf der Preußen; Patrick Kirsch und Julian Riedel mussten mit der Reservebank vorlieb nehmen.

Mangelnde Chancenverwertung einziger Negativpunkt

Nach einigen zähen Minuten des Abtastens begannen die Preußen Mitte der ersten Halbzeit ihre erste Druckphase. Die Regensburger, die bis dato wie eine Auswärtsmannschaft in ihrem Heimspiel agierten, hatten nun ihre Mühe mit den Gästen, die immer mehr Räume für ihr Spiel fanden. Erik Zenga (40. Minute) und Marcus Piossek (36., 44., 45.) vergaben reihenweise gute Chancen. Dies setzte sich auch nach Wiederanpfiff in der zweiten Hälfte fort. Wiederum Zenga (62.), Amaury Bischoff (67.) und Marcel Reichwein (67., 69.) verpassten den Führungstreffer. Die Adlerträger agierten klar überlegen und kontrollierten die Partie fast nach Belieben. Nur die mangelnde Chancenverwertung war das große Manko der Gäste. Forderte Cheftrainer Ralf Loose noch vor dem Spiel „mehr Treffer aus den guten Möglichkeiten der vergangenen Partien“, fand Sportvorstand Carsten Gockel nach Abpfiff auch klare Worte: „Das Team muss diese Situationen viel früher und seriöser ausspielen. Wir hätten viel eher den Sack zu machen müssen.“

Marcel Reichwein mit sechstem Saisontreffer

Es dauerte bis zur 73. Minute, als Marcel Reichwein die mitgereisten Preußenanhänger erlöste. Nach glänzender Vorarbeit von Mehmet Kara erzielte er das Tor des Tages und sorgte zugleich für den 1:0-Sieg der Preußen. Der 28-jährige Mittelstürmer, der vor vier Jahren noch für die Regensburger auflief, markierte seinen sechsten Saisontreffer. „Ich bin mit meinem Spiel nicht ganz zufrieden, aber die Mannschaft hat eine gute Partie gemacht. Wir waren klar tonangebend. Zum Glück hab ich dann einmal richtig gestanden nach den vergebenen Torchancen davor“, analysierte Reichwein nach dem Spiel.

Mann des Spiels: Mehmet Kara

Zwischen Genie und Wahnsinn: Kein anderer Spieler des SCP polarisiert so sehr wie der 30-jährige Mittelfeldspieler. An guten Tagen verzückt er die Zuschauer mit Dribblings und genialen Pässen, an schlechten Tagen wird aus dem genialen Spielmacher ein durchschnittlicher Drittligaprofi. Am Samstag jedoch war es sein Spiel. Kara bot eine überragende offensive Leistung und spielte seinen Gegenspieler Markus Smarzoch schwindelig. Schon in der ersten Hälfte hatten die Regensburger gegen ihn auf der rechten Seite meist das Nachsehen. In der 73. Minute dribbelte er mit einer fußballerischen Leichtigkeit durch den gegnerischen Strafraum, tanzte vier Regensburger aus, ließ Schlussmann Dominic Bergdorf ins Leere laufen und bediente dann Reichwein so souverän, dass er aus drei Metern nur noch einschieben musste. „Ich habe den Ball bekommen und mich dann gut durchgesetzt. Cello stand da, wo ein Stürmer stehen muss und hat das Ding super reingemacht. Wichtig ist, dass wir nach den vielen Chancen heute die drei Punkte mit nach Hause nehmen“, erklärte Kara zufrieden.

Foto: Regensburg1889.de

   

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