"Vorverurteilung": Münster-Fan wehrt sich gegen Stadionverbot

16 Stadionverbote erteilte Preußen Münster jüngst – ein Resultat der Ausschreitungen rund um das Heimspiel gegen Hansa Rostock im Oktober 2015, als ein beleidigendes Banner ausgerollt und Pyrotechnik gezündet worden war, das Spiel musste unterbrochen werden. Ein 22-jähriger Fan wehrt sich nun gegen die Vorwürfe, zumal der vermeintliche Gewalttäter bis zuletzt ein Ehrenamt beim Verein bekleidete.

"Mir wurde offen ins Gesicht gelogen"

Erst ein Betretungsverbot von der Polizei, dann ein Stadionverbot bis zum Saisonende und für zwei weitere Jahre auf Bewährung: So lautete das Urteil von Preußen Münster gegenüber Ismael B. – dabei hatte dieser eigenen Aussagen gegenüber "westline.de" zufolge "nicht einmal eine Anhörung erhalten.“ Auch sein Schreiben an die Polizei, in dem er gleich mehrere ihn entlastende Zeugen benannte, blieb unbeantwortet. "Ich bin maßlos enttäuscht vom Verein“, machte er nun seinem Ärger Luft und ist besonders vom Sportvorstand und kurzzeitig eingesprungenen Sicherheitsbeauftragten Carsten Gockel enttäuscht, der ihm seiner Meinung nach wenige Wochen vor der Urteilsverkündung noch seine Unterstützung zugesagt hatte. "Mir wurde offen ins Gesicht gelogen“, so der Fan weiter, dem zur Urteilserklärung offenbar einzig der Satz "Du hättest nicht in der Kurve stehen dürfen“ entgegengebracht wurde.

Unterstützung vom Fanprojekt 

Allein ist er mit dieser Meinung jedenfalls nicht, denn das Fanprojekt von Münster steht geschlossen hinter dem ehrenamtlichen Schiedsrichter und Dopingbeauftragten der Adlerträger. Auch sein Rechtsanwalt Knuth Meyer-Soltau ist überzeugt: "Hier geschah eine bloße Vorverurteilung. Überhaupt wird die allgemeingültige Unschuldsvermutung in Deutschland beim Fußball oft mit Füßen getreten.“ Münster sei ein besonderer Fall eines wenig fankonform ausgerichteten Vereins, so Meyer-Soltau.

[box type="info"]Update: Stellungnahme von Sportvorstand Carsten Gockel[/box]

 

   
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